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Luke

Ash hob mich auf seinen Rücken. Ich klammerte mich an ihn, damit er seine Hände frei hatte, um meine Gitarre zu nehmen.

Bei sich zu Hause öffnete er die Tür und brachte mich ins Wohnzimmer. Kurz darauf kam Harry herein.

>>Ashy!<< er begrüßte seinen großen Bruder mit einer Umarmung. 'Ashy' lächelte und legte seine Arme kurz um Harry.

>>Wo ist Lauren?<< fragte er dann.

>>Bei einer Freundin.<< antwortete der Kleine und setzte sich neben mich aufs Sofa.

>>Was hast du?<< Er sah mich mit großen Augen an.

>>Luke wurde weh getan, wir müssen ihm jetzt helfen.<< antwortete Ashton für mich und ging mit Harry kurz raus. Kurze Zeit später kamen sie mit einem feuchten Tuch, Pflastern und Salbe wieder. Harry hielt stolz ein Glas Wasser mit beiden Händen fest. Er stellte es auf den Tisch vor mir. Ash nahm das Tuch und legte es vorsichtig auf meine immer noch blutende Lippe. Ein stechender Schmerz durchfuhr diese, weshalb ich scharf Luft einzog.

>>Tut mir Leid.<< murmelte er, machte aber einfach weiter.

Dann tupfte er noch die blutenden Kratzer sauber, schmierte sie genau wie mein Auge und meinen Bauch mit einer Salbe ein und klebte auf manche ein Pflaster drauf.

>>Danke.<< nuschelte ich.

>>Ich hol dir noch eben eine Schmerztablette.<< meinte Ash und stand auf.

Ich legte mich zurück in die Kissen und schloss die Augen.

Plötzlich wurde etwas Kaltes auf mein Auge gelegt und ich quiekte auf. Ich riss meine Augen auf und sah einen kichernden Ashton.

>>Hier die Schmerztablette.<< Er gab mir die Tablette, ich setzte mich aufrecht hin, schluckte sie und trank einen großen Schluck Wasser. Es tat gut, zu fühlen, wie das kühle Nass meine Kehle herunterglitt.

>>Jetzt leg dich wieder hin.<< Ashton schubste mich leicht zurück, weswegen ich schmollte. Er grinste nur. >>Augen zu.<< Ich tat, was er wollte. Und dann legte er wieder Eis auf mein Auge.

>>Und jetzt ruh dich ein wenig aus.<< flüsterte Ashton und im nächsten Moment hörte ich, wie eine Tür geschlossen wurde.

Total erschöpft fiel ich den Schlaf.

Der Raum war dunkel. Ich wusste nicht, in welcher Farbe die Wände gestrichen waren, ich wusste noch nicht einmal, ob es überhaupt Wände gab. Ich drehte mich um. Nichts als Dunkelheit. Auf einmal fiel ein Lichtschein auf eine Person. Ich schaute mich um. Nirgends ist ein Loch, durch das das Licht fallen könnte. Die Person trug einen Umhang, der ebenfalls dunkel war, die Kapuze war weit ins Gesicht gezogen. Die Hände schauten aus den weiten Ärmeln heraus; sie waren zu Fäusten geballt.

Langsam kam er auf mich zu. Er sah angespannt aus, wütend, bedrohlich. Er wollte mich zusammenschlagen, schon wieder. Ich setzte erst langsam einen Fuß vor den anderen, dann immer schneller und dann rannte ich. Ich wusste nicht, wie weit ich gekommen war, schließlich war der Raum total dunkel und ich orientierungslos. Als ich über meine Schulter guckte, sah ich, dass die Person mir immer näher kam. Ich schaute zu Boden. Ich rannte, kam aber nicht von der Stelle. Plötzlich stieß er mich zu Boden, ich fiel. Er setzte sich auf mich, holte aus. Eine Locke fiel ihm ins Gesicht. Eine Nase war zu erkennen und es kam mir vor, als würden mich Augen anfunkeln. Die Faust schnellte auf mich zu. Kurz bevor sie mich traf, war sie nicht mehr zu einer Faust geballt, nein, die Person strich mir sanft über die Wange.



Ashton

Nach einer Stunde lief ich wieder leise ins Wohnzimmer. Harry hatte dort sein Lieblingsauto liegen gelassen und ließ mich nicht in Ruhe, weil er sonst ja nicht spielen konnte.

Wenn er gehen würde, wäre er viel zu laut, also musste ich es tun. Nachdem ich das Wohnzimmer betreten hatte, sah ich einmal kurz zu Luke. Er lag da zusammengerollt, murrte andauernd und zuckte manchmal. Er träumte. Ich lief weiter und suchte leise den Raum nach diesem blöden Spielzeugauto ab. Endlich fand ich es, es lag vor dem Fernsehschrank. Ich nahm es und sah noch einmal zu Luke. Er lag da mittlerweile ruhig. Mein Blick fiel auf den Tisch. Darauf lag sein Handy. Der Bildschirm war erleuchtet und es vibrierte. Ohne nachzudenken lief ich zu dem Tisch und nahm das Handy in die Hand. 'Mum' stand darauf. Schnell verließ ich das Wohnzimmer, um Luke nicht zu wecken und nahm den Anruf entgegen.

>>Lukey, wo bist du? Wir machen uns schon Sorgen! Ben, Jack und Dad suchen dich schon! Warum hast du nicht auf unsere Anrufe reagiert!<< Von der anderen Seite erklang eine leicht panische Stimme. War ja auch verständlich, schließlich musste Luke schon vor über einer Stunde wieder zu Hause sein.

>>Hallo Mrs Hemmings, ich bin's, Ashton. Luke ist bei mir.<< sagte ich nur.

>>Was hast du meinem Sohn angetan?!<< zischte sie.

>>Ma'am, Luke wurde wieder... zusammengeschlagen und ich hab ihn mit zu mir genommen, um ihn zu verarzten.<< murmelte ich.

>>Oh Gott.<< lange Zeit sagte sie dann nichts mehr.

Homo(phobic) ||LashtonWo Geschichten leben. Entdecke jetzt