kapitel 31 • secrets

581 47 9
                                        

Das Kapitel ist für den 4. & den 5. Dezember.

Zoey POV

Ich lag in meinem Bett. Eine Tasse Kakao, wie sie mir Dad früher immer zum Frühstück an den Tisch gebracht hat. Ich war erschöpft und müde. "Schatz, erzähl' was ist denn los?", Luca setzte sich an die Bettkante und strich mir behutsam über den Kopf. "Es gibt etwas, worüber ich dringend mit euch reden möchte", erklärte ich vorsichtig. "Das Problem ist, ich glaube dass ich es Papa noch nicht sagen kann. Er würde ausrasten und ich will ja nicht dass er sich unnötig Sorgen macht", murmelte ich. "Du weißt aber dass du mir alles, wirklich alles sagen kannst? Egal was ist?" Ich nickte. Luca war wirklich ein Traumvater und ich liebte ihn sehr. Gerade wollte ich ansetzten, als Luca's Handy klingelte. "Reimann", meldete er sich. Konzentriert hörte er zu und starrte an die Wand. "Klar, Moment", er hielt mir das Telefon hin. "Der Anwalt", flüsterte er. "Hallo", begrüßte ich beängstigt. Was wollte er? Und wieso rief er so spontan an? "Hallo Zoey, ich wollte dir nur Bescheid sagen dass der Gerichtstermin nächste Woche am Donnerstag Morgen um 8 Uhr im Landgericht stattfindet", teilte er mir mit. "Ja, okay. Vielen Dank", nuschelte ich und legte schnell auf. Ich durfte es nicht zu der Verhandlung kommen lassen! Ich musste die Anzeige zurück ziehen.

Ich gab Luca sein Handy zurück. "Also, was ich sagen wollte", fing ich wieder an. Ich atmete tief ein und aus.

"Ich habe euch angelogen", sagte ich so leise ich konnte. "Was hast du?", fragte er, als hätte er es akustisch nicht verstanden.

Wie sollte ich es ihm erklären? Maddie will seit einem Jahr sterben, ich habe die Anzeige nur erstattet weil sie es sich so gewünscht hat und ich eigentlich kein Problem damit habe, zu spenden?

Das klingt so idiotisch.

Aber leider ist es wahr.

Maddie leidet so sehr, seit ihrem 5. Lebensjahr. Und ich weiß wie schlimm es ist, tagelang im Krankenhaus zu sitzen und nicht zu wissen ob es jemals besser wird. Der Gewichtsverlust ist enorm, die Glatze, der Ernährungsplan, all die blauen Flecken und Blutergüsse und die schweren Bewegungen, weil einem alles wehtut nagt am Selbstbewusstsein und an der Psyche. Die Schmerzen der Chemo, das ständige Erbrechen wobei die Medikamente ja eigentlich helfen sollten, ließ alles schlimmer werden bei Maddie. Sie will, und sie kann es nicht mehr.

Darum bat sie mich, Anzeige gegen Luca und Max zu erstatten mit der Begründung dass ich ein Recht auf meinen eigenen Körper hätte. Natürlich war ich nie begeistert davon, immer spenden zu müssen. Ich weiß, dass dies anfangs der einzige nutzen meiner Adoption war. Aber ich fühle mich hier wohl, ich liebe meine Familie. Und ich weiß dass Max und Luca einfach nur um Maddie's Überleben kämpften. Und ich fühlte mich mit jeder Spende besser.

Wenn ich die Verhandlung gewinne, dürften mich Dad und Papa nicht mehr zum Spenden zwingen, und durch Maddie's fehlende Spender könnte ihr niemand die Niere geben. Dann würde sie endlich sterben.

Das ist ihr Wunsch.

Und ich will ihr ihren Wunsch erfüllen, ganz gleich egal welcher es ist. Aber ich werde kämpfen, dass Sie überlebt. Ich bin mir sicher dass irgendwo da draußen noch ein anderer Spender auf sie wartet.

Durch Luca's verwirrten Blick kam ich zurück in die Realität. Weg von meinen Gedanken, weg von dem Flashback. "Also?", fragte er.

"Ach, egal."

Und ich bereute es, Luca es nicht erzählt zu haben.
___

Oho, was sagt ihr dazu? :D

Tut mir leid, dass ich gestern nichts geupdated hatte. Musste ins Krankenhaus & war halt uncool. Aber alles gut. :3 Hoffe euch hat das Kapitel gefallen.

mauz || cancerGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt