3 Jahre später
Max POV
"Und wann fallen ihr zum Beispiel die Haare aus?" fragte ich den Arzt. "Herr Reimann, Sie machen sich Gedanken um Sachen an die wir noch gar nicht denken sollten", sagte er. "Aber um Ihre Frage zu beantworten, erst wenn Maddie mit der Chemo beginnt." "Und wann wir das ungefähr sein?" erkundete sich Luca. "Nun ja, Maddie ist nun 8 Jahre alt und Zoey wird in ein paar Monaten 6. Zoey braucht erstmal eine Auszeit, wir können sie nicht direkt wieder Knochenmark spenden lassen. Dementsprechend möglichst bald. Wir hoffen dass wir in spätestens 3 Wochen mit der Chemotherapie beginnen können, denn Maddies Krebs breitet sich immer mehr aus."
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"Ich hab keine Lust mehr", maulte Maddie. "Madison Luna Reimann, wir fahren jetzt ins Krankenhaus", sagte ich etwas strenger. "Aber ich hab Kopfschmerzen", weinte sie. "Ich weiß Engel, Doktor Campbell wird dir helfen", ich strich ihr sanft über die Haare. Immer wenn ich Luca brauchte, war er nicht da. Ich zog Maddie einen Hoodie von Josu über den Kopf. Wir hatten mittlerweile Oktober und es war schon relativ kalt geworden. Maddie band sich ihre Haare zu einem Pferdeschwanz und zog ihre Schuhe an. Sie saß auf dem Barhocker und trank ihr Glas Wasser was ich ihr hingestellt hatte. Währenddessen suchte ich im Küchenschrank ihre Tabletten und gab ihr dann eine. "Schätzchen, es wird alles gut", ich drückte ihr einen Kuss auf den Haaransatz und strich ihre Tränen weg.
"Hey Papa", Josu kam die Treppe runter. "Maddie, was ist los?", sofort stürmte er zu seiner Schwester und legte einen Arm um sie. Mit seinen gerade mal 11 Jahren war er fürsorglich gegenüber seinen kleinen Schwestern und schon sehr selbstständig. Ich war ihm dankbar dass er kurz ein Auge auf sie hatte, während ich meine Schuhe anzog und den Autoschlüssel suchte. "Wir fahren ins Krankenhaus, willst du mit?" fragte ich ihn. Er nickte. "Ich hol schnell meine Englisch Aufgaben", er flitze die Treppen hoch und kam in Windeseile wieder zurück. Maddie hatte sich in der Zwischenzeit beruhigt und wir stiegen zu dritt ins Auto. Josu drückte seine kleine Schwester an sich und versuchte sie zu beruhigen doch ihre Migräne schien wieder zuzuschlagen. Das passierte oft. Doch Maddie ist ein Kämpfer geworden. Sie würde es schaffen.
Wir brachten Maddie direkt auf ihr Zimmer, doch ihr zog ihr noch Jogginghose an, damit sie es im Bett bequemer hatte. "Guten Tag Herr Reimann und hallo kleiner Mann", er lächelte Josu an der jedoch besorgt zu seiner Schwester schaute. "Ich hole mal andere Tabletten, vielleicht sollte ich Ihnen nun stärkere verschreiben", meinte er. Er holte andere und nachdem Maddie sie geschluckt hatte, wurde sie müde und schlief ein. "Wie lange halten die Tabletten? Schläft sie immer davon ein?" "Nein, eigentlich nicht. Sie scheint nur sehr erschöpft zu sein. Vielleicht sollte sie heute Nacht wieder hier bleiben. Aber wenn sie mal unterwegs sind; die Tablette hält für 4 und nicht so wie die alten nur für 2 an. Ich glaube das ist besser für Maddie."
Ich spürte wie Josu an meinem Ärmel zog. "Kann ich mal Zoey besuchen?", fragte er. "Sie wird wahrscheinlich gerade im Aufenthaltsraum mit den anderen Kindern spielen", wir ließen Maddie schlafen und folgten dann Doktor Campbell zu Zoey. Und Tatsächlich. Mit einem Verband um die Hüfte und um den Arm saß sie auf dem Teppichboden und spielte mit den anderen Kindern. Als sie mich stand sie auf und umarmte mich. Sie lief mit Krücken, weil sie mit der Hüfte ja nicht richtig laufen kann. "Wie geht's dir?", fragte ich sie und wir machten uns auf den Weg zu ihrem Zimmer. Zoey war nun 6 Tage hier da es bei der Operation einige Komplikationen gab. "Mein Arm tut weh aber sonst geht es mir gut", erzählte sie und lächelte mich an. "Das ist schön, mein Schatz", ich drückte ihr einen Kuss auf den Scheitel. Josu stütze seine kleine Schwester beim laufen und brachte sie mit seinen Witzen zum Lachen.
Als wir in Zoeys Krankenzimmer ankamen, legte sie sich aufs Bett und Josu begann mit seinen Englisch Aufgaben. Währenddessen beschäftigte ich mich mit meiner Tochter und sie erzählte mir dass sie ganze 3 Tage durch geschlafen hat. Das haben zumindest die Krankenschwestern zu ihr gesagt. "Papa?" "Ja?" "Bekommt Maddie eigentlich jetzt mein Blut?", fragte sie. "Ja. Du weißt ja dass deine große Schwester sehr krank ist und sie hat das große Glück dass es dich gibt", ich strich ihr sanft über die Wange. "Also helfe ich ihr damit?", sie lächelte süß. "Ja genau. Und das machst du ganz toll. Ich bin sehr stolz auf dich." Und das sagte ich nicht nur so, denn ich meinte das ernst. Welches 5 Jährige Kind lässt sich denn freiwillig alle paar Wochen aufschneiden und was aus sich raus nehmen, nur um das Leben eines anderen Menschen zu retten?
Zoeys blonde Locken, die bisschen länger als die Schulterhöhe waren, hatte sie von einer Krankenschwester zu zwei Zöpfen gebunden bekommen. "Findest du die auch so schön?", fragte sie und spielte mit ihren strahlend hellblauen Augen kichernd mit ihren Zöpfen. Sie war einfach viel zu süß für die Welt und erinnerte mich so sehr an Maddie.
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mauz || cancer
FanfictionDies ist die Fortsetzung von "mauz || wir beide" Es wird empfohlen diesen zu erst zu lesen! ___ Max und Luca führen eigentlich ein ganz normales Familienleben. Perfekte Beziehung, wundervolle Kinder, traumhaftes Haus. Doch es gibt Risse in dieser...
