XXVI. Gebrochene Versprechen

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April|| Skeptisch schaue ich in den Topf in dem die Tomatensauce köcheln. Irgendwie sieht sie nicht aus aus wie die von meinem Dad. Ich gehe mit dem Löffel durch und stelle fest, dass sie klumpig ist - verdammt wie um Himmelswillen kommen dort Klumpen rein? Ich habe doch genau das gemacht was mein Vater gesagt hat. Ich habe die Zwiebeln, Karotten und Zucchini mit etwas Salz und Pfeffer angebraten und anschließend mit eine Packung passierter Tomaten aufgegoßen, bevor ich die zwei Chillies klein geschnitten und ebenfalls zum Kochen mit in die Sauce gegeben habe. Wäre sie angebrannt, hätte ich es ja noch verstanden - aber so?

Enttäuscht nehme ich den Topf von der Platte. Dan und ich sind nun seit genau zwei einhalb Jahre zusammen und wohnen mittlerweile auch schon sechs Monate gemeinsam in diese tolle, einzigartige Traumwohnung. Eigentlich wollte ich ihn mit einem romantisches Essen überraschen, habe aber mittlerweile das Gefühl, dass das ganze extrem in die Hose geht. Als der Küchenwecker klingelt, werde ich an die Nudeln erinnert. Na zumindest gibt es keine Matschpampe. Ohne zu probieren schütte ich die Pasta ab und betrachte noch einmal die Sauce. Vielleicht kann ich sie sieben? Oder mixen? Sieben wäre wohl erst mal die bessere Lösung.

Ich wühle in den Schränken und hole mir ein Sieb und eine Schüssel raus. Was mache ich mit dem Gemüse? Alles noch mal neu anbraten und mit der fertigen Sauce und noch etwas passierten Tomaten aufgießen? Ich beschließe erst einmal alles in das Sieb zu schütten und zu schauen, was ich danach noch nutzen kann und was nicht. In naher Zukunft sollte ich aber auf jeden Fall meinem Vater dabei beobachten, wenn er seine Tomatensauce macht.

Seufzend hebe ich das Sieb hoch und merke wie alles nur Tröpfchenweise durch sickert. Ich schnaufe. Es kann doch nicht sein, dass ich noch nicht einmal eine einfach Tomatensauce hinbekomme. Ich nehme die Schüssel samt das Sieb und gehe ins Badezimmer und das Unglück weg zu schütten und noch einmal von vorne zu beginnen. Zurück in der Küche stelle ich eine Pfanne auf den Herd, gebe etwas Öl hinein und fange an, das restliche Gemüse zu schneiden. Einen Augenblick achte ich nicht richtig darauf was ich mache und schneide mir prompt in den Finger. Verdammte scheiße.

Schnell habe ich mir ein Küchentuch genommen, welches relativ schnell durch geblutet ist. Ich nahm mir schnell ein weiteres Tuch, ging ins Badezimmer und suchte nach einem Pflaster. Irgendwie finde ich dieses blöde Zeug, weder in der einen Schublade noch in der andere, noch im kleinen Korb, welches in dem Schrank unter dem Waschbecken steht. Vorsicht lucke ich unter dem Tuch, bloß um festzustellen, dass es noch immer nicht weniger blutet. Seufzend versuche ich herauszufinden ob es so tief ist, dass ich einen Arzt drüber schauen lassen muss oder ob es reichen würde, wenn ich einfach etwas festes drum binde.

Da ich absolut nichts erkenne, beschließe ich zu unserer Nachbarin Corinna, die Krankenschwester ist, hinunter - bloß um eine viertel Stunde später zusammen mit ihr ins Krankenhaus zu fahren. Unterwegs schreibe ich meinem Vater und bitte ihm mir schnell ein wenig Tomatensauce zu machen.

Nachdem der Diensthabende junge Arzt über mein Schnitt geschaut hat, musste er diesen bloß mit ein paar Klebestreifen versorgen, bevor meine Nachbarin mich wieder mit nach Hause genommen hat, allerdings nicht bevor wir tatsächlich kurz bei meinen Eltern vorbei gefahren sind . Hier musste ich feststellen, dass mein Freund noch immer nicht zu Hause ist. Seitdem er vor sieben Wochen diesen neuen Job angenommen hatte, häufen sich seine Überstunden enorm. Anfangs war es nur ab und an mal, aber allein diese Woche war es schon an drei Tage. Eigentlich habe ich gehofft, dass er zumindest heute, an diesem besonderen Tag, pünktlich daheim ist - schließlich war es sein Vorschlag, den heutigen Abend gemeinsam zu verbringen und morgen auch einfach mal unsere Zweisamkeit genießen. Er hatte mir noch am Morgen versprochen, zu versuchen etwas früher zu Hause zu sein.

Ich nutze die Zeit in der er noch nicht hier ist, um den Tisch nun doch ein wenig romantisch zu decken. Ich lege eine weiße Tischdecke auf dem Tisch, stelle Kerzen, rote Servietten hin und die Blumevase mit den rosen auf.

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