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Donnerstag, 21. Mai 2016, Miami/Camp

P.o.V Grace

Seit einer Woche war ich nun schon hier im Camp. Und seit einer Woche ging es mir irgendwie deutlich besser.

Wahrscheinlich lag es an Lou und Jake, mit denen ich die Zeit tot schlug.

Doch es tat mir gut. Sie taten mir gut. Ich hatte das Gefühl, das erste mal seit dem Tod meiner Eltern wieder glücklich zu sein. Wieder lachen zu können.

Ich hatte die Beiden echt in mein Herz geschlossen.
Beth und Zoe natürlich auch, doch wir waren nicht sooo dick befreundet wie Lou und ich.
Inzwischen würde ich sogar schon behaupten, dass wir beste Freundinnen waren.

Und Jake ist auch zu einem sehr guten Freund geworden, sogar zu meinem besten Freund.
Wir unternahmen viel zusammen und auch ihm tat es gut.

In zwei Wochen hatte ich Geburtstag. Keiner wusste davon, und ich hoffte, dass es auch so blieb.

"Und?"

Ich blinzelte ein paar mal, damit ich wieder in die Gegenwart zurückkam. Jake stand vor mir und sah mich erwartungsvoll an.

"Äh, was?"

Jake schüttelte grinsend den Kopf. "Ob du gleich mit zum Strand kommen möchtest?"

Ich nickte etwas perplex. "Ja.. Ja, klar."

"Gut, dann bis gleich."
Jake verließ mein Zimmer.

Gerade wollte ich mich umziehen, als mein Handy klingelte.

Adam. Oh, shit.. Den hatte ich ja voll vergessen..

"Hi", sagte ich kleinlaut.

"Hallo Grace, es freut mich echt, dass du dich so oft meldest und dass ich noch an deinem Leben teilhabe", sagte mein Bruder sarkastisch.

"Tut mir leid..", nuschelte ich.

"Ja, das sollte es auch. Eigentlich hättest du jetzt ne richtige Standpauke von mir verdient, aber da du meine kleine Schwestern bist und ich dich lieb habe, lasse ich das jetzt mal."

"Danke.."

"Bitte. So, und jetzt erzähl. Wie ist es so inzwischen?"

"Es ist wirklich toll hier. Ich fühle mich hier wohl und habe...ein paar Leute auch schon ziemlich ans Herz geschlossen."

"Oh, das hört sich gut an. Naja, dann will ich dich mal nicht weiter stören. Viel Spaß noch", sagte er und legte auf.

Verwirrt starrte ich auf mein Handy. Normalerweise war er nie so kurz angebunden.

Ich steckte mein Handy wieder weg, schnappte mir mein Handtuch und machte mich auf dem Weg zu Jake.

Als ich ihn nirgendwo fand, ging ich einmal um die Hütte rum.
Plötzlich hörte ich Stimmen und ich presste mich an die Wand.

"Ashley-", hörte ich Jake sagen und mein Magen verkrampfte sich.

"Komm schon Baby, du willst es doch auch", schnurrte Ashley.

Ich spähte um die Ecke und sah Jake an der Wand gelehnt und Ashley lehnte sich an ihn.

Ich wollte schon wieder weggehen, doch als dann Ashley plötzlich ihre Lippen auf seine presste hielt ich inne.

Ein dumpfer Schmerz zog sich durch meinen Körper und Tränen bildeten sich in meinen Augen.

Doch das schlimme war, dass Jake den Kuss auch noch erwiderte. Naja, er erwiderte ihn zwar nicht, aber wehren tat er sich auch nicht.

My Own SummerWo Geschichten leben. Entdecke jetzt