Ashton
>>Und dann bist du da so reingerutscht?<< sie sah mich mitleidig an. Ich nickte und wich ihrem Blick aus. Charly ist wieder mit zu uns gekommen, Harry spielte gerade oben und Lauren war noch bei einer Freundin. Gerade hab ich Charly die Geschichte mit meinem Vater erzählt und dass Joey aus einer homophoben Familie kommt. Und so ist das alles nach und nach entstanden. Sie war die erste Person der ich das erzählte.
>>Danke.<< murmelte ich dann.
>>Wofür?<< sie sah mich lächelnd an. Gerade lagen wir auf dem Sofa, sie lag in meinem Arm und lächelte mich an.
>>Dass ich dir das erzählen konnte. Du wirst es ja nicht weiter erzählen, oder?<<
>>Nein, werde ich schon nicht, keine Angst.<< Sie lächelte und strich mir durchs Haar.
>>Hattest du eigentlich jemals ein schlechtes Gewissen?<< fragte sie mich dann leise.
Erst überlegte ich. Dann schüttelte ich den Kopf. >>Nur das letzte Mal.<<
Sie sah mich fragend an.
>>Es war das letzte Mal, dass ich jemanden zusammengeschlagen hab.<< murmelte ich.
>>Und wer war das?<< sie sah mich aus ihren blauen Augen an die mich so sehr an Luke erinnerten.
>>Luke.<< antwortete ich ohne nachzudenken.
>>Warum? Ich meine, warum hattest du bei ihm ein schlechtes Gewissen und bei den anderen nicht?<<
Ja, warum eigentlich?
>>Ich glaube, es war, weil ich die Folgen gesehen hab. Luke war einmal spontan hier und dann hab ich seine ganzen blauen Flecken gesehen und es tat schrecklich weh zu wissen, dass ich die meisten verursacht hatte. Als er dann nochmal zusammengeschlagen wurde, ging ich dazwischen und hab die anderen zurechtgewiesen. Danach hab ich ihn... verarztet?<<
Charly lächelte.
>>Die anderen, die wir verprügelt haben, hab ich nie wieder gesehen. Ich hab nie mitbekommen wie sie wirklich gelitten haben, wie die blauen Flecke grün und gelb wurden und wie sie tagelang Schmerzen hatten. In dem Moment, in den man zugeschlagen hat, hat man nichts gefühlt. Manche von uns haben einen Hass verspürt, ich nur den Drang, das Gewissen zu haben, dass mein Vater stolz auf mich sein konnte. Das war absurd, das ist absurd.<< Ich seufzte wieder. Charly schwieg, sie wartete, dass ich weiter redete.
>>Meine Geschwister wissen davon nichts, sollen sie auch nicht. Mum ist fast nie da. Wenn Lauren und Harry etwas haben, kommen sie zu mir, nicht zu Mum. Das ist doch komisch, oder?<< ich sah sie an.
>>Finde ich nicht. Ich hätte gerne einen großen Bruder wie dich gehabt. Meine Eltern waren oft auf Geschäftsreise. Sie haben eine eigene Firma und arbeiten seit ich denken kann, an einen internationalen Erfolg. Es hat aber noch nie geklappt, es wird auch nie klappen.<< sie seufzte.
>>Tut mir Leid.<< murmelte ich.
>>Das braucht es dir doch nicht. Ich lebe ja noch.<< kicherte sie und sah mich aus übermütig blitzenden Augen an. So ähnlich sahen Luke's Augen auch immer aus wenn er lächelte.
>>Hast du eigentlich Geschwister?<< fragte ich sie dann und spielte dabei mit ihrem Haar. Es war ziemlich weich und es sah schön aus, auch wenn sie von Natur aus nicht ganz so blond war. Sie hatte ein wenig nachgeholfen.
Sie schüttelte den Kopf.
Ich sah sie verwirrt an. >>Du warst so oft alleine und hattest nie jemanden, der bei dir war?<<
>>Doch klar hatte ich Leute die um mich herum waren. Meine Granny, mein Kindermädchen und meine Freundinnen. Manchmal haben mich auch meine Cousine und mein Cousin besucht. Dass ich alleine war, kann ich nicht sagen. Und wenn alles nicht half, hatte ich ja auch noch meine Kuscheltiere die mich trösteten.<< sie lachte.
Warum war sie mir noch nie aufgefallen? Sie war so nett und natürlich und einfach... wundervoll.
>>Ash?<< flüsterte sie dann.
>>Ja?<<
>>Tut mir Leid wenn ich das jetzt frage, aber warum hast du Luke verarztet?<< sie sah mich fragend an und dabei sah sie ziemlich niedlich aus.
>>Ich hab keine Ahnung.<< seufzte ich. >>Ich glaube, er tat mir Leid. Ich hätte nicht wirklich Fußball mit ihm gespielt wenn Lauren und Harry nicht darauf bestanden hätten. Vielleicht hab ich es wegen ihnen gemacht.<<
>>Du bist so anders als in der Schule.<< sie schaute mich fasziniert an. >>Ich dachte immer, du wärst so ein riesen Arsch wie Max oder Jamie - <<
>>Jamie ist kein Arsch, er ist ganz nett wenn man mal seine 'Macke' ignoriert.<< unterbrach ich sie und nahm meinen besten Freund in Schutz.
Sie kicherte weil ich sie mit großen Augen ansah. >>Gut, dann ist Jamie halt kein Arsch. Aber zurück zum Thema. Ich finde es irgendwie ... schön dass du mir so viel erzählst.<< sie lächelte leicht. Ich lächelte auch leicht.
>>Ich mag dich.<< murmelte sie dann. Wieder lächelte ich. >>Ich dich auch.<< dann rückte sie näher an mich, lehnte ihren Kopf an meine Brust und ich hauchte ihr einen Kuss auf die Stirn.
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Homo(phobic) ||Lashton
Fanfiction》Ich muss einfach mal anfangen, die Augen zu öffnen und dem Leben ins Gesicht zu sehen. Ich muss aus meiner Regenbogenwelt mit pinken Einhörnern rauskommen und endlich einsehen, dass die Welt voller Kriminellen, Machos, Psychopathen und voller Fake...
