‹35. SSW›
April|| Etwas skeptisch betrachte ich mich im Spiegel. Irgendwie lässt mich das Kleid ziemlich.....Fett wirken. Natürlich ich bin Schwanger und eigentlich war es mir in den letzten Wochen auch egal ob ich Fett aussehe oder eben nicht - ich will heute bloß irgendwelche Spitzeln von Elli oder sonst wem vermeiden. Ich habe soviel Lust auf diese komische Party zu gehen wie auf Rosenkohl; den ich absolut nicht mag.
Viel lieber wäre ich noch ein paar Tage mit Perle und Ruby, Maggi und Leoni in Solana Beach geblieben. Es waren einfach vier total entspannte Tage in denen ich die anderen beiden Mädels super schnell ins Herz geschlossen habe. Sowohl Maggi als auch Leoni haben mich mit offenen Armen empfangen und mich behandelt, als wären wir alte Freunde. Zwar habe ich mich ein wenig wie das sechste Rad am Wagen gefühlt, als vorgestern Nash, Leoni Freund und auch Bruder kamen, aber auch die drei haben mich behandelt, als würden wir uns schon ewig kennen.
Ich beschließe das rosé Farbende Kleid auszuziehen und stattdessen ein leckeres Cremfarbendes Shirt und dazu eine kurze Latzhose anzuziehen - auch wenn ich mir ziemlich sicher bin, dass nicht nur meine Schwester zu dem Outfit etwas zu meckern hat.
Ich schaue auf die Uhr und stelle fest, dass ich mal wieder viel zu spät bin. Am liebsten würde ich meine Mutter anrufen und ihr vor Lügen, dass es mir nicht so gut geht und ich deshalb heute einfach daheim bleibe, was ich allerdings meinem Bruder und Chris nicht antun kann, die eigentlich vor haben unseren Eltern im Beisein von Noah zu erzählen, dass sie ein Paar sind. Das Elli ebenfalls anwesen sein wird bereitet mir zunehmend Bauchschmerzen. Das sie ein Biest sein kann, hat sie ja bereits bewiesen und ich glaube kaum, dass sie heute ihre Gift ebenfalls versprühen wird, auch wenn Noah dabei ist.
Fertig angezogen schnappe ich mir mein Cardigan und meine Tasche, bevor ich meine Wohnung verlasse und mich mit meinem Fahrrad, welches mir Perles Mann gestern gebracht hat, auf dem Weg zu meinen Eltern.
Völlig aus der Puste und fix und alle komme ich am Haus meiner Eltern an. Vielleicht sollte ich die nächsten drei bis vier Wochen oder vielleicht auch eher fünf Wochen, denn die Hebamme meinte gestern, dass das Baby anscheinend noch keine Anstalt macht sich abwärts zu bewegen und Senkwehen sind bei mir auch noch nicht aufgetaucht, dass fahren mit dem Rad sein lassen.
Ich schließe atemlos die Tür auf und begegne prompt meiner Schwester. „Also die Schwester meiner Mitbewohner ist in der Achtundreißigsten Woche Schwanger und ist noch lange nicht so außer Atem wie du jetzt, wenn sie Morgens vom Joggen kommt.“, bemerkt sie. Ungläubig schaue ich sie an. Natürlich. „Nun schau nicht so, es stimmt wirklich. Anders als du betätigt sie sich sportlich während ihrer Schwangerschaft. Sie geht sogar ins Fitness Studio.“, berichtet sie mir und macht mir so wiedermal klar, dass sie absolut keinen blassen schimmer von meinem Leben hat. So ganz faul bin ich nämlich auch nicht.
Da mir meine Frauenärztin erst beim letzten Vorsorgetermin eingebleut hat, dass Stress jeglicher Art Gift für mich und das Baby ist und ich letztes Wochenende schon eine unschöne Begegnung mit meiner Schwester hatte, beschließe ich sie heute soweit es geht zu ignorieren. Ich strecke die Nase in die Luft und gehe mit einem Blablabla provokant an ihr vorbei, geradewegs ins Wohnzimmer und von dort in den Garten.
„Meine Enkelin.“, höre ich meine Großmutter sagen, bleibe einen Moment stehen um zu schauen wo sie ist. Als ich sie entdeckt habe, gehe ich in ihre Richtung und werde direkt in eine feste Umarmung gezogen. „Gut sieht du aus süße. Ich rechne täglich damit, dass deine Mutter mich endlich anruft und mir verkündet, dass ich Urgroßmutter geworden bin, aber ich warte anscheinend vergeblich auf diesen Anruf.“, gibt sie von sich und hört sich ein wenig vorwurfsvoll an. „Granny ich bin grade mal in der fünfunddreißigsten Woche. Ein bisschen Zeit bleibt noch.“, erwidere ich. „Wenn sie sich genauso viel Zeit lässt, wie deine Schwester, deine Mutter und du, dann dauert es noch etwas länger.“, entgegnet sie. Ich runzle die Stirn. „Also laut Mum, waren Aiden und ich Pünktliche auf den ausgerechneten Tag da.“ „Ja Kind, das stimmt schon. Allerdings hat sie dir doch auch sicherlich erzählt, dass du meine liebe ganze fünf Stunden nach deinem Bruder gekommen bist, kurz bevor der Arzt endgültig entschieden hat, dich mit einem Kaiserschnitt zu holen.“ Ich nicke. Zu oft hat Granny, und nicht nur sie, mir diese Story schon erzählt. „Und deine Mutter hat sich drei Wochen länger Zeit gelassen.“, setzt sie nach - aber auch das ist nichts neues für mich. Wieder nicke ich. „Ja ich weiß und dieser kleine Puck wird sich wahrscheinlich auch ziemlich viel Zeit lassen.“, gebe ich von mir. Wenn ich so an Perles Worte denke, habe ich die Befürchtung das es bei mir noch ewig dauern könnte. Als sie soweit war wir ich, haben bei ihr schon die Senkwehen angefangen und die kleine Ruby hat sich Kopfüber bereit gemacht endlich auf die Welt zu kommen. Wir sind von beiden noch ziemlich entfernt.
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Take our second Chance
Romance«Eine zweite Chance bringt nur dann etwas, wenn du verstanden hast, warum es beim ersten mal nicht funktioniert hat.» ▪April&Dan▪
