Sonntag, 27. Juni 2016, New York
P.o.V. Grace
Mit einem schmerzendem Schädel öffnete ich blinzelnd meine Augen.
Ich wollte mir über die Augen wischen, doch irgendwie konnte ich meine Hände nicht bewegen.
Verwirrt und orientierungslos blickte ich mich in dem mir unbekannten Raum um.
Langsam drang alles zu mir durch und ich merkte, dass ich auf einem Stuhl saß und meine Hände hinter der Lehne mit einem Seil zusammengebunden waren, welches sich bereits in meine Haut geschnitten hat und höllisch brannte.
Vergeblich versuchte ich mich davon zu befreien, doch je mehr ich daran zog, desto mehr tat es weh.
Riesige Angst breitete sich in mir aus und ich fing unkontrolliert an zu zittern.
Man könnte meinen, ich sei eine gestörte.
Schweißperlen bildeten sich auf meiner Stirn und meine Atmung wurde immer hektischer.
Ich wollte meine Füße bewegen, doch auch diese waren festgebunden, so wie damals, als mich Mace entführt hat.
Das alles war so ziemlich wie damals. Nur eine Sache war anders: Mace war tot, deswegen konnte er es nicht gewesen sein.
In meinem Gehirn ratterte es, bis es mir wieder einfiel.
Sergio und dieser Typ.
Mein Herz schlug auf Anhieb noch schneller und ich zerrte verzweifelt an meinen Fesseln.
"Scheiße, scheiße, scheiße", fluchte ich leise und kniff meine Augen zusammen, um einerseits meine Tränen zurückzuhalten und andererseits den Schmerz um meine Handgelenke zu unterdrücken.
Plötzlich fiel mein Blick auf einen rot blinkenden Punkt an der rechten oberen Ecke des Zimmers.
Eine Kamera.
Sie beobachten mich
Ich starrte einige Sekunden in die Kamera, als ich plötzlich ein rauschen hörte und dann eine Stimme, aus einem Lautsprecher.
"Hallo, Grace."
Mein Herz klopfte mir so sehr gegen die Brust, dass ich das Gefühl hatte, ich würde gleich einen Herzinfarkt bekommen.
"Du fragst dich sicherlich, warum du hier bist und wer wir sind. Aber keine Eile, du musst Geduld haben, früher oder später wirst du es schon herausfinden."
Ich kannte diese Stimme nicht. Ich würde sagen, dass der Typ noch relativ jung war, so Mitte zwanzig.
"Es wird gleich jemand kommen und dir was zu trinken und zu essen bringen."
Ich hörte wieder so ein Rauschen und dann war es wieder still im Raum.
Ich hörte nichts, außer meine Atmung und mein schnell schlagendes Herz.
Inzwischen lief mir der Schweiß den Rücken runter, obwohl es hier im Raum eiskalt war.
Ich ließ den Kopf hängen und eine Träne rollte mir über die Wange. Ich wollte sie wegwischen, doch das ging nicht.
In meinem ganzen Leben war ich glaube ich noch nie so verzweifelt. Ich wusste nicht, ob Jake kommen würde, ich wusste noch nicht einmal, ob er überhaupt noch im Camp war.
Als plötzlich die Tür mit Schwung aufgerissen wurde und gegen die Wand knallte, riss ich meinen Kopf wieder hoch und schaute den älteren Mann an, der breit grinsend in der Tür stand.
"Hallo, hübsche Maus", sagte er und kam auf mich zu, "Wie geht's dir denn so?"
Ich antwortete nicht, weil ich so verdammte scheiße Angst hatte und machte mich auf meinen Stuhl so klein wie möglich.
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My Own Summer
Romance"Egal, was passiert ist oder was passieren wird, ich werde dich immer lieben. Denn du bist alles, was ich habe." Jake und Grace. Grace und Jake. Ein Camp, zwei gebrochene Seelen. Zwei vollkommen verschiedene Menschen, und doch sind sie so gleich. ...
