Kapitel 12

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Am nächsten Morgen stand ich mit nur halb offenen Augen auf und schleppte mich nach unten die Küche. Ich hatte nicht gut geschlafen. Das hatte ich eigentlich nie, seit ich vor 3 Wochen abgehauen bin. Fast jede Nacht träumte ich davon, wie ich gefoltert und ermordet werde, aber immer auf eine andere schmerzhafte Weise.
John saß schon am Küchentisch, trank Kaffee und las Zeitung. Das war irgendwie so ein Morgenritual von ihm.
"Morgen", grummelte ich und goss mir noch den restlichen Kaffee aus der Maschine ein und trank einen großen Schluck.
"Guten Morgen. Baah, wie kannst du den schwarz trinken? Und dann auch noch so stark?"
Schon etwas wacher zuckte ich mit den Schultern. "Schmeckt doch."
Grinsend faltete er die Zeitung zusammen und legte sie neben seine Tasse.
"Was ich dich ganz vergessen hab zu fragen, was ist eigentlich mit Schule? Müsstest du nicht eigentlich noch jeden Tag zur Schule gehen?"
Seufzend stellte ich meine rote Blümchen Tasse auf den Tisch. "Ich habe letztes Jahr die Schule abgebrochen. Kristen und Adam wollten, dass ich arbeiten gehe, damit sie dann mein hart verdientes Geld einkassieren und verbrassen konnten. Ich war recht gut in der Schule und wollte irgendwann aufs College. Aber das kann ich ohne Abschluss wohl vergessen." Ich atmete heftig aus und trank den Rest Kaffee aus.
"Du könntest deinen Abschluss nachholen, wenn das alles hier vorbei ist. Deinen Traum vom College musst du noch nicht wegwerfen."
"Ja genau, wenn das hier vorbei ist. Das kann noch ewig so weiter gehen, dass sie nicht gefasst werden, oder sie finden mich und legen mich um. Was bringt mir also ein Traum, der niemals wahr werden wird."
Er verzog seinen Mund zu einem kleinem schiefen Grinsen. "Du bist viel zu pessimistisch." Ich erwiderte es. "Nein, ich bin bloß realistisch." Damit stand ich auf und stellte die Tasse in die Spüle.
"Es gibt zeugen Schutz Programme. Da könntest, im allergrößtem Notfall neu anfangen, neuer Name, vielleicht eine andere Frisur und ein komplett neues Leben. Bitte, gib deinen Wunsch nicht auf. Es gibt immer eine Alternative."
Lächelnd nickte ich. "Schon möglich." Vielleicht hatte er recht, aber ich wollte mich nicht mein ganzes Leben lang verstecken. Immer auf der Hut zu sein und aufpassen zu müssen, ist zu anstrengen und definitiv nicht das Leben, was ich leben wollte.

In dem Moment klingelte es an der Tür. "Das ist bestimmt Agent Palmer. Er wird, wenn Nathan oder ich nicht können mit seinem Partner auf dich aufpassen." John verschwand im Flur, nur um kurz darauf mit zwei recht attraktiven Kerlen um die Ende zwanzig wieder rein zu kommen. Beide trugen ein Schulterholster mit jeweils einer Waffe auf jeder Seite unter ihren Jacken. Das schüchterte schon etwas ein, war aber auch echt heiß. Ich meine, wer mag keine Männer mit großen Waffen?
"Kaici, das ist Agent Palmer." Er deutet auf den größeren der beiden Männer. Er hatte hellbraune kurze Haare. So eine typische Armee Frisur, die ihn noch einschüchternder aussehen ließ, als eh schon. Ein drei Tage Bart zierte sein Gesicht, was ihn etwas älter und männlicher wirken ließ. Er war ein attraktiver Mann, nicht so attraktiv wie Nathan, aber immer noch attraktiv. Woah, Moment. Wieso verglich ich ihn mit Nathaniel? Schnell verbannte ich den Gedanken an ihn und lächelte den Agent vor mir zu, was er freundlich erwiderte. "Hey."
"Und das", John deutete auf den anderen etwas kleineren, aber mit sehr vielen Muskeln bepackten Kerl, "ist Agent Hunter." Dieser nickte mir zu, verzog aber keine Miene. Warum so griesgrämig, mein Freund?

"Also", John klatschte in die Hände, "ich muss jetzt los. Mein Sohn kommt in drei, vier Stunden spätestens nachhause. Ich erwarte, dass ihr Jungs euren Job richtig macht. Wenn ihr scheiße baut, sorge ich dafür, dass ihr gefeuert werdet und die mehr einen Job als Gesetzeshüter kriegt. Aber vorher werde ich euch eigenhändig kastrieren und dann eure Weichteile an die Haie verfüttern. Verstanden?"
"Ja, Sir." Meine Güte, John blickte die beiden an, als würde er sie gleich umbringen. Dennoch blieben Palmer und Hunter Emotionslos und nickten brav.
"Bis später, Kaici. Und Treib die beiden nicht in den Wahnsinn."
"Ich Versuchs." Grinsend winkte ich ihm zu, bis er durch die Haustür verschwand.
"Tja.." Ich wippte auf meinen Fußballen vor und zurück und steckte meine Hände in meine Taschen. "Und, was machen wir jetzt?"
Verständnislos sah der kleine Muskelprotz mich an. "Wir sind nicht hier, um die zu bespaßen. Wir haben hier einen Job zu erledigen, also geh mit deinen Puppen spielen und lass uns diesen auch machen." Empört zog ich meine Augenbrauen hoch. War das sein ernst? Für wie alt hielt der mich eigentlich?
"Nee, tut mir leid. Mit denen hab ich schon vorhin gespielt. Ich brauche Abwechslung, da ich schnell gelangweilt bin. Da musst du mir schon was besseres, befriedigenderes vorschlagen. Ich hätte da auch schon eine Idee." Dazu spielte ich mit meinen Haaren und lächelte ihn süß an. Agent Palmer konnte sich inzwischen ein Grinsen nicht mehr verkneifen.
"Das... Du.. Das ist völlig unangebracht", stotterte die Griesgram nun herum. Lachend lief ich ins Wohnzimmer. "Du bist so leicht zu verarschen, Mini Arnold." Ich wollte gar nicht wissen, an was er so gedacht hat. Er war immerhin doppelt so alt wie ich und nein, einfach nein.

Ich setzte mich auf die Couch und schaltete den Fernseher ein. Gerade lief 90210 und da ich diese Serie liebte, blieb ich auf dem Sender und machte es mir bequem. Naomi war so schön, sie konnte aber auch echt ein Miststück sein. Ich meine einfach so anzunehmen, dass Annie mit Liam geschlafen hat und ihr dann das Leben zu Hölle zu machen, ist doch echt fies und bitchig. Dass Mädchen nie richtig miteinander reden können.. Wenn sie das tun würden, wäre doch alles viel einfacher und es würde weniger Missverständnisse geben. Einfach mal ehrlich sein, was ist denn so schwer daran?

"Wir werden uns ein bisschen mit dem Haus vertraut machen und Schwachstellen sichern. Bleib bitte von den Fenstern weg." Palmer lächelte mir zu.
"Ich kenn die Regeln. John ist da sehr präzise und gibt klar zu verstehen, was Sache ist." Lachend nickte er. "Ja, ich weiß. Mein Vater hat früher mit ihm zusammen gearbeitet. Er hat mich schon gewarnt. Aber im Grunde will er dich ja nur beschützen."
"Mag schon sein, und ich bin ihm auch echt dankbar, aber es kann schon ziemlich nerven."
"Versteh ich, würde es mich auch. Na ja, ich muss dann mal meine Arbeit machen, Hunter motzt sonst als rum, ich würde ja nichts machen und alles würde an ihm hängen bleiben." Er verschwand nach oben. Okay, dieser Mann war um einiges netter und sympathischer als sein Kollege.

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Ich wünsche euch einen tollen Tag! Na ja so toll er eben sein kann, wenn man in die Schule oder zur Arbeit muss. Ich habe jetzt mein Freiwilliges soziales Jahr angefangen und bin jeden Abend erst und halb sechs Zuhause. Ich bin Hunde müde...

Es tut mir leid, da ich erst so spät geupdatet habe, aber ich habe so wenig Zeit im Moment. Ich hoffe, ich schaffe es das nächste Mal rechtzeitig.

Ach und dann noch viiiiieeeeelen Dank für die ganzen Reads, Votes und comments. *-* <3

Laura xx

My Personal BodyguardWo Geschichten leben. Entdecke jetzt