April|| Gähnend wache ich auf, strecke mich und runzle anschließend die Stirn. Hier ist es ziemlich ruhig. Ein Seiten Blick auf die Digitaluhr zeigt mir, dass wir schon kurz nach halb Zwölf am Vormittag haben. Kurz bin ich ein wenig verwirrt und beunruhigt, weil ich July heute morgen um halb acht das letzte Mal gestillt habe und sie normalerweise zweieinhalb Stunden später eine Neue Windel braucht, allerdings mache ich mir im nächsten Moment schon keine Gedanken mehr darüber, da ich mir ziemlich sicher bin, dass Daniel sich mit der Kleinen mal wieder heraus geschlichen hat.
Seit dreieinhalb Wochen, um genau zu sein seit unserem Gespräch im Badezimmer, wohnt er quasi bei July und mir, fährt nur alle paar Tage mal zu sich holt ein paar Sachen und taucht wieder hier auf und ich genieße es ungemein ihn fast ständig um uns zu haben.
Als er Urlaub hatte, waren wir für ein paar Tage bei Eddie und dann bei Granny Fox, die ebenfalls etwas weiter nördlich direkt an der Küste wohnt. Sie war ganz entzückt von ihrer Urenkelin und hat prompt meine Mutter angerufen, als ich erwähnte, dass sie im Moment nicht so leicht ist und ständig an mir rum nörgelt hat. Sie ihr mal gehörig die Meinung gesagt hat, dass unsere Ohren bei ihrer Wortwahl geschlackert haben. Seit dem, tauchen sie und mein Dad nicht mehr täglich hier auf und vor allem meine Mutter verkneift sich den einen oder anderen bissigen Kommentar.
Seit Montag geht Dan, leider, wieder arbeiten. Die zwei Wochen in denen er frei hatte, sind viel zu schnell vergangen, aber auch die letzten fünf Tage, war unsere gemeinsame Zeit alles andere als zu kurz. July wacht eh immer zwischen halb sechs und halb acht auf und möchte gestillt werden, weswegen wir die letzten fünf Tage immer beide aufgestanden sind. Während ich unsere Tochter gestillt habe, hat sich Dan im Badezimmer fertig gemacht und hat mir danach die kleine abgenommen, damit auch ich mir, in Ruhe, die Zähne putzen und duschen konnte. Danach haben wir die Kleine noch mal hingelegt
und gemeinsam gefrühstückt, bevor er zur Arbeit aufgebrochen ist.
Ich strecke mich noch einmal, bevor ich meine Beine aus den Bett schwinge und aufstehe. Grade als ich die Tür öffnen will, wird sie von Dan geöffnet, der July in ihrem Tragetuch vor seinem Bauch herum trägt. „Hey, wir wollten dich grade wecken.", gibt er von sich und drückt mir einen Kuss auf die Lippen. „Weibliche Intuition.", gebe ich von mir streiche July's Haare nach hinten und drücke ihr ein kleinen Kuss auf die Stirn. „Die kleine Madame hier bekommt langsam wieder Hunger und hat mich quasi dazu gezwungen nun ihre Mama zu suchen und nicht mehr ein wenig auf zu räumen.", erzählt er mir, während unsere Tochter nach meinen Locken greift.
Es ist faszinierend wie sie sich in den letzten Wochen schon entwickelt hat. Man kann ihr fast beim wachsen zusehen. Mittlerweile greift sie nach allem was in ihren kleinen Händchen passt und hat gestern als Noah zur Tür herein kam das erste mal gelächelt. Sie fängt an die Welt zu entdecken und dreht bei jedem Geräusch ihren Kopf, auch wenn es vielleicht noch nicht ganz so passt. „Ihr hättet mich schon viel früher wecken können." Dan zuckt mit den Schultern. „Ich habe beschlossen, dass wir dich am Wochenende einfach ausschlafen lassen. In der Woche stehst du immer schon so früh auf, hast den ganzen Tag mit der Kleinen zu tun und da gönnen wir dir es wenigstens am Wochenende.", erklärt er mir. „Du stehst auch die ganze Woche über früh auf und kannst dann am Wochenende nicht ausschlafen. Meinst du nicht das ist etwas gemein? Grade weil die Kleine eigentlich total pflegeleicht ist?", will ich von ihm wissen. Wieder zuckt er mit den Schultern. „Beschwer dich einfach nicht und genieße es."
Ich nicke. „Lässt du mich denn schnell duschen und auf Klo gehen, bevor ich die Kleine nehme?", frage ich ihn. „Klar.", antwortet er mir und drückt mir ein kurzen Kuss auf die Lippen. „Wir decken währenddessen den Tisch und machen dir ein Kakao, einverstanden?", schlägt er vor. Seufzend nicke ich, auch wenn ich viel lieber ein Kaffee hätte, allerdings ist Daniel genau der Meinung wie meine Brüder: das ich auf den Kaffee Konsum solange ich die Kleine noch regelmäßig Stille lieber verzichten soll.
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Take our second Chance
Storie d'amore«Eine zweite Chance bringt nur dann etwas, wenn du verstanden hast, warum es beim ersten mal nicht funktioniert hat.» ▪April&Dan▪
