26. Gespräch › Feminismus
„Mir gefällt Ihr Make-Up."
„Wie lieb, Dankeschön!"
„Ich bin Paul."
„Hey, Paul. Ich bin Skylar, und du musst mich nicht siezen."
„Wie du möchtest, Skylar. Außerdem hast du einen wirklich schönen Namen."
„Danke, Paul. Und was führt dich zu mir?"
„Ich wollte einfach mal mit einer Frau über Feminismus reden. Und hättest du Zeit?"
„Natürlich hätte ich."
„Bist du denn Feministin?"
„Ja, das bin ich."
„Wie lang schon?"
„Seit ich vierzehn bin, also seit acht Jahren. Dort wurde ich das erste Mal von einem Mann belästigt und schlecht behandelt."
„Sowas ist wirklich abscheulich."
„Das ist es."
„Möchtest du mir vielleicht einige Gründe aufzählen, wieso du Feministin bist?"
„Weil ich für Gerechtigkeit bin und der Meinung bin, dass Männer auch Gefühle zeigen sollten. Weil ich es hasse, wenn Frauen, die oft Sex haben, als Schlampe, und die, die es nie haben, als Prüde bezeichnet werden. Außerdem stimmt es nicht, dass Männer nicht vergewaltigt werden können, und dass Frauen nicht vergewaltigen können. Was mich auch nervt ist, dass Frauen nicht ihre Säuglinge in der Öffentlichkeit stillen können, aber überall nackte Weiber in Werbungen zu sehen sind."
„Oh ja, das stimmt.."
„Anstatt immer unseren Töchter beizubringen, nicht vergewaltigt zu werden, sollten wir unseren Söhnen beibringen, dass Frauen keine Sexobjekte sind. Es wird immer Frauen geben, die sich kurz anziehen, Alkohol trinken und nachts herumlaufen. Weil ich oberflächlich bin, wenn ich mich schminke, aber mehr aus mir machen kann, wenn ich es lasse. Weil Jungs ja immer selbstbewusst sind und Achselhaare nur bei Frauen ekelhaft ist. Außerdem hat niemand zu bestimmen, mit wem ich schlafe."
„Das waren wirklich interessante Gründe!"
„Bist du Feminist, Paul?"
„Ich bin für Gleichberechtigung, denn wir sind alle Menschen, und keiner von uns ist etwas besonderes, nur weil eine Person einen anderen Geschlecht hat, als die andere Person. Jeder Mensch hat einen Recht dazu, das zu tun, was er oder sie will, und meiner Meinung nach, sollte das einfach akzeptiert werden. Aber na ja, manche Menschen werden das nie verstehen."
„Das hast du schön gesagt, Paul."
„Danke, Sky. Ich glaube ich gehe dann langsam, bevor ich noch meinen Flug verpasse! Danke für dieses Gespräch."
„Keine Sorge, Paul. Ich danke dir. Hat mich gefreut, mit einem Jungen über Feminismus zu reden! Und hab einen schönen Flug!"
„Mich hat es auch gefreut. Vielen Dank!"
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Humans
Fiction généralePaul John ist ein 19-jähriger Student, welcher für seine Universität ein halbes Jahr eine Reise angeht und mit 40 verschiedenen Menschen ein Gespräch führt. © wakeuphumanity, 2016
