Breathe - Atme wenn du kannst - Teil 41

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Kapitel 43 - Alex

»Wenn du ihn noch einmal schlägst, dann, werde ich so lange auf deinen Schädel einhämmern, bis nur noch Flüssigkeit austritt«, brüllte ich Six an. Er lachte nur. Wie gerne ich ihn in Brand gesteckt hätte. »Was ist Schönheit, willst du jetzt, dass ich dir mit ihm helfe oder willst du mich doch lieber um die Ecke bringen?«

Wohl eher letzteres, doch das musste warten. So wie es aussah hatten Tao und Shelby sich nämlich aus dem Staub gemacht und da Max, so nutzlos wie er gerade war, vermutlich mehr als eine Tonne wog, konnte ich ihn nicht alleine hier rausschaffen. Das hieße, ich brauchte seine Hilfe. »Wenn er stirbt, stirbst du auch!«

»Nett ...wirklich nett«, gab er zurück. Nachdem wir es geschafft hatten Max nach draußen zu bringen konnte ich es nicht glauben, dass Shelby und Tao doch noch hier waren. »Hey Dummdödel, hilf mir mal mit ihm.«, sagte Six 

Tao, den ich wirklich noch nie leiden konnte, begann sein Gesicht zu verziehen. »Soll er doch krepieren. Er hat mir die Nase gebrochen. Ich hab den Scheiß nur ihretwegen gemacht«, er zeigte auf Shelby.

Shelby, sie war die Letzte, mit der ich gerechnet hatte, dass sie Max helfen würde. Ich hatte eigentlich immer gedacht, dass sie mich hasste, doch dem war anscheinend nicht so. »Tao, hilf ihm los«, befahl sie jetzt und ich war ihr dankbar.

Max wurde immer schwerer und wenn sich so ein massiger Mann komplett hängen ließ, hatte ich keine Schnitte. Tao setzte sich widerwillig in Bewegung und kam an meine Seite, um mir das Gewicht von ihm abzunehmen. Wenn, Max wach wäre, würde er ihm noch einen Knochen brechen, da war ich mir sicher.

»Setz ihn ins Auto«, wies ich die beiden an. Ich suchte hastig nach irgendwas, womit ich die Blutung stoppen konnte. Shelby hielt die hintere Tür ihres Wagens auf. »Wir bringen euch ins Krankenhaus. Dann will ich mein Geld und dann will ich nie wieder was von dir oder ihm hören, ist das klar?«

Ich hatte dafür jetzt keine Zeit und ich wusste auch nicht, was genau Max mit ihnen ausgemacht hatte. Das Einzige, was ich wusste war, dass er so schnell wie möglich in ein Krankenhaus musste. Panisch zog ich mein Kleid hoch und riss mir davon ein großes Stück Stoff ab. »Ich weiß nicht, was Max euch versprochen hat. Wir müssen später darüber reden.«

»Nein, Alex, wir reden genau jetzt darüber.«

Shelby war meine Schwester väterlicherseits und sagen wir mal, dass wir ein sehr schwieriges Verhältnis, zueinander hatten. Während sie durch ihre Mutter reich und arrogant aufgewachsen war, war ich hingegen in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen. Ich hatte sie fertig gemacht, ich hatte ihr die Schuld für einfach alles gegeben. Und das allerschlimmste war, dass ich am Ende, bevor ich weggegangen war, um meine Karriere als Diebin voranzutreiben, mit ihrem damaligen Freund gefickt und ihre Mutter um zwanzigtausend Dollar erleichtert hatte. Also ja, sie hatte jeglichen Grund mir nicht zu vertrauen, doch es ging hier um Max und wenn man bedachte, dass Max meine einzige Familie war, die ich noch hatte, würde ich einfach alles tun, was sie verlangte. Ich würde für Max alles tun, einfach alles.

»Okay, wie viel hat er euch versprochen?« Ich drückte das Stück Stoff, das ich mir abgerissen hatte, auf seine Wunde, als ich mich ins Auto zu ihm setzte.

»Gib mir die verdammten Schlüssel, sonst brech ich dir gleich doppelt die Nase«, hörte ich Six sagen. Das durfte doch wohl nicht wahr sein. Shelby und Tao würden nicht eher losfahren, bevor sie das Geld hatten.

»Zwanzigtausend«, beinahe hätte ich gelacht. Max hätte ihnen niemals so viel gegeben, das wusste ich ganz genau. »Sie lügt«, hörte ich Six sagen, auf den eine Waffe gerichtet war, und zwar die von Tao.

»Das ist mir klar«, erklärte ich.

Wenn Max wach gewesen wäre, hätte er die Situation überblickt. Er hätte niemals über zuvor verhandelte Sachen neu verhandelt. Doch was sollte ich tun, ich konnte nicht mit ihnen verhandeln. Umso länger alles dauerte umso, höher lag die Wahrscheinlichkeit das Max starb. Den Krankenwagen rufen konnten wir nicht. Die Polizei würde sich fragen, warum in der Halle so viele Leichen lagen. Verfickt. Mir blieb nichts anderes übrig, als dem Preis zuzustimmen.

Atme, wenn du kannstWo Geschichten leben. Entdecke jetzt