Luca POV
"Papaaaa!"
Ein lautes Klopfen an der Tür. Müde rieb ich mir die Augen. "Hallo? Seid ihr wach?" hörte ich die Stimme unserer Kinder. Ich sah auf die Uhr. 9:28 Uhr! Hastig schlug ich die Decke zurück, um dann zu bemerken dass ich noch nackt war. Ich rüttelte an Max, der kurz danach ebenfalls die Augen aufschlug. "Könnt ihr mal aufwachen, wir haben Hunger!" Hastig standen wir auf. Schnell kramten wir in unserem Kleiderschrank nach Boxershorts und Jogginghosen. Ich blieb Oberkörperfrei, da ich sowieso duschen gehen wollte, doch Max zog sich noch einen Pulli an. Das hämmern an der Tür wurde lauter, und das Rütteln an der Türklinge nerviger. Gerade wollte Max aufmachen als ich seine Hand zurück zog und ihn küsste. Er grinste als wir uns lösten.
Dann machten wir die Tür auf. "Na endlich", murrte Josu. "Euch auch einen schönen guten Morgen", murmelte ich müde. "Wo ist Maddie?", fragte Max an Zoey und Josu. "Sie ist in ihrem Zimmer, Papa. Musst dir nicht immer sorgen um sie machen, ihr geht es gut!", keifte Josu, nahm Zoey an seine Hand und zog sie die Treppen runter. Perplex bleiben wir stehen. "Ich schau trotzdem mal nach ihr", er drückte mir ein Kuss auf die Wange und verschwand dann im Flur. Ich ging zu den anderen beiden in die Küche. Sie saßen schon auf den Barhockern und sahen sich von Josu's Handy Videos auf YouTube an. "Beim Essen Handy weg", sagte ich streng. Doch er ignorierte mich. "Josua, hast du mich nicht verstanden, oder was?" fragte ich genervt. "Sonst stört es dich doch auch nicht!" "Josua", ermahnte ich ihn. "Ich hab wirklich keine Lust mit dir zu diskutieren. Ich hab gesagt, leg dein Handy weg, und dann hast du dein Handy wegzulegen." Er verdrehte die Augen. "Und jetzt? Was willst du machen wenn ich es nicht weglege?" fragte er. "Josua hör auf mich zu provozieren, sonst ist das Basketballtraining in den Ferien für dich gestrichen", drohte ich ihm. Ich dachte eigentlich dass ich es jetzt geschafft hätte dass er aufhört zu provozieren, aber von wegen. "Wenn es nur das ist", er spielte weiter das Video ab. Ich griff nach dem Handy und steckte es in meine Hosentasche. "Papa", sagte er empört. "Zoey, was magst du essen?", fragte ich, als wäre nichts gewesen. Sie war überfordert mit der Situation, weswegen sie nichts sagte.
Max kam runter. "Gib mir mein Handy wieder zurück", sagte Josu. "Hör auf zu provozieren, vielleicht bekommst du es irgendwann diese Woche dann noch", mahnte ich ihn nun in einer lauteren Stimme. "Was ist denn los?", fragte Max. "Das solltest du genau wissen", motze er meinen Mann an. "Ich sag dir jetzt mal eins, wenn du dich nicht ganz schnell einkriegst, dann gibts richtig Stress, mein lieber", sagte Max in einer ruhigen aber festen Stimme.
"Ihr seid so scheisse, wisst ihr das eigentlich?" sagte Josu nach ein paar Minuten der Stille. "Sag mal, was ist dein Problem?" fragte ich. "Mein Problem seid ihr!" "Wie redest du eigentlich mit uns? Spinnst du eigentlich komplett?", schrie Max nun. "Ein Glück dass ich vor Maddie und vor ihrer Diagnose adoptiert wurde, hättet ihr sonst mit dem Gedanken gespielt mich auch zu irgendwelchen Spenden zu zwingen?", brüllte er. Es war still.
Wir hatten sogar nach der Diagnose überlegt Josu spenden zu lassen. Aber er hatte nun mal nicht die gleiche Blutgruppe.
"Hab ich es nicht gesagt?", provozierte er. "Wir haben schon die richtigen Entscheidungen getroffen, immer hin sind wir deine, nein, eure Eltern", erwiderte Max. "Ihr seid nicht meine Eltern. Ich hasse euch! Und ich will verdammt nochmal endlich meine leiblichen Eltern kennen lernen!", mit diesen Worten sprang er auf und rannte die Treppen hoch. Mir stiegen Tränen in die Augen. Er hasste uns. Unser eigener Sohn.
"Ich komm gleich wieder", meinte Max an mich gewandt und verschwand die Treppen nach oben. Zoey saß immer noch total verängstigt am Tisch. Ich hätte sie nun gerne in Arm genommen, sie getröstet. Doch eigentlich würde ich jetzt jemand brauchen. Ich stand noch immer wie in einer schockstarre da, bis ich bemerkte dass sie vom Stuhl runterkletterte und zu mir lief. "Papa-" doch ich unterbrach sie. "Engel, geh am besten hoch, ja?", ich drückte ihr einen Kuss auf den Haaransatz. Sie nickte widerwillig und ging die Treppen hoch. Im selben Moment kam Max wieder runter. "Keine Chance, er lässt mich nicht rein", seufzte er. Ich konnte es nicht mehr zurück lassen, ich schluchzte leise. "Schatz, hör auf zu weinen", Max kam zu mir und umarmte mich. "Er hasst uns", nuschelte ich. "Nein, ich denke er ist einfach nur sauer", versuchte Max mich zu beruhigen. Wenn es um unsere Kinder geht, werde ich extrem sensibel. Ich nickte.
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mauz || cancer
FanficDies ist die Fortsetzung von "mauz || wir beide" Es wird empfohlen diesen zu erst zu lesen! ___ Max und Luca führen eigentlich ein ganz normales Familienleben. Perfekte Beziehung, wundervolle Kinder, traumhaftes Haus. Doch es gibt Risse in dieser...