III. Enttäuschung

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April| Meine Vorfreude ist mittlerweile nach zweieinhalb Stunden mit Dan total verflogen. Irgendwie ist es ziemlich verklemmt und still zwischen uns. Eigentlich gehen wir beide total locker miteinander um, wovon man grade überhaupt nichts mehr merkt. Der bisherige Abend ist überhaupt nicht so verlaufen wie ich es mir vorgestellt habe. Ich habe gedacht wir hätten Spaß und würden uns näher kommen, aber davon sind wir ziemlich weit entfernt.

Mittlerweile haben wir gegessen und meine Verabredung hat unser Essen samt Nachtisch bezahlt, weswegen wir schon wieder im Auto sitzen. "So...", gibt Dan von sich und sieht mich an. Ich bringe ein schwaches lächeln zu stande. "Wollen wir vielleicht noch an den Strand und ein Eis essen gehen oder so?", schlägt er vor und hört sich selber überhaupt nicht begeistert an. Ich schüttle den Kopf, noch etwas runter bekomme ich jetzt sicherlich nicht mehr. "Wir hatten grade dieses mächtige Stück Schokokuchen, ich glaube kaum das ich noch irgendwas süßes runter bekomme.", antworte ich ihm. "Okay. Ich wahrscheinlich auch nicht. Ähm..... Soll ich dich dann wieder nach Hause bringen?" Ich versuche mir die Enttäuschung nicht anmerken zu lassen und nicke, schaue dann aber direkt aus dem Fenster. Ich habe mir soviel von diesen Abend versprochen und es ist noch nicht mal ein bisschen davon wahr geworden. Schweigend fahren wir durch die Dunkelheit. Vielleicht sind wir beide für ein gemeinsames Date einfach nicht gemacht.

"Oh scheiße.", höre ich Dan nach einer Weile fluchen und schaue in seine Richtung. "Was ist denn los?", will ich von ihm wissen und drehe mich in seine Richtung. "Die Motorleuchte blinkt, ich muss kurz am Straßenrand halten.", erklärt er mir und fährt an die Seite. Er schnallt sich ab, betätigt den Hebel für die Motorhaube und verlässt mit einem Türenknall das Auto. Er scheint ja vor guter Laune nur so zu trotzen.

Ich beobachte ihn dabei wie er fluchend die Haube öffnet und schnalle mich ebenfalls ab. Ich warte ein paar Minuten und steige ebenfalls aus. "Kann ich dir irgendwie helfen?", will ich wissen. Er schaut zu mir auf. "Nein. Der scheiß Motor ist nun ganz Fratze. Ich ruf Henry an, dass er uns abholt. Setzt dich bitte solange wieder ins Auto und Nerv nicht.", meckert er mich an. Ich zucke kurz zusammen, gebe ein leises Okay von mit und steige wieder ins Auto so wie er es mir gesagt hat. Schlimmer kann der Abend einfach nicht mehr werden.

Ich höre ihn draußen telefonieren und lehne mein Kopf an der Scheibe an und schließe die Augen. Plötzlich höre ich wie er die Fahrertür öffnet und wieder einsteigt. "Henry holt eben den Abschlepper von seinem Onkel und holt uns dann ab, allerdings kann es gut eine halbe Stunde dauern, aber er hat versprochen sich zu beeilen.", erzählt er mir. "Okay.", erwidere ich leise ohne die Augen zu öffnen. "April, es tut mir Leid. Ich hätte dich grade nicht so an meckern sollen.", entschuldigt er sich. Ich öffne die Augen und schaue ihn an. "Okay.", gebe ich wieder von mir, als er mich reuhevoll anschaut. Er schweigt einen Augenblick und entgegnet dann ebenfalls ein leises Okay.

Eine unangenehme Stille entsteht im Auto und wird erst durchbrochen, als Henry uns mit dem roten Abschlepper entgegen kommt. Dans Mitbewohner steigt grinsend aus und öffnet die Fahrertür. "Na ihr zwei. Ich hoffe ich komme nicht zu einem unpassenden Augenblick.", bemerkt er und wackelt mit den Augenbrauen. "Spar dir deine Blöden Kommentare.", giftet mein Sitznachbar ihn an und steigt nun aus. Die beiden entfernen sich ein Stück vom Auto und ich höre sie etwas lauter diskutieren, verstehe allerdings kaum ein Wort. Es dauert einen Augenblick, bevor Henry in meine Richtung kommt, die Tür öffnet und mich ansieht. "Man, man Dan hat ja wirklich super gute Laune.", kommentiert er, woraufhin ich einfach nur mit den Schultern zucke. Etwas überrascht schaut er mich an. "Oh Wow, der Abend scheint ja wirklich ein voller Erfolg gewesen zu sein und ich bin nun auch noch der Idiot der dich bitten muss aus dem Auto zu steigen. Ich kann euch beide nur vorne mitnehmen.", erklärt er mir nun. Ich seufze, nicke, hebe meine Handtasche auf bevor ich aus dem Auto steige und mich etwas abseits hinstelle. Ich schaue den beiden dabei zu wie sie mit gekonnten Handgriffen dafür sorgen, dass Daniels Auto auf den Abschlepper kommt. Henry arbeitet schon eine gefühlte Ewigkeit bei seinem Onkel in der Werkstatt und auch Daniel hilft dort aus um sein Studium und seine Wohnung zu finanzieren, weswegen es für beide kein Neuland mehr ist.

Take our second Chance Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt