Max POV
"Ich lasse nicht zu, dass sie stirbt. Dass ist dir doch wohl klar", flüsterte ich. "Ich lasse es nicht zu", brachte ich mit tränenerstickter Stimme heraus.
Madison musste wegen der Durchführung der Knochenmarkfunktion und den restlichen Tests diese Nacht im Krankenhaus bleiben. Ich hatte die Ärzte und Schwestern schon fast angefleht, bei ihr bleiben zu dürfen, doch sie baten mich nachhause zu gehen. Ich hatte sofort Luca angerufen, der dann aus seinem Meeting gestürmt ist.
"Wir schaffen das. Zusammen. Versprochen", er legte seinen Arm um mich und zog mich näher an ihn heran. Ich vergrub meinen Kopf in seiner Halsbeuge und kuschelte mich weiter in die Kissen. Meine Angst zu unserer Tochter war riesig. Ob wir irgendwas falsch gemacht haben? Vielleicht war die Ernährung nicht richtig gewesen? "Max, ich weiß dass du dir gerade Vorwürfe machst", murmelte Luca und er drückte mir einen Kuss auf die Stirn. "Hör damit auf. Das bringt nichts."
___"Papa, wieso ist die Maddie im Krankenhaus?", ich tätschelte Josu nur den Kopf und erklärte ihm dann, dass sie krank ist. "Aber ich war doch auch schon mal krank oder?", fragte er verwirrt. Es tat mir leid, dass keiner unserer beiden kleinen diese Situation auch nur irgendwie nachvollziehen könnten.
An der Rezeption fragte ich nach ihr, und die Dame schickte uns in das Büro des Arztes.
___"Keine Übereinstimmung von unserem Blut zu unseren Kindern?", fragte Luca den Arzt erneut. "Sie sind doch nur die Adoptiveltern. Es ist schwierig die gleiche Blutgruppe wie Madison sie hat, zu finden. Wir brauchen sie dringend für spenden. Bedauerlicher Weise steht die Chance eins zu zweihundert, diese für Madison zu finden", erklärte er. "Und was ist mit Josuas Blutgruppe?" fragte ich hoffnungsvoll. Er setzte sich seine Brille auf, und sah in seinen Unterlagen nach. "Nein, tut mir leid. Es kann jederzeit sein dass doch ein Spender in der Datei auftaucht, doch Madisons Situation ist zeitsensibel." Und auf einmal platzten alle Hoffnungen wie bei einer Seifenblase.
"Ich würde ihn gerne einen Vorschlag machen", sagte er. "Nicht jedes Geschwisterkind kommt als Spender in Frage, und adoptierte schon gar nicht. Aber einige schon." Er lächelte. Luca und ich sahen uns verwirrt an, und auch Josu, auf seinem Schoß war sichtlich überfordert.
Der Arzt zuckte mit den Schultern. "Vielleicht sollten Sie noch ein drittes Kind adoptieren." "Aber woher wissen Sie dass das neue Kind ein geeigneter Spender wäre?" fragte ich. "Das wäre kein Problem. Das könnten wir sicherstellen." "In einem Reagenzglas?", meinte Luca. "In diesem Falle; nein. Denn wer sollte das Kind austragen? Aber wir sehen in die Datei des dritten Kindes. Sie müssen eben bei dieser Wahl dann nur auf die Blutgruppe achten."
"Ein Spenderkind."
Luca und ich schauten uns an. Sollten wir es machen? "Das ist nicht für jeden etwas und rein rechtlich darf ich es Ihnen gar nicht empfehlen, aber es ist mein Job Ihnen die freistehenden Optionen weiterzuleiten."
"Gut, dann werden wir es tun", beschloss ich. Luca sah mich geschockt an. "Wir werden es versuchen", sagte ich erneut.
Die Entscheidung war gefallen. Wir würden ein weiteres Kind adoptieren, damit es dass Leben seiner Schwestern rettet.
___
Wir durften Maddie wieder mit nachhause nehmen. Beim Abendessen versuchten wir den kleinen genau zu erklären was nun mit Maddie los sei. Nur damit sie selber überhaupt versteht, was nun mit ihr passiert. Täglich brachten wir sie zu unzähligen Untersuchungen, immer wieder Blutabnahme doch nichts verbesserte sich. Es veränderte sich nichts. Es tauchte auch kein Spender auf. Also wussten wir was zutun war.
___"Das ist die kleine Zoey. Fast 3 Jahre alt und kerngesund. Wir würden sie Ihnen wärmstens empfehlen. Sie ist ein sehr ruhiges Baby und hat die Blutgruppe die sie suchen. Sie ist die einzige aus dem ganzen Heim mit dieser."
Madisons Blutgruppe war sehr besonders. Sie hatte eine der seltensten Arten von Leukämie, nämlich APL - Akute Promyelozytäre Leukämie. Zoey wurde bereits Untersucht und wir wurden darauf hingewiesen, dass sie keine Andeutungen auf unnormale Veränderungen in ihrem Blut hatte. Sie würde sich als Spender perfekt eignen.
Keine zwei Wochen lebte das kleine Wollknäuel bei uns. Zoey war wirklich ruhig und schlief viel. Doch sobald Maddie zurück ins Krankenhaus musste, musste auch Zoey mit. Als erstes musste sie Promyelozyten spenden (Blutspende). Dabei wurden ihr 10 bis 15 cm lange Nadeln in die Hüfte geführt. Davor weinte und schrie sie, und es tat mir weh unser schnell lieb gewonnenes Baby so sehr leiden zu sehen. Doch wie muss es Maddie ergehen, wenn die Leukämie erst richtig anfängt? Wenn die Chemo Therapie bald anfängt? Ich hatte große Angst davor und auch Luca hatte täglich Panik.
Wir lebten in einer riesigen Angst.
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mauz || cancer
FanfictionDies ist die Fortsetzung von "mauz || wir beide" Es wird empfohlen diesen zu erst zu lesen! ___ Max und Luca führen eigentlich ein ganz normales Familienleben. Perfekte Beziehung, wundervolle Kinder, traumhaftes Haus. Doch es gibt Risse in dieser...