Kapitel 21

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Zoey's Sicht

Seit 2 Stunden saßen wir jetzt in dem Café und unterhielten uns über unnützes Zeug.

"Okay, ich sollte jetzt gehen. Immerhin hat Jolie heute ein Date und als ihre beste Freundin sollte ich ihr wohl helfen, sich zurecht zu machen." sagte Claire und schaute dabei auf ihr Handy.

Falls ihr dachtet, wir beide seien beste Freunde, nein sind wir nicht, wir sind nur wirklich sehr, sehr gute Freunde. Ich hatte nie wirklich eine beste Freundin. Das liegt aber an mir, ich komme einfach besser mit Jungs klar. Mädchen sagen einem immer das, was man hören will. Jungs allerdings sagen einem, wie es wirklich ist. Und das schätze ich so. Deswegen ist Jonas auch mein bester Freund. Claire stand von ihrem Stuhl auf kam zu mir und drückte mich einmal. Dann ging sie zu Jonas gab ihm auch eine kurze Umarmung und verabschiedete sich von uns.

"Was machen wir beiden jetzt noch?", fragte ich Jonas.

"Ich muss noch was für meine Schwester zum Geburtstag besorgen."

"Na dann los.", sagte ich und wir beide standen auf und verließen das Café.

Vor dem Café angekommen viel mir mein Autoschlüssel runter. Ich hob ihn auf und was ich im nächsten Moment sah wollte ich eigentlich nicht sehen. In diesem Moment weiß ich nicht was gerade mit mir geschah. Dieses Gefühl. War es Enttäuschung? War ich verletzt?

Natürlich bist du das du Idiotin.

Zum ersten Mal seit langem, gab ich meiner inneren Stimme recht. Vor ein paar Tagen küsste er noch mich und jetzt steckte er seine Zunge in den Hals irgendeiner Schlampe. In der Öffentlichkeit. Ich denke das würde jeden verletzten. Vor allem wenn man in die Person 'verliebt' ist. Langsam dringen Jonas Worte wieder zu mir durch.

"Zoey?"

Ich guckte immer noch an die Stelle wo Aiden gerade dieses Mädchen geküsst hatte und sie nun gerade am Reden waren. Jonas folgte meinem Blick.

"Das glaub ich jetzt nicht.", sagte er wütend.

Er war gerade dabei, auf ihn zu zulaufen doch ich hielt ihn an seinem Arm zurück.

"Es bringt doch nichts. Er kann machen was er will. Immerhin bin ich nicht seine Freundin. Badboy bleibt eben Badboy.", sagte ich mit einem Lächeln auf meinen Lippen und schaute nun in Jonas Gesicht.

Ich konnte es verstehen, ich würde ihm auch am liebsten ins Gesicht schlagen, aber ich konnte nicht. Ich sollte nicht. Ich bin nicht seine Freundin. Ich drehte mich um, um in Richtung Innenstadt zu laufen, um mir dies nicht weiter ansehen zu müssen. Jonas lief mir hinterher und legte einen Arm um mich.

"Es verletzt dich sehr oder?", fragte er sanft.

"Enttäuscht trifft es besser."

Er zog mich in eine feste Umarmung und ich vergrub mein Kopf in seiner Brust.

"Erst sagt er, er mag mich, Du bist perfekt für mich und so einen Scheiß. Dann küsst er mich. Und am Ende ist es nur dafür da, um mir mein kleines elendes Herz zu brechen. Auf sowas habe ich echt keine Lust.", murmelte ich ehrlich.

Plötzlich schob Jonas sich von mir weg. Er schaute mich mit einem breit grinsenden Gesicht an.

"Ich habe eine Idee.", skeptisch schaute ich ihn an. Was hatte er vor?
"Wir werden sehen, ob du ihm wirklich etwas bedeutest. Du wirst ihn eifersüchtig machen. Ihm vorspielen, du hättest eine Beziehung."

Ich sah ihn verwirrt an. Meinte er das ernst?

"Mit wem soll ich bitte eine Beziehung vorspielen. Da würde sich doch niemand drauf einlassen. Außerdem geht das nicht ein bisschen weit?"

"Hallo, einer der heißesten Typen steht vor dir. Und nein das geht nicht zu weit.", sagte er und zeigte auf sich selbst. Ich schlug ihm leicht auf die Brust und spielerisch verletzt schaute er mich an.

"Und du würdest das machen?", fragte ich dann.

"Klar, um Aiden eins auszuwischen. Wieso nicht.", lächelte er mich an.

"Also sind wir ab jetzt ein 'Paar'."

"Wenn du es so nennen willst.", sagte er legte wieder einen Arm um mich und gemeinsam liefen wir durch die Stadt.

Ob das gut gehen würde? Ich fand es süß von Jonas, dass er mir half. Nur war ich mir bei dem ganzen nicht so sicher. Aber ich werde es trotzdem versuchen.

***

"Also wir sehen uns dann Morgen, Babe.", meinte Jonas neckend, als er mich zur Haustür gebracht hatte.

"Ja, wir sehen uns morgen. Wie soll ich die Nacht nur ohne dich überstehen. Ich lieb dich so, Schatz.", erwiderte ich spaßeshalber.

Ich schaute ihm noch kurz hinterher, als er unsere Auffahrt runter lief. Ich schloss die Haustür und ging sofort nach oben. Jonas war wirklich der Beste. Ich hüpfte schnell unter die Dusche und ließ für einen kurzen Moment meinen Gedanken keine Chance. Das warme Wasser prasselte auf mich herab und ich genoss die kurze Stille die in meinem Kopf herrschte. Kaum war ich aus der Dusche wieder raus, schossen wieder tausende von Gedanken in meinen Kopf. Schließlich lag ich ihm mein Bett und wälzte mich hin und her. An Schlaf war also gar nicht zu denken. Nachdem mir das ganze Gewälzte zu viel wurde, beschloss ich mich durch den Flur in das Zimmer meines Bruders zu schleichen. Jonas und ich sind erst relativ spät wieder nachhause gekommen. Wir waren noch lange spazieren und haben geredet. Es war schon fast 22 Uhr gewesen. Deshalb waren mein Vater und mein Bruder auch schon in ihren Zimmern. Leise klopfte ich an die Zimmertür meines Bruders.

"Kannst du auch nicht schlafen?", fragte er liebevoll und steckte seine Kopfhörer aus seinem Ohr.

"Nein"

"Komm her.", sagte er und klopfte neben sich aufs Bett. Ich legte mich zu ihm und zog die warme Decke über mich.

Einen Moment lang sagte keiner etwas und wir genossen die Stille. Logan lag auf seinem Rücken und starrte an die Decke. Ich lag auf der Seite und starrte die Wand mit den Bildern an.

"Mir fehlt Mum.", sagte Logan und brach damit die Stille.

Ich hörte Logan nicht oft von Mum reden.

"Mir auch.", erwiderte ich.

Besonders jetzt fehlte sie mir. Bei der ganzen Sache mit Aiden. Sie würde mir jetzt zuhören und mir einen Rat geben. Ich wünschte sie wäre hier. Wieder herrschte kurz Stille.

"Logan?", fragte ich

"Mhh."

"Was würdest du machen, wenn dir jemand sagt, dass er dich gerne hat und du ihn dann mit einer andern siehst?"

"Wer hat dich verletzt?", fragte er ruhig. Das war mein Bruder. Er wusste das etwas nicht stimmte.

"Was würdest du machen?", wiederholte ich.

"Ich weiß es nicht. Ich wäre verletzt. Ich wüsste nicht was ich tun sollte.", sagte er ehrlich. "War es Aiden?"

Ich schwieg. Das war Antwort genug für ihn.

"Oh... so ein Bastard ich habe ihm gesagt er soll dich nicht verletzten. Ich werde ihn töten.", sagte er mit Wut in seiner Stimme. Diese Wut die auch Jonas vorhin hatte.

"Lass gut sein, Logan. Ich bin nicht seine Freundin. Ich dachte man könnte ihn ändern, aber ich habe mich geirrt. Er bleibt ein Arsch. Ich wurde enttäuscht, aber ich bin selbst daran schuld."

"Du bist an gar nichts Schuld okay. Es gehören immer zwei dazu.", sagte er.

"Lass uns jetzt schlafen.", beruhigte ich ihn.

Er reichte mir einen seiner Kopfhörer und den anderen steckte er sich in sein Ohr. Die leise Musik ertönte in meinem Ohr. Ich spürte noch wie Logan mir einen sanften Kuss auf meine Schläfe drückte und schon waren meine Augen geschlossen.

Perfect IdiotWo Geschichten leben. Entdecke jetzt