Am nächsten Tag hatte ich frei und versuchte mich irgendwie abzulenken.
In diesem Moment versuchte ich mich zu motivieren, um doch noch meine Wohnung zu putzen, als es klingelte und ich, froh darüber einen Grund zu haben das noch weiter aufschieben zu können, zur Tür ging. Ich schaute auf die Kamera, die denjenigen zeigte, der bei mir klingelte und erkannte Erik. Er schaute starr auf die Haustür und schien nicht sehr gut drauf zu sein.
Ich öffnete die Haustür unten und wartete oben auf ihn. Als er bei mir ankam, erschrak ich kurz aufgrund seines angepissten und auch wütenden Gesichtsausdruck. Welche Laus ist ihm denn über die Leber gelaufen?
"Hey." sagte ich vorsichtig. Ein genervtes "Hi" kam zurück. Erik ging, wie selbstverständlich, an mir vorbei in die Wohnung. Ich schloss verwirrt die Tür und drehte mich zu Erik um. Dieser schaute mich mit zusammengekniffenen Augen an.
"Was ist los mit dir?", fragte ich. "Was mit mir los ist?", Eriks Stimme wurde zum Ende hin lauter. "Ja, ich verstehe es echt nicht."
"Du machst nur noch was mit diesem Tim und hast überhaupt keine Zeit mehr für mich. Und in diesem Interview hast du quasi gesagt, dass du auf mich stehst, aber zwei Wochen danach hast du ein beschissenes Date mit diesem Tim.", beschwerte Erik sich mit zusammengepressten Lippen. "Das sagst du. Wer hat mich denn weggeworfen wie Müll. Es ist nicht fair, dass du mir hier unterstellst, dass ich nichts mehr mit dir mache, wenn du mich zwei Wochen lang ohne Grund, ignorierst. Außerdem bist du gestern doch abgehauen ohne nur ein Sterbenswörtchen zu sagen.", regte ich mich lautstark auf. "Das kannst du doch überhaupt nicht vergleichen.", sagte Erik nun auch lauter.
"Ohh, und wie ich das vergleichen kann. Das ist genau das Gleiche. Du kannst doch nicht einfach herkommen und mich irgendwelcher Dinge beschuldigen." "Warum bin ich denn jetzt der Böse. Du hast doch noch viel weniger Zeit für mich. Wenn ich mal was mit dir machen wollte, war dir dieser Tim wichtiger.", Erik kam einen Schritt auf mich zu und starrte mir direkt in die Augen.
"Was kann ich bitte dafür, wenn ich schon etwas mit Tim geplant hatte und du dann fragst ob wir was machen. Da kann ich doch schlecht Tim absagen. Immerhin hat er mich früher gefragt.", verteidigte ich mich und Tim. "Gott, du kapierst es nicht. Ich will das von vor 3 Wochen zurück. Das was wir in China hatten. Das will ich zurück.", erklärte er mir und kam noch einen Schritt auf mich zu.
Ich sah ihn erschrocken an. Nein, das ging nicht. Ich würde daran kaputt gehen.
"Ich kann das nicht mehr. Es geht nicht mehr, dass ich mit dir belanglosen Sex habe. Das funktioniert einfach nicht mehr.", ich war den Tränen nahe und ging einen Schritt zurück. "Warum denn? Was ist jetzt anders, als vor 3 Wochen?", fragte er und sein Blick wurde etwas sanfter.
"Das geht dich nichts an.", antwortete ich leise. "Und ob mich das was angeht.", sein Blick wurde wieder härter. "Lass mich doch einfach in Ruhe.", fauchte ich und deutete zur Tür. "Was ist los mit dir? Warum bist du auf einmal so?", Erik machte keine Anstalten zu gehen. "Geh doch einfach und lass mich in Ruhe.", mittlerweile konnte ich meine Tränen nur mit sehr großer Mühe zurückhalten. "GEH.", schrie ich ihn an, als er nicht ging.
Ich konnte das ganze Theater nicht mehr aushalten. Es ging nicht mehr. Meine Gefühle drohten mich zu einem Wrack zu machen und ich durfte das nicht zulassen. Als Erik tatsächlich ging, lief ich zum Fenster und beobachtete wie er in sein Auto stieg und davonfuhr.
Von da an konnte ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten. Sie flossen unaufhörlich über meine Wangen und ich brach zusammen. Ich hatte ihn verloren und es tat weh. Mein Herz zerbarst in tausend Teile und ich spürte einen so stechenden Schmerz, dass ich es kaum aushielt. Ich hatte ihn verloren. Ich hatte Erik verloren und das nur, weil ich zu stolz war um ihm meine Gefühle zu gestehen. Gott, ich war so dumm.
Aber es war besser so für uns beide. Es wäre so oder so schief gegangen. Ich hatte es nur beschleunigt und das tat weh.
Schniefend und schluchzend schleppte ich mich in mein Schlafzimmer, um dort ein paar Sachen zusammenzupacken. Ich hatte beschlossen erstmal vorübergehend aus Dortmund weg zugehen. Es würde nur noch mehr schmerzen, wenn ich Erik jeden Tag sehen müsste. Allein an ihn zu denken schmerzte.
Mit meinem Koffer bepackt, stieg ich die Treppen runter zu meinem Auto. Mit tränenverschleierten Blick fuhr ich nach Mönchengladbach zu meinem Bruder. Ich brauchte einfach Abstand.
Unterwegs musste ich mich oft zusammenreißen, um nicht wieder in einem Heulkrampf zu enden. Als ich bei meinem Bruder ankam, kamen schon keine Tränen mehr. Sie waren alle aufgebraucht. Ich klingelte hastig an Chris' Tür und hoffte inständig, dass Celina nicht da war. Ich sollte Glück haben, denn eine kleine, junge Brünette machte mir mit einem fetten Lächeln die Tür auf. Zuerst war ich verwirrt und ging im Kopf Chris' Freundeliste durch, aber ich kannte sie nicht.
"Ist mein Bruder da?", fragte ich und war schockiert von meiner eigenen Stimme. Sie klang dünn und gebrochen. "Nein, aber er müsste bald hier sein. Ich bin übrigens Emily. Komm erstmal rein, du siehst nicht gut aus.", Emily sah besorgt aus und ich fand sie auf Anhieb nett, aber ich war noch zu geschwächt um mich über ihre Gesellschaft zu freuen.
Emily war herzensgut. Sie machte mir einen Tee und schaute sich mit mir eine Komödie an, bis Chris nach hause kam. "Hey Em. Ich bin wieder da.", schrie er durchs Haus. "Wohnzimmer", gab Emily zurück. "Hey, es war so coo...", er stoppte, als er mich auf dem Sofa zusammengerollt und in eine Decke gehüllt sah. "Aayana, was ist passiert?", er kam schnellen Schrittes auf mich zu und nahm mich in seine Arme. Und dann brachen erneut alle Dämme.
DU LIEST GERADE
Bittersweet Love.
FanfictionErik Durm (u.a.) Fanfiction. Aayana Kramer ist die Schwester von Christoph Kramer, der als Profifußballer bei Borussia Mönchengladbach aktiv ist. 2014 bei der WM lernt sie Erik Durm kennen, der sie aus einem ihr unerfindlichen Grund nicht leiden kan...
