Kapitel 46 - Max
Aus weiter ferne hörte ich Stimmen, die miteinander redeten. Ich versuchte nicht mal zu erkennen, welche Stimmen das waren. Es war mir egal. Ich wollte nur, dass sie aufhörten. Unvorstellbare Schmerzen übermannten meinen Körper. Ich war nicht fähig mich zu bewegen, zu reden, selbst das Atmen fiel mir verflucht schwer. Was zum Teufel war hier los und wo befand ich mich?
Ich versuchte dem entfernten Stimmengewirr zu entkommen. Mich gedanklich zu konzentrieren. Mich darauf zu konzentrieren, was passiert war, doch der Schmerz machte es mir nicht einfach. Bruchteile einzelner Szenen drangen durch, doch rissen immer wieder ein. Eine Szene aus roher Gewalt drang zu meinem geistigen Auge vor. Ich mahnte mich selbst mir die schrecklichen Bilder nicht nochmal in Erinnerung rufen zu dürfen, doch ich wollte es, um mich genau an alles zu erinnern. Anstrengung flutete mein Gehirn. Ein Tausch hatte stattgefunden. Alex, die bäuchlings an einem Tisch gefesselt war und vor meinen Augen...
Ich dachte den Gedanken nicht zu Ende. Er war mir zuwider. Ich konzentrierte mich auf den Tausch mein Leben gegen Alex. Bis hier hin, kam ich, doch was passierte dann? Ich hatte Schläge eingesteckt, das erklärte die Schmerzen, doch was passierte noch? Ich erinnerte mich nicht daran, es war wie weggeblasen. Nochmal zwang ich mich und holte weiter aus, vielleicht fügten sich so die Teile zusammen. Mark, der mir eine Adresse gegeben hatte. Six der Scharfschütze. Tao und Shelby, die doch nicht so unnütz waren, wie ich anfangs gedacht hatte. Alex wieder gefesselt ... Nein, ich stoppte mich, zwang mein Gehirn mich zu erinnern.
Jerrys Halsschlagader blitze auf. Ich hatte ihn getötet, soweit war ich schonmal. Ein Tausch. Steven, er hatte Alex. Er wollte einen Tausch. Ich hatte mich für Alex eingetauscht, aber irgendwas war schiefgelaufen. Ich spulte wieder und wieder zurück, bis zudem Moment an dem ich noch weiter ausholte, auf der Hochzeit von Isa landete und Janey sah. Wie ich sie in den Armen hielt. Sie weinte und mich bat nicht zu gehen. Mit der Erinnerung kamen auch die anderen Erinnerungen, an die Geschehnisse. Der Moment, als man Alex das angetan hatte, wie ich versucht hatte loszukommen, bis zudem Moment, als ich losgekommen war. Wie ich mit Monroe gekämpft hatte, ich angeschossen wurde ... Verdammt! Wie ich versucht hatte nach Hause zu Janey zu kommen, doch man hatte versucht mich von ihr fortzutreiben. Sie hatten es nicht zugelassen, mich überwältigt und dann war ich in einem Krankenhaus aufgewacht. Mit dem einzigen Gedanken nach Hause zu fahren, zurück zu Janey. Und diesmal hatte mich keiner davon abhalten können, weder Six noch Alex. Die Teile fügten sich langsam zusammen, bis ich begriff, dass ich zu Hause war. Zu Hause, bei Janey!
»Janey!« Es war ein gequälter Versuch, ihren Namen laut auszusprechen. Ich versuchte es nochmal. »Janey!«
Ehrlich gesagt war das auch nicht viel besser. Ich öffnete meine Augen und sah ein vertrautes Gesicht vor mir. Es war Alex wunderschön wie immer. Sie lächelte, hatte aber Tränen in den Augen. »Du bist wach«, sagte sie mit zitternder Stimme.
Es dauerte nicht lange, bis ein zweites vertrautes Gesicht vor mir erschien Filiz. Mit ihrem Auftreten versuchte ich es erneut. »Janey!«
Gott war das erbärmlich, nicht mal ich selbst hätte mich verstanden. Ich brauchte etwas zu trinken, doch Filiz strich mir über mein Haar und sagte: »Ich hole Mark.«
Dann war sie verschwunden. Alex blieb und kniete sich neben mich. »Wie fühlst du dich, hast du Schmerzen?«, fragte sie. Ihre Stimme klang besorgt.
Der Mist hier dauerte mir eindeutig zu lange. Wo war Janey? Ich räusperte mich und hätte am liebsten losgekotzt als meine Kehle brannte, doch es war mir egal. »Wo ist Janey?«
Anhand von Alex Blick erkannte ich, dass sie mich jetzt verstanden hatte, doch sie gab mir keine Antwort. Sie ignorierte meine Frage und hielt mir ein Glas Wasser an den Mund. Dann hörte ich Marks Stimme, als Nächstes sein Lachen direkt vor mir.
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Atme, wenn du kannst
Misterio / SuspensoEigentlich sollte es für Janey ein entspannter Urlaub vor ihrer Hochzeit werden, aber eine Begegnung mit einem überaus attraktiven Mann, bringt sie in ungeahnte Schwierigkeiten. Schon bald muss sie sich entscheiden, will sie leben oder sterben? Jan...