Luca POV
Mein Vater sah mich komisch an. Eine Mischung aus geschockt und verwundert. Sofort kam meine Mutter aus der Küche ins Wohnzimmer. "Mama, was macht er hier?" fragte ich stumpf. Ich hatte ihn ungelogen mindestens 11 Jahre nicht mehr gesehen. Er wusste weder dass ich verheiratet bin, noch dass ich Kinder habe. "Ähh..", stammelte sie. "Überraschung", sie lächelte mich unsicher an. Doch ich schaute sie todessauer an. "Man, ist das dein Ernst? Er ist der letzte den ich jetzt noch sehen will! Er hat Max geschlagen. Und dich. Und mich", sagte ich erschüttert. "Ich saß jahrelang im Knast, Luca. Ich hab mich verändert", er legte seine Hand auf meine Schulter. Sofort riss ich mich von ihm weg. "13 Jahre sind eine lange Zeit, da kann man sich verändern. Und ich habe es getan. Glaub mir, Luca." Ich musterte ihn. Vom optischen war er nicht viel anders, nur älter geworden.
Es herrschte eine unangenehme Stille. "Ich äh.. hol mal die Getränke.. Du magst bestimmt eine heiße Schokolade, oder?", fragte meine Mutter an Zoey gewandt. Sie nickte, und meine Mutter ließ uns alleine. "Du.. bist so erwachsen geworden. Ich hab dich zuletzt mit 23 im Kopf", er lachte nervös. Kommt halt davon, wenn man ein scheiss Vater ist, dachte ich mir, sagte aber nichts. "Ist das deine Tochter?" fragte er und deutete mit seinem Blick auf Zoey. Ich stellte mich ein Stück weiter vor sie, so dass sie ein bisschen hinter mir versteckt war. Ich nickte. "Ich tu' ihr nichts, Luca. Wie heißt sie denn?", er lächelte sie an. Ich weiß nicht warum, aber ich konnte ihn einfach nicht einschätzen. Ob er es gerade wirklich ernst meinte oder ob er uns wieder nur verarschte. "Sie.. ähm.. Zoey", antwortete ich. "Du bist verheiratet", stellte er fest, als er auf meinen Ehering starrte. Wieder nickte ich bloß, doch fügte noch ein "mit Max", hinzu. "Weiß ich. Hat mir deine Mutter bereits erzählt.. und ich weiß auch dass ihr noch zwei weitere Kinder habt." Wow, Respekt an meine Mutter. "Genug mich ausgefragt. Was machst du hier und seit wann wohnst du hier?", ich presste meine Lippen zusammen. Das tat ich immer, wenn ich sauer wurde. "Erst wieder seit ein paar Tagen. Ich wurde entlassen. Ähm.. und ich habe als erstes deine Mutter angerufen", erzählte er. "Papa", hörte ich nun meine kleine. "Ja?" "Dein Handy klingelt", sie deutete auf meine Hosentasche. Ich kramte es raus und ging ran. "Hallo?", meldete ich mich. "Hey, Papa, ich bin's Josu." Er sagte dass er mit Max bei Maddie im Krankenhaus sei, und sie sich wünscht dass wir vorbei kommen. Ich hatte zwar keine Lust auf Max und die bevorstehende Diskussion, aber Maddie würde ich schon gerne sehen. Nachdem wir aufgelegt hatten, ging ich in die Hocke um mit Zoey auf Augenhöhe zu sein.
"Was hälst du davon, wenn wir beide uns Krankenhaus fahren?", fragte ich sie. Sofort grinste sie und klatschte freudig in ihre Hände. Ich spürte den verwirrten Blick von meinem Vater auf mir. Gerade kam meine Mutter ins Zimmer. "Wir fahren ins Krankenhaus", verkündete ich. "Kann ich meine Tasche so lang da lassen? Ich komm dann später wieder", erklärte ich. Meine Mutter sah mich verdutzt an. "Wir trinken das heute Abend, versprochen!" "Wieso fahrt ihr ins Krankenhaus?", fragte mein Vater. "Wir wollen Maddie besuchen!", beantwortete Zoey. Er war verwirrt. "Lass es dir von meiner Mutter erzählen, sie sagt dir doch auch sonst alles über mich und mein Leben. Tschau!", mit diesen Worten verließen wir wieder das Haus. "War das gerade echt dein Papa?", fragte Zoey als ich sie anschnallte. "Ja, kaum zu glauben", schnaubte ich. "Was der sich einbildet wieder hier her zukommen", murrte ich, als ich losfuhr. "Ist das jetzt mein Opa?", sie schaute aus dem Fenster. Ich zuckte mit den Schultern. "Ja." "Magst du ihn nicht?" Zoey sah mich mit großen Augen an. "Ich fand ihn nett", sie lächelte. "Ist er aber nicht", murrte ich. Danach herrschte Stille.
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"Schön dass du da bist Zoey, kommst du direkt mit?", Dr Campbell lächelte uns an. "Wohin soll sie mitgehen?", fragte ich verwirrt. "Kontrolle", beantwortete er meine Frage. "Davon weiß ich gar nichts. Wer hat da zugestimmt?" "Ihr Mann. Er und Ihr Sohn sind gerade in Madisons Zimmer", erklärte er. "Wenn es nur die Kontrolle ist", meinte ich und ließ Zoey mit ihm mitgehen. Gefasst auf eine neue Diskussion betrat ich das Krankenzimmer. Doch in diesem befand sich kein Max, nur meine beiden älteren Kinder. "Was machst du denn hier?", Maddie starrte mich an. "Dich besuchen?", ich schaute sie fragend an. Maddie war gereizt, genervt, müde und total fertig. Ich kann es ihr irgendwie nicht übel nehmen. Ist halt so, wenn man krank ist. Sie ist immer schwierig wenn sie diese Phase hat. Außerdem bekam sie immer diese schweren und starken blauen Augenringe und ihr Kopf nahm ebenfalls lila Flecken an.
Sein Kind so leiden zu sehen, tut unglaublich weh.
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mauz || cancer
FanfictionDies ist die Fortsetzung von "mauz || wir beide" Es wird empfohlen diesen zu erst zu lesen! ___ Max und Luca führen eigentlich ein ganz normales Familienleben. Perfekte Beziehung, wundervolle Kinder, traumhaftes Haus. Doch es gibt Risse in dieser...
