Song zu diesem Kapitel
I'll make you love me-Kat Leon
Der Besuch bei meinen Eltern sollte beruhigend sein, normal, etwas Bodenständiges - doch stattdessen hat er alles nur verschärft. Die Blicke im Restaurant, dieses ständige Herausfordern ohne Berührung, ohne Worte, nur mit Nähe und Spannung. Und später bei mir zu Hause, in meinem Zimmer, als mein Herz so heftig geschlagen hat, dass ich Angst hatte, er könnte es hören und genau wissen, was es bedeutet.
Jetzt sitzen wir nebeneinander im Auto, und obwohl wir kaum sprechen, ist da nichts Ruhiges zwischen uns. Es fühlt sich aufgeladen an, elektrisch, als würde jeder Atemzug etwas weiter zuspitzen, was längst keinen Rückzug mehr kennt.
Ich beobachte seine Hände am Lenkrad, wie sie ruhig bleiben, sicher, kontrolliert. Hände, die nichts verraten, und gerade deshalb alles versprechen. Ich wende den Blick ab, doch er kehrt immer wieder zurück, als würde etwas in mir genau dort festhängen.
Als wir ankommen und er Hope hochhebt, trifft mich der Anblick unvorbereitet. Die Leichtigkeit, mit der er sie trägt. Die Kraft, die er dabei nicht zur Schau stellt. Drinnen legt er sie vorsichtig auf die Couch, deckt sie zu, streicht ihr über den Kopf - und genau diese Sanftheit bringt etwas in mir zum Kippen.
Mein Verstand meldet sich. Warnt mich. Sagt mir, dass Nähe mit ihm nie einfach ist, dass Leidenschaft bei ihm immer einen Preis hat. Doch mein Körper hört nicht zu.
Ich will ihn.
Nicht als Gedanken. Nicht als Möglichkeit.
Jetzt.
Als er sich umdreht, trifft mich sein Blick direkt. Wachsam. Fragend. Als würde er spüren, dass ich kurz davor bin, etwas loszulassen, das ich bisher festgehalten habe.
Ich gehe auf ihn zu und küsse ihn.
Nicht vorsichtig. Nicht zögernd.
Sondern mit all der Spannung, die sich seit Stunden, vielleicht seit Tagen angestaut hat.
Für einen winzigen Moment halte ich den Atem an, erwarte Widerstand. Doch er reagiert sofort. Seine Hände finden meine Taille, ziehen mich näher, und der Kuss wird intensiver, tiefer, explosiver. Alles, was wir zurückgehalten haben, bricht auf einmal hervor.
Mein Herz rast, meine Gedanken stolpern durcheinander. Das ist zu viel. Zu schnell. Zu gefährlich. Und doch fühlt es sich unvermeidlich an.
Als er mich hochhebt, überrascht mich das nur kurz. Meine Beine schließen sich um seine Hüfte, als wäre es selbstverständlich, als hätte mein Körper diese Entscheidung längst getroffen. Der Kuss reißt nicht ab, wird wilder, fordernder, atemlos, während wir uns nur lösen, um Luft zu holen, nur um uns sofort wieder zu finden.
Er trägt mich den Flur entlang, und ich spüre jede Bewegung, jede Spannung, jede kontrollierte Kraft. Meine Hände klammern sich an ihn, nicht aus Unsicherheit, sondern aus dem Bedürfnis heraus, ihn näher zu ziehen.
Im Schlafzimmer stößt er die Tür mit dem Fuß auf. Der Kuss verändert sich, wird langsamer, schwerer, brennender, als würde er versuchen, die Kontrolle nicht ganz zu verlieren - und genau das macht es noch intensiver.
Er legt mich auf das Bett, bestimmt, ohne Hast, und ist sofort über mir. Sein Blick hält mich fest, dunkel, fokussiert, voller Dinge, die er nicht sagt. Sein Atem streift meine Haut, lässt mir eine Gänsehaut über den Rücken laufen.
Sein Körper liegt schwer auf meinem, jeder Muskel angespannt, jede Bewegung kontrolliert, kraftvoll. Ich spüre, wie er sich gegen mich presst, die Hüften so nah, dass jede minimale Bewegung zwischen uns knistert. Mein Atem stockt, mein Herz rast, und gleichzeitig steigt ein Feuer in mir auf, ein Drang, das Gewicht, die Aggression und die Lust zwischen uns zu spüren.
DU LIEST GERADE
Aiming at Love
RomansaIliana wusste, dass Keanu gefährlich ist. Nicht wegen dem, was er sagt - sondern wegen dem, was er verschweigt. Keanu lebt nach Regeln, die niemand kennt. Er ist verschlossen, kontrolliert und tödlich präzise. Gefühle sind in seiner Welt Schwächen. ...
