⑧Warriors

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X Ambassadors - Jungle

Viele verschiedene Gefühle und Geräusche schlugen auf mich ein, als Clary und ich den Trainingsplatz erreichten. Es gab einige, die ich kannte, doch letztendlich waren sie mir überwiegend neu. In den vergangenen Monaten hatte ich mich innerhalb des Rudels um einiges öfter bewegt als zu Anfang, aber jeden einzelnen kannte ich noch nicht. Das, was ich wusste, war, dass sie alle sehr freundlich und offen waren. Sie akzeptierten und verurteilten mich nicht.

»Clary! Dakota!« Sam lief auf uns zu.
Seinen schweren Arm spürte ich kurz darauf auf meiner Schulter und kippte ein kleines Bisschen zu ihm. »Was führt euch denn hierher?«
Er zog mich mit sich näher zu den anderen, wobei uns Clary dicht folgte.
»Wir wollen beim Training mitmachen.«
»Ihr beide?« Seine Augen bohrten sich verwirrt in meine rechte Gesichtshälfte.
»Ja, hast du eine etwas dagegen?«, fragte Clary provozierend und blieb stehen. Sam drehte seinen Kopf zu ihr und schien zu überlegen.
»Ne, zwei mehr, die ich auf den Boden werfen kann.«

»Wenn du deine Arme nicht von Kotas Schultern nimmst, wird dich jemand ganz anderes auf den Boden werfen«, sagte Clary leise und doch konnte man ihr Lächeln hören.
Sam drehte seinen Kopf, fing an zu fluchen und zog seinen Arm in Rekordzeit von meinen Schultern. Mir war klar, dass Liam mit bei den anderen Wölfen stand. Seine Anwesenheit brannte sich in meine Haut wie die warme Sonne im Sommer.

»Er soll sich nicht immer so haben, ich nehme ihn Kota schon nicht weg.« Sam knurrte leicht, woraufhin Clary auf lachte.
»Du weißt doch, dass er ein wenig empfindlich bei dem Thema ist.«
»Ein wenig? Er hätte Ethan beinahe den Kopf abgerissen und seine Eingeweide als Beilage benutzt.«
»Michael musste ihn schon mehrmals von ihm runter ziehen. Ich glaube, er hegt tatsächlich den Gedanken, ihn und Niklas zu beseitigen. Obwohl Niklas schon heftiger was abbekommen hat.«
»Oh ja. Der Arme tut mir schon leid, immerhin hat Liam kein Erbarmen.«
»Wovon redet ihr?«

Ich runzelte meine Stirn und versuchte zu verstehen, worüber sie sprachen.
»Naja, Liam hat ein paar Probleme damit, wenn sich jemand in deiner Nähe aufhält. Besonders Niklas hat er auf dem Kieker.«
»Warum?«
»Weil du so viel Zeit mit ihm verbracht hast.«
»Aber was ist daran so schlimm? Ich habe Niklas nur versucht von seinen Schmerzen abzulenken und herauszufinden, wie ich ihm und allen anderen helfen kann. Wieso sollte das Liam aufregende?«

»Ach meine kleine, naive Dakota«, seufzte Clary und zog mich an den Händen vorwärts. Überrascht stolperte ich und hatte Mühe, nicht hinzu fallen.
»Clary«, rief ich und krallte mich an ihre Hand.
»Was?« Sie stockte und sah mir ins Gesicht. »Oh, sorry. Ich vergesse das immer.«

»Warum bin ich naiv?«
»Liam ist total beschützerisch und dazu auch noch ein männlicher Wolf, der sich grade paart. Also er ist normalerweise schon sehr herrisch, aber um ganz ehrlich zu sein, ist es sogar noch schlimmer geworden. Ihr seid grade dabei euch zu paaren, es fehlt nicht mehr viel bis zum letzten Schritt. Er wird langsam sehr ungemütlich.«
»Deswegen kann er doch nicht ... Warte mal, wir machen was?«
»Wie was macht ihr?«
Verwirrt legte ich meinen Kopf schräg. Sie verlagerte ihr Gewicht und Sam war schon vorgegangen.

»Wir paaren uns? Wie ... Ich meine woher weißt du das, wenn ich das nicht weiß?«
»Gott Dakota, manchmal frage ich mich echt, was mit dir nicht stimmt. Du und Liam seid irgendwie auf dem Kopf gefallen oder so. Natürlich paart ihr euch, ich meine, guck doch mal wie nah ihr euch schon seid. Die erste Phase habt ihr hinter euch, die zweite ist im vollen Gange und die dritte wird nicht lange auf sich warten lassen.«
»Welche Phasen?«
Ich wusste nur wenig über die Verbindung der Wölfe, wirklich interessiert hatte ich mich dafür nicht. Es war für mich eher immer eine utopische Vorstellung gewesen, da es für mich niemanden geben würde.
Hätte ich mich mal lieber damit beschäftigt.

»Na die drei Phasen. Du weißt schon: Annäherung, Zuneigung, Liebe. Die Annäherung habt ihr hinter euch, denke ich mal, oder? Also so sah es in den vergangenen Tagen aus. Und dann folgt jetzt die Zuneigung. Ab hier ist es immer unterschiedlich, vielleicht habt ihr Sex oder aber er macht etwas edles für dich, was eure Zuneigung füreinander steigert. Egal was, das nennt man dir Phase der Zuneigung. Und als letztes folgt die Phase der Liebe. Ja klar, komische Bezeichnung wenn du mich fragst. Ich meine, das ist doch alles Lieber, oder nicht? Jedenfalls geht es hierbei um die Akzeptanz des anderen oder die endgültige Offenbarung der Liebe oder irgendwie sowas. Sorry, ich kenne mich da nicht so gut aus wie Caitlyn.«
»Du weißt mehr als ich.«
»Ach jetzt hör doch auf. Du erlebst es wenigstens, wetten ich sterbe als alte, einsame Wölfin, mit komischen Halluzinationen und nur neun Zehen.«

Mir entfuhr ein Lachen.
»Wirst du nicht. Wenn mir das grade passiert, wird dir es auch geschehen. Er ist hier, das weiß ich. Und es wird nicht mehr lange dauern, dann darf ich darum bitten, Patentante zu werden. Wie wäre es mit Sam?«
»Du weißt doch, man kann sich das nicht aussuchen«, seufzte sie, woraufhin ich ihre schmerzenden Aura fühlte.

Sie wünschte sich, er wäre es und würde sie bemerken. Ich wusste nicht, ob er das selbe empfand, da er seine Gefühle äußerst gut im Griff hatte.
»Aber wenn, dann wäre er es, das stimmt wohl.«
»Wollt ihr noch weiter quatschen? Für dumme Plaudereien sind wir nicht hier.«

Caitlyn Stimme unterbrach uns kalt und sorgte dafür, dass Clary und ich zusammen zuckten.
»Ich bin überrascht euch hier zu sehen. Wollt ihr etwa so dringend eine Erniedrigung erleben?«
»Ich weiß ja gar nicht, wie du darauf kommst, dass du auch nur ein Hauch einer Chance gegen uns hast«, konterte Clary. Ihre Wut über Caitlyn schlug in mir ein und ihre Zufriedenheit über sich selbst brachte mich zum Lächeln.

»Denkst du etwa, ein Schlappschwanz wie du und eine blinde Göre wie sie können mich auf den Boden werfen? Bei dir würde ich mich sogar anstrengen, aber bei ihr? Ha! Da verschwende ich nur meine Zeit.«
»Wenn das so ist, hättest du doch nichts dagegen, wenn wir einen kleinen Kampf machen.«

Clary sprach und alle Knöpfe in mir schlugen auf grün.
»Ich-«
»Wir beide «, unterbrach ich Clarys Fortführung. »Du und ich gegeneinander.«
Bist du bescheuert?, schrie mir Clary gedanklich zu und umfasste meine Hand krampfhaft.
Vielleicht ja, aber es muss sein. Wenn ich sie besiegte, wird sie so sauer sein, dass sie handelt. Und dass wollen wir doch.
Caitlyn dachte über meine ausgesprochenen Worte nach, während Clary mir diverse Schimpfwörter und Warnungen an den Kopf knallte - natürlich mental.

»Okay, auf das die bessere gewinnt.«

Blind SoulGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt