Husk
Es ist bereits der vierte verdammte Tag in Folge, dass Angel sich durch die Tür des Hotels schleppt und auf der Couch erstmal unter Stöhnen zusammenbricht. Doch ich bleibe hinter meinem fucking Tresen stehen, während meine Hände das Glas weiter polieren.
Seit Valentino ihn angerufen hat, schläft der junge Mann nicht mehr bei mir. Nur seine Kette ist mir geblieben. Sie lag am Morgen nach dem ersten Arbeitstag vor meiner Tür mit der Bitte, sie aufzupassen. Seitdem liegt sie sicher verwahrt in meiner Hosentasche.
Jedes Mal, wenn ich mich ihm nähern will, wehrt er mich mit einem scheuen Lächeln und einer Entschuldigung ab.
Er sei müde, er sei geschafft, er wolle allein sein, denke ich an seine Worte. Auch wenn seine Worte schmerzen, gebe ich ihm den verfickten Raum, den er zu suchen scheint. Es ist nicht mal der Sex, den ich vermisse, stelle ich fest, als ich aufsehe. Angel streckt sich aus, flucht, doch geht dann schweigend weiter zum Fahrstuhl. Nicht einen Blick hat er in meine Richtung geworfen, doch auch das ist in den letzten Tagen keine Seltenheit geworden.
Als würde er mich nicht sehen wollen, denke ich, als die Prinzessin an ihm vorbei geht. Ihr Blick spricht Bände von Besorgnis, aber keiner von uns traut sich grad an Angel ran. Wenn das so weitergeht, werde ich aber mit ihm sprechen müssen, überlege ich, als Charlie näher an mich herankommt. „Er hatte wohl wieder einen harten Tag?", fragt sie mich, doch ich zucke mit den Schultern.
„Redet er immer noch nicht mit dir?", will sie weiter wissen und ich seufze. „Hör mal, Prinzessin. Ich bin hier zwar der Barkeeper, aber kein fucking Therapeut. Wenn Angel nicht reden will, werd ich ihn nicht zwingen.", antworte ich, doch sie scheint unbeeindruckt. „Du bist weder sein Barkeeper, noch sein Therapeut. Du bist sein fester Freund.", sagte sie und das Glas zerscheppert vor meinen Füßen.
„Hab ich einen fucking Newsletter verpasst?", knurre ich, doch mein Herz schlägt mir bis zum Hals. „Also wirklich... Ihr seid zwar im achten Stock alleine, aber... man hört ehm... ja.", antwortet sie und wird rot.
Oh Fuck, schießt mich durchs Hirn. „Man kann einen Menschen ficken, ohne mit ihm zusammen zu sein.", meine ich, als ich mich endlich bücke, um die Scherben einzusammeln. Fluchend ziehe ich den Finger zurück, ehe ein Tropfen Blut auf den Boden tropft und meinen Blick fesselt. „Ehm... das mag ja sein, aber du willst mir doch nicht ernsthaft erzählen, dass da nichts ist, Husker. Ich meine, Angel hat sogar deine Seele befreit.", sagt die Höllenprinzessin und ich reiße den Blick hoch.
„Woher zum Teufel, weißt du davon?", verlange ich zu wissen, ohne auf den blutenden Finger zu achten. Die Scherben verschwinden von Zauberhand, als sie schnipst.
„Alastor hat mir davon erzählt. Er meinte, dass es sein könnte, dass wir einen neuen Barkeeper brauchen, weil du nicht mehr ans Hotel gebunden bist. Ehrlich gesagt, fand ich es eh nicht so toll, dass du hier son bisschen gegen deinen Willen festgehalten wurdest. Aber... Angel und du, ihr scheint euch näher gekommen zu sein..."; antwortet sie, als ich sie wieder ansehe.
Shit... Ich hätte nicht gedacht, dass Alastor mit ihr darüber sprechen wird, denke ich.
„Stört es dich, dass ich noch hier bin?", frage ich, weil ich echt nicht mehr über Angel und mich sprechen mag. „Überhaupt nicht! Ich freue mich, dass du hier geblieben bist, Husker. Du arbeitest weiter, du kümmerst dich um Angel... und vielleicht willst du an deiner Seele arbeiten, jetzt wo du sie wieder hast.", strahlt mich Charlie an und ich kann nicht anders als tief zu seufzen.
„Du gibst nicht auf, was?", gebe ich zurück, woraufhin sie heftig den Kopf schüttelt. „Ich sehe eine Seele und muss sie retten.", meint sie fröhlich. Und wer rettet seine?, frage ich mich, ehe mein Blick wieder vom Fahrstuhl angezogen wird.
„Wir lassen uns was einfallen, Husker. Angel ist nicht mehr allein.", sagt sie, als sie meinem Blick folgt.
„Ich glaube, er ist in der fucking Dunkelheit gefangen.", entgegne ich ihr. Dieses Gefühl kenne ich nur zu gut, erinnere ich mich. „Dann werden wir sein Licht sein. Und du bist seine Flügel.", erwidert sie und lächelt mich an.
Charlie erzählt weiter von ihren nächsten Projekten, von der neuen Werbung, die sie aufnehmen will, doch ich schweige und nehme zwischendurch einen Schluck aus der Flasche. Ihr Gequatsche erinnert mich an Angel, aber es ist anders.
Ihre Präsenz ist mir bewusst, aber Angels Anwesenheit brennt sich in mein Inneres und ich kann nicht anders, als mich ihm zu nähren und ihn berühren zu wollen.
Das ist schon lange nicht nur ein einfacher Fick. Ich bin mir nicht mal sicher, ob er das zu Anfang gewesen ist, denke ich, während die Prinzessin beginnt Blätter rauszukramen und sie zu bemalen. Manchmal fragt sie nach meiner Meinung, doch noch bevor ich grummeln kann, geht sie weiter zum nächsten Thema und skizziert weiter.
Jetzt hab ich meine Seele wieder, vielleicht sollte ich mir ernsthafte Gedanken dazu machen, was ich eigentlich will... und wo mein Platz ist, überlege ich.
Vor einigen Tagen hätte behauptet, dass dieser Ort an Angels Seite ist, doch was ist, wenn er das ganz anders sieht. So ne verfickte Scheiße, es schien endlich irgendwie anzulaufen, fluche ich, doch der Anruf hatte einiges zerstört. Wenn mein Platz bei Angel ist... vielleicht sollte ich endlich meinen Arsch hochbekommen und ihm reinen fucking Wein einschenken, denke ich, als ich aufhorche.
„Wir sollten vielleicht alle mal was zusammen unternehmen! Einfach Spaß haben... Mal nicht im Hotel abhängen...", überlegt Charlie laut. „Vielleicht habe ich eine Idee, die dir gefallen könnte...", antworte ich. Die nächste halbe Stunde verbringe ich damit, der Höllenprinzessin von meinem anderem liebsten Hobby zu erzählen.
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Loser Lover (HuskerDust)
FanfictionHusk x Angel!! Achtung! Boyslove Inhalte! LEMON-Kapitel! Der letzte Abend vor der Auslöschung und der Alkohol fließt. Schon seit ner Weile merkt der sonst so offene, flirtfreudige Angel, dass ihn der mürrische und verschlossene Barkeeper Husk nicht...
