Luca POV
Zwei Wochen sind seit der letzten Chemo vergangen und in fünf Tagen war Weihnachten. Die Kinder zählten schon den Countdown. Maddie war außerdem seit diesem zwei Wochen endlich wieder zuhause und hatte bis zu dem Zeitpunkt wo sie noch kein Kopftuch oder eine Mütze hatte ihre Geschwister kein einziges Mal gesehen. Höchstens telefoniert. Sie schämte sich für ihre Glatze. Also schenkten wir ihr ein rosanes Kopftuch. Obwohl, eigentlich kam das von Zoey und Josu, die es am Weihnachtsmarkt zusammen gekauft haben. Sie freute sich total, band es sich um und ging dann endlich wieder mit nachhause.
Maddie ging es im Bezug auf ihrer Krankheit so viel besser, doch die ganze Situation nagte an ihrer Psyche. "Schatz, irgendwann musst du rauskommen", sie hatte ihren Kopf unter dem Kissen und ihren ganzen Körper unter der Decke versteckt. "Nein", schrie sie mich an. "Es schneit aber draußen", ich strich ihr sanft über den Arm. Sie setzte sich auf und sah mich an. "Ich will aber nicht raus", sie fing an zu weinen. "Warum denn?" "Ich bin ein Freak, seh' mich doch mal an!" "Maddie, du bist kein Freak. Du bist wunderschön", versicherte ich ihr. "Nein ich bin hässlich, ich bin hässlich, ich bin hässlich und ich bin hässlich, sag mir nicht immer dass ich wunderschön wäre, schau dir doch meinen Kopf an! Die Leute starren mich immer so an, ich bin ein Freak!" ratterte sie herunter und brach wieder in Tränen aus. "Ich finde nicht dass du ein Freak bist", hörte ich Stimme von meiner kleinsten Tochter. "Ich finde das auch nicht", stimmte nun auch Josu ihr zu. "Und wir finden das auch nicht so", sagte mein Mann. Bevor ihr fragt: Ja, wir sind immer noch zerstritten, und nein, ich werde nicht als erster auf ihn zukommen. Die Teenager Zeiten sind vorbei.
"Schatz, bald ist doch Weihnachten. Lass uns doch heute einen schönen Tag auf der Eislaufbahn verbringen", schlug Max vor. Sie schüttelte den Kopf. "Ich will einfach nur zuhause bleiben." Ich stand auf. "Na gut. Zwingen können wir sie nicht", meinte ich. "Dürfen wir auf dem Laptop ein Film gucken?", fragte Josu.
___Und so kam es dazu dass die drei auf dem Bett von Maddie saßen und einen Film guckten. Wir haben den Kindern verboten ins Wohnzimmer zu gehen, da wir jetzt die Geschenke einpackten und noch einiges vorbereiten mussten, denn morgen würde die Familie zu Besuch kommen. Anfangs war es ziemlich still, man hörte nur das rascheln von Geschenkpapier und Geschenkband. Wir waren beide immer noch sauer aufeinander, also gab es nichts zu sagen. Das hatten die Kinder von Anfang an bemerkt und immer wieder fragten sie uns, doch irgendwann gaben sie auf und gaben sich damit zufrieden.
"Max?" Ich schaute zu ihm. "So kann es nicht weiter gehen." Er sagte nichts daraufhin. "Hey, eines unserer Kinder ist schwerkrank. Wir müssen dass zusammen machen und nicht jeder für sich so alleine. Außerdem ist in fünf Tagen Weihnachten. Und um ehrlich zu sein, wissen wir nicht wie lange Maddie noch hat. Wollen wir de Zeit mit Streit verbringen?" fragte ich. Max sah mich nicht einmal an. Er machte einfach weiter, doch ich starrte ihn an. Lange hielt er nicht durch, ich kenne ihn zu gut. Plötzlich hörte er auf und eine Träne lief seine Wange runter. Ich stand sofort auf, lief um den Tisch herum und ging zu meinem Mann. Ich umarmte ihn fest und er erwiderte. "Es tut mir leid. Es tut mir einfach nur leid", murmelte er. "Ist schon gut. Mir tut es auch leid. Wir müssen da jetzt zusammen durch."
___

DU LIEST GERADE
mauz || cancer
Fiksi PenggemarDies ist die Fortsetzung von "mauz || wir beide" Es wird empfohlen diesen zu erst zu lesen! ___ Max und Luca führen eigentlich ein ganz normales Familienleben. Perfekte Beziehung, wundervolle Kinder, traumhaftes Haus. Doch es gibt Risse in dieser...