Maddie POV
Als ich aufwachte, tat mir erst mal alles weh. Kaum zu glauben dass ich sechs Wochen lang nicht ansprechbar war. Die ersten drei Tage danach wurde ich geschont. Hab erneut viel geschlafen, Suppe gegessen, meine Familie zu mir geholt und Fern gesehen. Am meisten freute ich mich wenn meine kleine Schwester kam. Sie ist ein unglaublich starkes kleines Mädchen und ich bin froh dass wir so eine enge Verbindung zueinander haben.
Die Tür ging auf. "Maddie!", Zoey kam reingerannt und sprang förmlich auf mich drauf. Ich entgegnete die Umarmung freudig und sie kuschelte sich neben mich unter meine Bettdecke. Nach und nach kamen dann auch meine Eltern und mein Bruder.
Heute war wieder einer dieser regnerischen Tage. Wir saßen zu dritt eingequetscht auf meinem Krankenbett, aßen die Nudelsuppe und schauten Barbie Filme. Josu hatte erst keine Lust auf sowas doch danach hat er klein beigegeben. "Maddie, die Chemo Therapie beginnt", meinte sie. Wir machten uns auf den Weg und folgten der Krankenschwester.
Wir gingen in einen großen Raum, er ähnelt einer Halle. Überall kleine abgesperrte Bereiche durch Vorhänge. Eigentlich wollte ich aus Anstand nicht so starren, doch einmal schaute ich rein und sah ein Mädchen mit ganz wenig Haaren, wie sie gerade anfing zu spucken. Schnell schaute ich weg. Hier stank es fürchterlich und ich bekam Angst. In einer der freien "Räume" setzte ich mich, nur Max und Luca durften bei mir bleiben. Josu und Zoey gingen in den Aufenthaltsraum zum Spielen. Wie gerne ich mitgegangen wäre.
"Also mach es dir auf der Liege bequem und ich komme sofort", sagte die Schwester und ging wieder. Ich bewegte mich keinen Zentimeter, ich blieb genauso sitzen, ließ die Beine runterbaumeln, stütze mich mit den Armen ab und zog die Schultern hoch. "Also, mal die Arme locker lassen", sagte sie und ich gehorchte. Sie machte mir wie immer Schläuche an den Handrücken die bis zu meinem Kopf unter die Nase reichten, zur Sicherheit dass ich Luft bekomme. "Gibt es Nebenwirkungen von der Chemo?", fragte aufeinmal Luca. "Wie sie draußen schon sehen konnten, ja. Erbrechen und das Haare verlieren." "Haare verlieren?", wiederholte ich unglaubwürdig. "Ja." Ich schüttelte panisch den Kopf. "Nein, ich will das nicht, ich will das nicht", weinte ich laut. Ich wollte doch unbedingt meine schönen langen, braunen Haare behalten! Sie sollen mir nicht ausfallen! "Beruhig dich, Maddie!" sagte Max. "Vier Wochen nach Ende der Chemo wachsen sie wieder, dann hast du in einem Jahr wieder so lange Haare", die Schwester tippte auf meine Schulter. Ich schniefte und ließ es über mich ergehen.
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"Wie weit bist du schon?", fragten Josu und Zoey die gekommen sind um mich zu besuchen. "Gerade angefangen", murrte ich. "Ich wette dass du es keine halbe Stunde aushältst ohne dass du kotzt", sagte Josu. "Josu", mahnte Luca. "Du hast schon gewonnen", ich griff wieder nach den Eimer und übergab mich erneut. Zoey sah etwas eingeschüchtert und ängstlich aus. Wie gerne ich sie doch in den Arm genommen hätte.
Ich hustete kurz und atmete dann tief ein. Schnell trank ich was und wischte mir den Mund ab. Erschöpft legte ich mich hin. Ich fuhr mir durch die Haare und- ich erschrak zu Tode. Ein ganzes Haarbüschel hielt ich in den Händen. "Wie sehe ich aus?", fragte ich geschockt. Max holte sein Handy und machte die Innenkamera an. Ganze Strähnen waren abgeflogen! Ich hatte schon ein paar Stellen an meinem Kopf, komplett ohne Haare! "Bitte geht weg, geht nachhause. Ich will nicht dass ihr mich mit Glatze seht!", sagte ich an meine Geschwister. Ich begann fürchterlich an zu weinen, was mir die Luft zum Atmen wegnahm und hinzu kam dass ich wieder spucken musste. Zoeys große Kulleraugen füllten sich ebenfalls mit Wasser. Doch dann gingen Josu und sie. Meine Eltern versuchten mich zu trösten und tätschelten mir meinen Kopf, meinen Rücken und meine Schulter, doch brachte mir wieder meine Haare? Nein! Ich sah auf die Liege. Überall meine Haare.. wie konnte ich die nur übersehen haben? Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu weinen.
Warum musste denn auch ich krank sein?
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mauz || cancer
Hayran KurguDies ist die Fortsetzung von "mauz || wir beide" Es wird empfohlen diesen zu erst zu lesen! ___ Max und Luca führen eigentlich ein ganz normales Familienleben. Perfekte Beziehung, wundervolle Kinder, traumhaftes Haus. Doch es gibt Risse in dieser...
