‹36. SSW›
April|| Mit einer großen Schüssel selbstgemachten Reiscräcker und Sour Cream liege ich auf meiner Couch und versuche mich auf die Serie dessen Namen ich schon wieder vergessen habe zu konzentrieren.
Heute morgen war ich noch einmal bei meiner Frauenärztin, die mir nach dem ganzen Stress und mein dadurch viel zu hohen Puls am Samstag Ruhe verordnet. Alles gar nicht so einfach.
Zum einen würde ich am liebsten nach Denver fahren und meinem Zwillingsbruder mal gehörig den Kopf zurecht rücken, denn er lässt einfach nichts wirklich von sich hören. Wenn ich ihn mal erreiche würgt er mich ruck zuck ab. Wir haben immer über alles geredet und nun macht er komplett dicht. Das auch ich darunter leide, daran hegt er absolut keine Gedanken. Er hat ja noch nicht mal ein Ohr dafür, dass ich am Samstag im Krankenhaus war. Vielleicht ist es auch ganz gut so, denn da bleibt mir wenigstens erspart, dass er Noah bescheid sagt, der mir ebenfalls aus dem Weg geht, und dieser hier aufschlägt und mich noch verrückter macht, als ich eh schon bin. Meine Frauenärztin hat mir einfach nur Ruhe, viel trinken und wenig Aufregung verschrieben - es wäre nichts neues, dass bei Schwangeren in den letzten Wochen der Blutdruck, vor allem bei Aufregung, ein wenig hin und her schwankt.
Aber nicht nur meine Brüder und die Sache von Samstag lassen mich nicht los, sondern ist da auch noch Daniel. Wir waren bei seinem Großvater an einem Punkt, wo man sich schwer vorstellen konnte, dass wir getrennt sind. Die Vertrautheit und der lockere Umgang tat wirklich gut und irgendwie suche ich noch immer den Punkt, an dem das alles auf einmal wie weggeblasen war. Es war wie verhext und dann war die Fahrt wieder zurück nach Hause auch alles andere als locker. Wir haben kaum ein Wort miteinander gesprochen und verabschiedet haben wir uns mit den Worten 'wir hören voneinander'. Natürlich. Im Klartext heißt es doch sicherlich, dass wir uns immer nur dann sehen wenn es sich grade nicht anders einrichten lässt - wenn Noah oder irgendwer anders mal wieder seine Finger im Spiel hat. Soviel zum Thema Daniel will wieder Teil meines Lebens sein. Das glaubt er ja wohl selber nicht.
Ich weiß auch gar nicht, was ich erwartet habe. Das er ein wenig mehr Interesse an die Schwangerschaft und die bevorstehende Geburt hat? Das sein Interesse mir gegenüber vielleicht doch noch etwas mehr ist als ich mir selber eingestehe zu wünsche? Eins steht für mich sicherlich fest: Es tat einfach gut ihn am Samstag in meiner Nähe zu haben - ganz besonders nachdem ich das Krankenhaus wieder verlassen durfte. Mittlerweile kann ich noch nicht mal mehr abstreiten, dass es mich kalt lässt, wenn er in meiner Nähe ist.
Als es an der Tür schellt, habe ich einen Moment die Hoffnung, dass es vielleicht Dan ist. Ich hieve mich irgendwie hoch, stelle die Schüssel auf den Tisch und stehe auf, nur um mich im nächsten Augenblick von den Krümmeln zu befreien. Ich schaue einmal kurz in den Spiegel im Flur, ignoriere allerdings, dass ich eine Vogelscheuche gleiche. Als ich die Tür öffne verpufft meine Hoffnung, als ich Maggi vor mir sehe. „Wow so wie du aussiehst, scheinst du dich total zu freuen mich zu sehen.“, bemerkt sie und zieht mich in eine Umarmung. „Nimm es mir nicht übel. Ich würde mich heute über absolut keinen Besuch freuen.“, gebe ich entschuldigend von mir, auch wenn ich nicht wirklich weiß, ob es die ganze Wahrheit ist. Ein wenig hätte ich mich schon über Daniel gefreut....
„Du siehst blass aus und tierisch genervt - dabei bin ich noch nicht mal sechzig Sekunden hier.“, stellt sie fest und tritt in die Wohnung als ich ihr Platz mache. „Du bist auch absolut nicht dran schuld. Ehrlich.“ Skeptisch schaut sie mich an. „Wenn nicht ich, wer dann.“ Seufzend lasse ich mich auf die Couch fallen. „Meine Brüder und so.“, antworte ich ihr und Beobachte sie dabei wie sie sich ein wenig umsieht. Sie runzelt die Stirn. „Okay, mich interessiert grade eher und so? Steckt Daniel dahinter?“ Ich kaue auf die innenseite meiner Wange herum und zucke mit den Schultern. Ihre Stirn legt sich noch weiter in krausen. „Also ehrlich Apes, diese Antwort bringt mir so absolut gar nichts. Also eher ja oder eher nein?“ „Eher die Situation zwischen uns.“ Sie setzt sich neben mich und nimmt die Schale mit den Kräcker vom Tisch. „Klingt nach einer Geschichte die mich interessieren könnte.“, gibt sie von sich. Ich schüttel den Kopf. „Nein, ich denke nicht. Ich müsste viel zu weit ausholen. Wieso bist du hier?“, weiche ich aus, auch wenn zumindest den größten Teil der ganzen Sache schon kennt, denn während unseren kurz Trip, zusammen mit Leoni und Perle hat sie mich ausgequetscht wie eine Zitrone. Sie steckt sich ein paar Kräcker in den Mund. „April, was zwischen euch passiert ist, weiß ich bereits. Irgendwas muss in den letzten Tagen passiert sein. Ich habe nämlich mit Perle telefoniert und sie meinte du würdest ihr ausweichen.“
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Take our second Chance
Romance«Eine zweite Chance bringt nur dann etwas, wenn du verstanden hast, warum es beim ersten mal nicht funktioniert hat.» ▪April&Dan▪
