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Der Staub legte sich langsam und ich konnte die Umrisse von sechs Gestalten erkennen. Ich versuchte mich zu konzentrieren und meine Kräfte wach zu rufen. Etwas regte sich in mir. Ich dachte an Sefija und was sie wegen diesen Widerlingen hatte ertragen müssen. Mein Herzschlag beschleunigte sich. Ich fühlte die Wut ihn mir aufsteigen. Der Staub hatte sich gelegt und ich stand sechs Engeln gegenüber. Sie griffen alle gleichzeitig an. Mit einem markerschütternden Schrei sprang ich vor und setzte eine Welle von Energie frei. Die Engel wurden an die Wand geschleudert. Einer von ihnen rappelte sich sofort wieder auf und zog seine Engelsklinge. Er stürmte auf mich zu. Ich wich ihm aus, schnappte mir einen Arm und verdrehte diesen. Mir dem Fuß kickte ich ihm die Klinge aus der Hand. Der Engel wehrte sich und ich stieß ihn von mir. Schnell schnappte ich mir das Messer und hielt es schützend vor mich. Ich wollte gerade zum Angriff ansetzen, da blieb mir die Luft weg. Ich hatte die wichtigste Regel des Kampfes vergessen. Kehre deinem Feind niemals den Rücken zu. Der Engel, dem ich das Messer abgenommen hatte, stach mir von hinten in den Rücken. Mit einem  anderen Messer. Er hatte es wahrscheinlich in seinem Ärmel versteckt. Ruckartig riss er die Klinge aus meinem Rücken und stach erneut zu. Ich hustete. Mir rutschte das Messer aus der Hand und ich fiel auf die Knie und rang nach Luft. Ich starrte Castiel an. Er stand vor mir und blickte auf mich herab. Ein Schrei hallte durch den Raum. Es war der Schrei eines kleinen Kindes. Mein Blick wanderte zum anderen Ende des Raumes. Dort stand ein kleines Mädchen, vielleicht 7 Jahre alt und schrie verzweifelt. Sie weinte und streckte ihre dünnen Arme nach mir aus. Ihr gelbes Kleid war verdreckt und ihre Arme waren aufgeschürft. "Sefija.", hauchte ich. Dann verschwamm mein Blick und das letzte was ich hörte waren die verzweifelten Schreie eines kleinen Kindes.

Mein Rücken schmerzte und mein Kopf tat weh. Langsam öffnete ich meine Augen. Die Umgebung kam mir irgendwie bekannt vor. Dann fiel es mir ein. Ich war wieder in meiner Zelle. Langsam kam ich in eine sitzende Position und tastete meinen Rücken ab. Das Oberteil war Blut verschmiert aber es war keine Wunde zu spüren, nur eine kleine Narbe, nein warte es waren zwei. Verwirrt ließ ich die Hand sinken und versuchte mich zu erinnern, als eine Stimme aus der Ecke kam. "Mensch, du hast die kleinen Kriecher ja ganz schön auf Trab gehalten." Ich hob den Kopf und seufzte:"Was meinst du damit?" Lucifer kicherte und sagte:" Na ich darauf gewartete das du wiederkommst und da hab ich den Alarm gehört. Du hast wohl ein ziemliches Chaos verursacht und als sie dich dann wieder hierher geschleppt haben, sahst du ziemlich lädiert aus. Du hast eine richtige Blutspur hinterlassen. Guck mal auf den Gang raus und da wo du sitzt ist auch nicht gerade wenig Blut. Ich stand schnell auf um nach zu sehen. Mir wurde schwindelig und ich musste mich der Zellenwand abstützen. "Immer ruhig mit den jungen Pferden.", witzelte Lucifer hinter mir. Ich starrte ihn böse an und zischte:"Halt die Klappe!" Ich konnte diesen Typen nicht ausstehen, er war so verdammt nervig. Langsam tastete ich mich an der Wand entlang und schaute aus der Zelle. Er hatte recht. So weit ich sehen konnte, zog sich eine Blutspur durch den Gang bis zu meiner Zelle. Ich drehte mich um und starrte auf den Fleck wo ich gelegen hatte. Dort war eine große Blutlache. Das Blut war allerdings schon getrocknet. Wieder einmal war ich dafür dankbar, dass mein Körper so schnell heilte, sonst wäre ich wahrscheinlich an diesen schweren Verletzungen gestorben. Wieder versuchte ich mich zu erinnern was passiert war und da traf es mich wie der Schlag. Sefija! Das arme Kind hatte mich sterben sehen. Zumindest denkt sie jetzt das ich gestorben bin. Wie viel konnte ein so junger Mensch ertragen bevor er dem Wahnsinn verfällt. "Ich muss zu ihr!", sagte ich in die Stille hinein. Lucifer zog überrascht die Augenbrauen hoch. "Zu wem?", fragte er argwöhnisch. "Zu dem kleinen Mädchen was versucht hat mich zu retten.", rief ich verzweifelt und erzählte ihm die ganze Geschichte. "Du warst in ihrem Himmel.", erklärte Lucifer. Ich sah ihn fragend an und er seufzte. "Hier hat jeder seinen eigenen kleinen Himmel wo er den Rest der Ewigkeit verbringen kann. Es ist ein Ort der einem persönlich sehr viel bedeutet und an dem man sich wohl fühlt." Ich ließ meinen Blick über die Zellenwände schweifen. "Klingt schön.", sagte ich und stellte mir meinen Himmel vor. Welcher Ort ist für mich für mich persönlich wichtig? Wo fühle ich mich am wohlsten? Ich stellte mir meine kleine Wohnung vor. Genauso wie sie jetzt war, nur das draußen ein Pool war und das der Garten an einen schönen Wald grenzt. Ja, das wäre perfekt. Dann kam mir ein ernüchternder Gedanke. "Ich hab mir wohl die Chance auf einen eigenen Himmel verspielt. Wie ist es denn so in der Hölle?", fragte ich niedergeschlagen. Lucifer grinste und antwortete:" Na ja in der Hölle hat jeder seinen eigenen Folterraum. Ist doch fast so gut wie ein eigener Himmel. Ein Foltertisch auf dem nur DU malträtiert werden darfst. Ist doch schön zu wissen das man nur in seinen eigenem Blut liegt und nicht in dem anderer oder?" Ich schenkte ihm ein sarkastisches Lächeln und antwortete:"Man wir sind ja wieder lustig heute!" Ich vergrub die Hände in meinen Haaren und fluchte. "Hey hey nicht so welche Ausdrücke hier.", kam es aus der Ecke. Ich fuhr herum und klatschte Lucifer eine. Sein  Kopf flog zur Seite. Erschrocken stolperte ich zurück. Ich sollte echt mal ein anti - Aggressionstraining machen. Lucifer drehte sein Gesicht zu mir. Seine Augen leuchteten rot auf. Er kam auf mich zu und aus Reflex holte ich erneut aus. Er hielt meine Hand fest. "Das würde ich an deiner Stelle nicht tun.", zischelte er bedrohlich. Dort wo er meine Hand festhielt, begann meine Haut zu brennen. Ich versuchte mich loszureißen, doch er war zu stark. Er presste mich gegen die Wand und grinste. Er fuhr sich mit der Zunge über die Lippen und ich stellte angewidert fest, dass sie in der Mitte gespalten war. Er sah mich herausfordernd an und fragte:"Na, noch was zu sagen?" Ich sah ihm in die roten Augen, grinste und spuckte ihm ins Gesicht.

uralte Rache (Supernatural FanFiction)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt