kapitel 27 • girlfriend

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Luca POV

Ein paar Tage war Ruhe eingekehrt. Max hatte sich mit Zoey zusammen gesetzt und sie hatten versucht über alles miteinander zu reden. Das hatte vor allem Josu & mich Nerven gekostet, weil wir beide immer davon abhalten mussten, sich gegenseitig die Köpfe abzureißen. Maddie machte mal wieder eine Chemo und deswegen wollten wir sie eigentlich besuchen kommen. Doch es klingelte unerwartet an der Türe. "Bekommst du Besuch?" fragte Max an Zoey gewandt, die am Küchentresen saß und Hausaufgaben machte. "Nein, ich habe nachher Training", murmelte sie vertieft in ihren Deutsch Aufsatz. Mac war gerade dabei das Geschirr aus der Spülmaschine in die Schränke einzuräumen, als ich mic erhob und zur Tür lief. Auf einmal kam Josu die Treppen runter gestürmt. "Ich mache auf", rief er und schubste mich zur Seite. "Schon gut", lachte ich. Unschlüssig stand Josu nun vor der Tür. "Willst du vielleicht", mit einer hektischen Kopfbewegung deutete er in Richtung Küche. "Oh, verstehe", ich wollte mich gerade umdrehen und grinsend zu Max rennen, als er mich festhielt. "Sehe ich gut aus?" fragte er schüchtern. "Super, wie immer", ich klopfte ihn auf die Schulter. "Wie lange willst du deinen Besuch noch vor der Türe warten lassen?" fragte ich schmunzelnd und ging dann in die Küche. Ich schloss hinter mir die Türe und grinste Max und Zoey an. "Was?", fragten sie gleichzeitig. "Ich glaube Josu hat eine Freundin", ich klatschte freudig in meine Hände.

"Lass uns bitte die peinlichen Eltern spielen und in sein Zimmer platzen", schmollte Max. "Am besten noch mit Kuchen und Tee", fügte Zoey noch hinzu. "Schreib dein Aufsatz", ich setzte eine strenge Miene auf. Sie lachte. "Ach komm schon, wenn sie wirklich seine Freundin ist möchte ich sie immer hin kennen lernen!", erklärte Max und lehnte sich an der Küchenzeile an. "Geht dass dann nicht zu weit?" fragte ich ernsthaft. Die beiden schienen zu überlegen. "Nö."

Ich lachte. "Ihr seid unmöglich."

Manchmal ist das Familienleben eben auch unbeschwert schön.
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"Na hallo, my Lady", begrüßte ich unsere Tochter, die gerade am Tropf hing. "Hi", seufzte sie und hob schwach ihre Hand. "Wie geht's dir?", fragte ich sanft und setzte mich neben sie. "Meine gerade schulterlangen Haare sind wieder weg", murmelte sie und zeigte auf den Mülleimer in der Ecke. "Schatz", ich strich ihr vorsichtig über die Schulter. "Deine Haare wachsen doch so schnell", versuchte ich sie aufzumuntern. "Na und? Es ist trotzdem unglaublich nervig mit einer Glatze oder einer hässlichen Mütze rumlaufen zu müssen", sie verschränkte wütend die Arme vor der Brust. "Ich verstehe dich doch-" "Nein, tust du nicht. Ich bin dieses 'ich kann dich doch verstehen' oder 'ich weiß wie du dich fühlst'-Gelaber langsam nicht mehr ertragen. Verpisst euch doch alle mit eurem Mitleid."

Ich seufzte. Normalerweise hätte ich jetzt weiter diskutiert, aber nach Chemo Therapien war sie reizbar, schwach und aufgewühlt. Das wollte ich ihr jetzt nicht antun. Ich wusste, trotz allen Behandlungen, ihr Zustand verschlechterte sich jede Sekunde. Lange würde sie nicht mehr haben.

Ruh dich aus", murmelte ich und verließ danach stumm den Raum.
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"Und sie hat gesagt du sollst dich verpissen?" fragte Luisa. "Ja, ach keine Ahnung. Ist egal, ich will nicht drüber sprechen", ich starrte auf den Boden. "Na gut. Dann erzähl mir was anderes", sie starrte mich an. Ich überlegte, bis mir das mit Josu einfiel. bei den Gedanken musste ich sofort wieder grinsen. "Was?" sie schmunzelte. "Wir denken dass Josu eine Freundin hat", erzählte ich. "WAS? ERZÄHL MIR ALLES", fordere sie mich auf. Also berichtete ich von dem Besuch, vor dem Josu so aufgeregt war. Ich sprach auch von der Idee mit den peinlichen Eltern. Aber irgendwie tat uns das Leid, deswegen hatten wir es doch gelassen. "Ich würde mich so unnormal freuen, dass glaubst du mir nicht", schwärmte sie. "Mach mal halblang. Klar ist immer hin noch nichts, aber irgendwie beschäftigt es mich, dass er nicht mit uns spricht", sagte ich. "Warum sollte er? Er hat ein schwules Paar als Eltern, wie soll er zu euch kommen und erklären dass er in ein Mädchen verliebt ist? Ihr könnt ihm ja wohl kaum helfen", sie lachte leicht. "Außerdem ist es wahrscheinlich seine erste liebe. Lasst sie ihm doch als kleines Geheimnis", sie zwinkerte. Sie hatte Recht. Wir sollten lieber warten, bis er auf uns zukommt, anstatt ihn direkt auszuquetschen. "Jetzt erzähl du mal von deinem Bein. Wie lief die Operation?" wechselte ich schnell das Thema. "Ich glaube ganz gut. Fakt ist, ich muss noch 3 Wochen warten, bis ich wieder tanzen darf. Wird blöd für die Nussknacker Proben. Aber ich warte einfach ab", sie klang zuversichtlich. Ich wusste, innerlich zerbrach sie daran. "Außerdem haben die Ärzte meine Blutgruppe raus bekommen. Ich hab die seltenste die es in Deutschland gibt! AB! Ob du's mir glaubst oder nicht, aber irgendwie fühle ich mich jetzt special", lachte sie. "Die gleiche Blutgruppe wie Zoey und Maddie", murmelte ich. "Echt jetzt?", fragte sie. "Nein, Zoey spendet nicht", sagte ich panisch. Sie erschrak. "Das will ich doch gar nicht", beruhigte sie mich.

Und was wäre, wenn ich Zoey vor dem Spenden retten könnte?
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Bin so unzufrieden omg hahah. Aber ich wollte was updaten. ♡

Geht's euch gut? Meine Füße Bluten (danke @spitzenschuhe 🙂) & ich schreibe morgen Deutsch. Wünscht mir Glück haha. Danach hab ich aber Ferien und bin mit meiner besten Freundin in Köln! :3

Sonst alles gut? Wie fandet ihr das Kapitel? Was denkt ihr passiert mit Josu oder Lulu?

Denkt ihr Maddie wird sterben?

mauz || cancerWo Geschichten leben. Entdecke jetzt