Luca POV
"Ich bin dagegen, Max! Wie oft denn noch?", wiederholte ich mich gereizt. "Josu, willst du vielleicht schon hoch gehen?" fragte Max ihn. Er nickte nur, schob den Stuhl zurück und verschwand in seinem Zimmer. Eigentlich wollte ich in Ruhe zu Abend essen doch dann kam Max damit an, dass Zoey heute wieder spenden muss. "Ich rufe gleich im Krankenhaus an!" drohte ich ihm. "Luca, jetzt mach mal halblang! Ich habe zugestimmt damit Maddie schneller in die Chemo kann. Dann wird sie gesund! Verstehst du es eigentlich nicht?" fragte er mich. "Es geht nicht nur um Maddie! Denk doch auch einmal an Zoey. Wenn sie ständig aufgeschlitzt wird, Organe, Stammzellen oder Knochenmark spenden muss wird sie doch auch krank davon?!" "Warum sollte sie krank werden? Natürlich hat jede Operation ihre Risiken und Nachwirkungen, aber Zoey geht es sonst gut. Das weißt du." Ich schüttelte den Kopf. "Ich werde sie jetzt abholen", entschlossen stand ich auf und zog sich eine Jacke an. "Bleib da!", rief er. "Max, vielleicht solltest du anfangen jedes unserer Kinder gleich zu behandeln und nicht eins zu bevorzugen", mit diesen Worten verließ ich unser Haus und stieg ins Auto.
___"Die Operation ist schon vorbei. Sie kommen zu spät. Ich dachte Ihr Mann hätte Ihnen Bescheid gesagt", sagte mir Dr Campbell. "Okay.. wann kann ich Zoey abholen und wann werden die Stammzellen bei Maddie eingesetzt?", fragte ich. "Wenn sich Zoey fit fühlt vielleicht auch schon gleich. Seit einer halben Stunde liegt sie schon auf dem Zimmer und schaut Fern. Und zu der anderen Frage, morgen früh." Ich nickte. "Ich würde Zoey gerne heute Abend mit nachhause nehmen. Dürfte ich dann noch bei Maddie vorbeisehen?" "Natürlich."
___"Hallo, Zoey", begrüßte ich sie. "Papa, ich bin müde. Gehen wir nachhause?" Ich bejahte und nahm sie an der Hand. Wir durften nicht zu Maddie ins Zimmer, aber wir durften durch das kleine Fenster an der Tür reingucken und sahen wie sie seelenruhig schlief. "Papa?" ich sah zu Zoey. "Ja?" "Wird Maddie wieder gesund? Ich will nämlich nicht mehr ins Krankenhaus." Ich ging in die Hocke um mit ihr auf Augenhöhe zu sein. Wie sollte ich ihr das nur erklären? Sie tat mir leid. Maddie tat mir leid. Josu Tag mir leid. Mir tat es leid, nie für meine Kinder da sein zu können. "Ja, mein Engel. Es wird alles wieder gut."
"Du bist sauer. Bist du sauer auf mich?" fragte Zoey. Ich sah sie durch den Rückspiegel an doch ich erkannte fast nichts, da es schon 23 Uhr war und schon stockdunkel draußen. "Nein, ich bin einfach nur sauer." Ich starrte auf die Straße. Das mit Max hatte mir zugesetzt. Jahre lang gab es keinen Streit. Unsere Beziehung erschien perfekt. Trotz der Sache mit unserer krebskranken Tochter.
"Ist was mit Maddie?" Genau genommen; ja. Alles bei uns drehte sich um Maddie. Zurecht. Doch ich wollte ihr nicht sagen, dass Sie er Grund für den Streit war. Der Grund, weshalb ich sauer war. "Und mit Josu?" fragte sie weiter, ohne auf eine Antwort zu warten. Ich schüttelte den Kopf. "Hast du Streit mit Papa?" Ich parkte vor unserem Haus. "Schatz, es ist schon spät. Du musst ins Bett. "Ist es wegen mir?" Sie schaute mich mit ihren Kulleraugen an. Eins muss man Zoey lassen, für Ihre 5 Jahre war sie unfassbar klug.
Als wir ins Wohnzimmer kamen, sah ich Max auf dem Sofa Fern schauen. Der ließ es sich ja auch gut gehen. "Zoey ist zuhause." Er schaute mich an. Wenn Blicke töten könnten, dann wäre ich eindeutig nicht mehr existent. "Keine Sorge, ich habe sie nicht von der Operation abgehalten", fauchte ich ihn an. "Komm, Schatz", ich ging mit meiner kleinsten in ihr Zimmer und zog ihr ihren Pyjama an. Danach half ich Ihr Zähne putzen und brachte sie ins Bett.
Gerade hatte ich ihre Zimmertür hinter mir geschlossen, stand Josu vor mir. "Hey, wieso schläfst du noch nicht?" "Ich kann nicht schlafen. Hab ich irgendwas falsch gemacht?" fragte er mich. "Nein, wie kommst du darauf?" ich ging mit ihm in sein Zimmer. "Naja, ihr habt euch gestritten. Ich weiß dass war wegen Maddie und Zoey aber ich hab das Gefühl ich helfe zu wenig." Ich strich ihm über den Kopf. "Mach du dir mal keine Sorgen, ja? So wie du dich immer um deine Schwestern kümmerst ist das klasse. Du tust genug."
Und das brachte mich zum Nachdenken. Hatte vielleicht eher ich zu wenig geholfen? War ich so sehr mit der Arbeit beschäftigt? Vielleicht hätte ich es stoppen können. Vielleicht würde Zoey jetzt nicht so sehr leiden. Ich weiß es nicht. Ich glaube ich sollte mir morgen frei nehmen.
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mauz || cancer
Hayran KurguDies ist die Fortsetzung von "mauz || wir beide" Es wird empfohlen diesen zu erst zu lesen! ___ Max und Luca führen eigentlich ein ganz normales Familienleben. Perfekte Beziehung, wundervolle Kinder, traumhaftes Haus. Doch es gibt Risse in dieser...