12 | transgender

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12. Gespräch › Transgender

"Bist du wirklich transsexuell?"

„Ja, wirklich."

„Krass!"

„Es macht mich glücklich, dass man mich als die Person sieht, die ich sein möchte."

„Das glaube ich dir. Mein Name ist übrigens Paul."

„Ich bin Elias."

„Könnte ich kurz mit dir sprechen, aufgrund eines Projektes wegen der Schule."

„Klar doch."

„Wie lange lebst du schon als ein transsexueller Mensch?"

„Seitdem ich vierzehn bin, also seit genauen zehn Jahren."

„Wie war es für dich anfangs? War es schwer oder eher leicht?"

„Ich muss sagen, es war eher leicht. Meine Eltern wussten schon immer, dass ich viele männliche Hormone habe, und einfach komplett anders war, als meine anderen Freunde in der Schule. Während die Mädchen sich schön anzogen und sich schminkten, zog ich eher Männerklamotten an und war immer nur bei den Jungs."

„Und wie genau hat jeder reagiert?"

"Meine Mutter meinte, dass sie stolz auf mich ist, dass ich endlich die Person bin, die ich sein möchte und mein Vater fand es toll, da er schon immer einen Sohn haben wollte. Meinen Freunden war das egal, aber sie fanden es auch nicht schlimm, meinten, sie wären froh, dass ich nicht mehr diese langen Haare habe, trotz dass ich mich wie ein Junge benehme. Hach, ich liebe meine Freunde."

„Wer tut das denn bitte nicht? Aber, war war es für dich nie komisch, als Mädchen auf die Welt zu kommen und als Junge zu leben?"

„Weißt du, ich wusste nie, wer ich war, bis ich aufhörte, die Person zu sein, die ich nicht bin."

„Das hast du schön gesagt, Elias."

„Danke, Paul."

„Ich habe eine Frage."

„Schieß los."

„Bist du glücklich?"

„Ich bin mehr als nur glücklich. Seit zwei Jahren bin ich auch mit meiner Freundin zusammen und ich kann nicht glücklicher sein."

„Das freut mich zu hören, Elias."

„Mein Geschlecht hat mich jahrelang gequält, aber irgendwann habe ich verstanden, dass das Geschlecht nichts sagt, weißt du? Es ist nicht wichtig, ob man ein Mann oder eine Frau ist, das wichtige ist, wie man sich fühlt."

„Weise Worte, mein Freund. Waren die Klamotten denn für dich ein Problem?"

„Nein, eigentlich nicht, denn ich war schon immer schmal und es war nicht schwer, Klamotten von dem männlichen Gestalt anzuziehen."

„Und es fühlt sich auch nicht komisch an, Boxershorts oder ähnliches anzuziehen?"

„Klamotten wurden für Menschen gemacht, nicht für das Geschlecht, Paul."

„Ich muss ehrlich sagen, du sprichst echt wunderschön, Elias. Es war so toll, dich kennengelernt zu haben. Ich muss dann aber langsam los."

„Es war ebenso toll, dich kennengelernt zu haben, Paul. Hab noch einen schönen Tag."

„Du auch, Elias."

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