32.

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In dieser Nacht hatte ich keine Alpträume. Ganz im Gegenteil. Ich träumte von mir und Cas. Träumte davon, dass wir Kinder haben und glücklich zusammen leben würden. Am liebsten wäre ich in dieser perfekten Traumwelt geblieben, doch das war mir vergönnt. Als die Tür laut aufflog, fuhr ich aus dem Schlaf und starrte mit klopfendem Herz zur Tür herüber. Dort stand Crowley. Meine Hände rissen die Decke hoch, um meine Blöße zu bedecken. Nachdem ich mich von dem Schock erholt hatte, lief mein Kopf hochrot an und ich begann zu schreien:"Was fällt dir ein hier einfach so herein zu platzen. Hast du noch nie was von Privatsphäre gehört?!" Doch Crowley schenkte mir keine Beachtung. Er marschierte in den Raum, der Schwarze Mantel flatterte hinter ihm her. Seine Hände packte den verschreckten Cas und zerrten ihn aus meinem Bed. Cas plumpste aus dem Bett. Er hatte sich vollkommen in der Decke verheddert und versuchte nun verzweifelt auf die Beine und von Crowley zu kommen. Ich sprang auf, die Decke fest um meinen Körper geschlungen und stampfte zu Crowley, oder sollte ich ihn Dad nennen, denn so verhielt er sich gerade, wie ein über-behütender Schwachkopf, und half Cas auf die Beine. Auch er hatte eine Decke um sich gewickelt. Crowley/Dad wollte gerade den Mund aufmachen, wahrscheinlich um mir eine Predigt zu halten und Cas zu bedrohen, doch ich ließ ihn nicht zu Wort kommen.  "Raus!", sagte ich mit vor Wut bebender Stimme. Crowley öffnete den Mund und wollte erneut etwas sagen. "RAUS!", schrie ich und vereitelte damit wieder seinen Versuch mit zu belehren. Als er sich noch immer nicht bewegte, sondern nur mich und Cas anstarrte, machte ich einen Schritt auf ihn zu. Ich wusste nicht, was ich tun würde aber im Moment war ich zu allem bereit. Crowley schien das auch bemerkt zu haben, denn er wich langsam zurück und verließ den Raum. Natürlich ohne die Tür zu schließen. Anstatt sie normal zu schließen, nutzte ich eine kräftige Energiewelle, ähnlich der vom Vorabend, und ließ die Tür laut knallend zu krachen. "So ein Arschloch! Was bildet er sich ein? Kommt her, schleicht immer um mich herum und dann behauptet er plötzlich mein Vater zu sein. Ich werde ihn-" Cas legte sanft eine Hand auf meine Schulter und ich brach ab. Mein Körper bebte immer noch vor Wut. Er zog mich in eine enge Umarmung und langsam begann ich mich zu beruhigen. Nach einer langen Zeit ließ er mich endlich los und sah mich an. Ich lächelte ihn schwach an, dann setzte ich mich auf den Bettrand und rieb mir die Augen. "Ich weiß einfach nicht was ich machen soll.", begann ich und Cas setzte sich neben mich. "Ich bin bei einer Adoptivfamilie aufgewachsen, weißt du? Meine Eltern haben mich geliebt auch wenn es hart war. Ich war nicht gerade das Kind, was man sich wünscht. Doch trotz all der Liebe die sie mir gaben, habe ich immer meine leiblichen Eltern vermisst. Bescheuert, wenn man bedenkt, das sie gestorben sind als ich noch ein Baby war." Ich machte eine Pause und legte meinen Kopf auf Cas' Schulter. Dann sprach ich weiter: "Es war, als wüsste ich, dass sie anders waren. So wie ich. Und das sie verstehen würden. Doch sie waren nicht da, um mir zu helfen. Und jetzt, 18 Jahre später taucht ein Mann auf, oder besser gesagt Dämon, und will mir weiß machen, das er mein Vater ist." Cas strich mir tröstend über den Rückend und bedeutete mit weiter zu reden. "Ich meine selbst wenn er mein Vater ist, was dann? Soll ich ihm um den Hals fallen und ihn Daddy nennen? Wie könnte ich? Er war nie für mich da. Hat mich nicht ins Bett gebracht und mit Nachtgeschichten erzählt bis ich einschlief, hat mich nicht getröstet wenn ich einen Alptraum hatte, hat nicht meine ersten Worte gehört, meinen ersten Zahn gesehen, war nicht bei meiner Einschulung, bei meinem ersten Abschluss. Wie könnte ich ihn Vater nennen? Er hat mich im Stich gelassen, allein in einer Welt die mich nicht versteht und die ich nicht verstehe. Warum?" Tränen waren mir in die Augen geschossen und ich schmiegte mich an Cas' Brust. Er streichelte mein Haar und hielt mich fest. Hielt mich einfach fest. Nach einigen Minuten ließ er mich los und fragte:"Geht's dir besser?" Ein Lächeln zupfte an meinen Lippen und ich nickte. "Duschen?", fragte ich kurz und diesmal nickte er. Wir sammelten seine Sachen ein, holten etwas zum anziehen für mich und tappten aus dem Zimmer und über die Flure zum Bad. Auf dem Weg begegneten wir Sam. Er lächelte uns an und ging weiter. Ich hätte schwören können ihn um die Ecke gehen und kichern gehört zu haben. Irgendwann standen wir dann endlich zusammen in der Dusche und ließen das heiße Wasser auf unsere Köpfe prasseln. Es war schön, wie wir so aneinandergeschmiegt da standen. Das Gefühl von nackter, nasser Haut aufeinander war unglaublich. Wir duschten eine Weile, trockneten uns ab und schlüpften dann in unsere Klamotten. Ich musste Cas mit seiner Krawatte helfen. Ich konnte den hilflosen Ausdruck auf seinem Gesicht einfach nicht ertragen, als er das Stück Stoff schief um seinen Kragen geknotet hatte. Lachend band ich sie richtig, rückte sie zurecht und gab ihm einen leichten Kuss auf die Lippen. Dann schlug ich vor, dass wir die Decken zurück bringen und dann was frühstücken. Cas nahm mir die Decken einfach ab und verschwand mit einem Flügelschlag. Ich blinzelte überrascht und ehe ich mich bewegen konnte, erschien Cas mit einem erneuten Flügelschlagen wieder neben mir. Als er meinen überraschten Gesichtsausdruck sah, lächelte er schelmisch. "Hey.", sagte ich lachend und schlug ihm spielerisch gegen die Schulter. Sein Grinsen wurde breiter und schon bald schritten wir lachend durch die Korridore und ins Wohnzimmer. Dort saßen bereits Sam, Dean und Crowley am Esstisch. "Tatsächlich.", hörten wir Dean flüstern. Ich blickte ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an. "Ihr habt's tatsächlich getan.", sagte er halb fassungslos und halb belustigt. Ein breites Grinsen erstreckte sich über sein Gesicht und er begann zu lachen. "Mann! Das hätt' ich nie gedacht. Ihr hattet Sex. Phew. Wie war's?", fragte er wissbegierig. "Dean!", sagte Sam streng und stieß ihm den Ellbogen in die Seite. "Das geht dich überhaupt nichts an!", zischte ich ihn an. Cas trat peinlich berührt von einem Bein aufs andere. Crowley sagte nichts. Er starrte uns nur böse an. Ich starrte zurück. Man konnte die ansteigende Anspannung praktisch spüren. Wie schon zuvor legte Cas mir eine Hand auf die Schulter und ich wandte den blickt von Crowley ab. Zusammen gingen wir zum isch hinüber. Ich ließ mich auf den Stuhl fallen, der am weitesten von Crowley entfernt war. Cas setzte sich neben mich. Niemand sagte etwas. Die Stille zog sich in die Länge. Das würde sicher ein lustiger Tag werden, dachte ich und verzog das Gesicht. 


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⏰ Letzte Aktualisierung: Jan 11, 2019 ⏰

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