Verschwindet! Beide!

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Soomin's Sicht

Ich sitze auf dem Boden, mein Blick ist auf meine Hände gerichtet, die sich daran abstützen. Was war das gerade? Mich kümmert es nicht mal, dass ich blute. Ich will nur wissen was hinter diesen Bildern in meinem Kopf steckt.

Mein Herz fängt an ein bisschen schneller zu schlagen und ich kann mich kaum bewegen. Erneut kommen die beiden Jungs auf mich zu, halten jeweils einen meiner Arme fest. "Hab ich nicht gesagt du sollst sie nicht anfassen?", fragt Jimin.

"Halt dein Maul. Ich helfe ihr wenigstens im Gegensatz zu dir. Du tust ihr nur weh" , zischt Minjae.

"Hört auf, lasst mich los!", schluchze ich und ziehe meine Arme aus ihren Griffen. "Verschwindet", flüstere ich.

"Was?", fragt Jimin leise.

"Ich habe gesagt, verschwindet.. Beide", wiederhole ich, schaue keinen von beiden an.

"Was redest du da Soomin?", fragt Minjae und packt mich wieder am Arm.

"Fass mich nicht an!", rufe ich schluchzend und reisse mich von seinem Griff, krabble rückwärts weg von den beiden. "Ich habe gesagt ihr sollt beide verschwinden. Es reicht!", weine ich.

Beide schauen mich sprachlos an und keiner bewegt sich bis Minjae aufeinmal leise schnieft und sich umdreht. Ohne ein Wort zu sagen läuft er auf den Ausgang hinzu, bis er dann völlig verschwindet.

Jimin steht immer noch da, schaut auf mich hinab ohne ein einziges Wort zu sagen.. Er ist hier.. Er ist immer noch hier. Ist das ein Zeichen?

Langsam kniet er sich zu mir hinunter und schaut mich an, streckt langsam seine Hand nach mir aus. Ich starre sie an und bewegen mich kein Stück. "Geh Jimin", schluchze ich leise.

Er schaut mich ungläubig an und meine Atmun wird noch schneller als zuvor. Mein Krankenpfleger kommt angerannt und hilft mir auf, leitet mich rüber zum Zimmer der Ärztin. Ich lasse Jimin hinter mir, schaue kein einziges mal zurück, doch ich weiß, dass sein Blick auf mir weilt.

Es tut so weh, nicht die Wunde, sondern mein Herz. Jimin, bitte.. Ruf meinen Namen. Lass mich nicht allein.

Mein Flehen bleibt unerhört... Er hat mich nicht festgehalten.. Er hat es aufgegeben. Hat er es jemals versucht?

-

3 Tage später

Es sind jetzt drei Tage vergangen und Jimin ist kein einziges mal ins Krankenhaus gekommen.. Genauso wie Minjae und Ari. Habe ich mir alles versaut? Habe ich die mir liebsten Menschen weggestoßen? Anscheinend schon.

Innerhalb dieser drei Tage habe ich einmal Namjoon angerufen um ihn nach Ari zu fragen. Was ich von ihm gehört habe, hat mich geschockt. Die beiden haben sich getrennt.. Wegen mir.. Aber.. Es war doch die Wahrheit, oder nicht?

Namjoon kam noch am selben Tag vorbei und wir haben über alles geredet.. Im Endeffekt sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass unsere Partner uns einfach nicht betrogen haben können.. Wir haben wirklich sehr lange geredet..

Heute ist meine Entlassung.. Keiner weiß davon.. Und weil ich keinen so wirklich stören wollte weil mich jetzt wahrscheinlich sowieso jeder hasst, habe ich Namjoon gefragt ob er mich fahren kann. Ich weiß nicht, ob es richtig ist Ari nicht Bescheid zu sagen, aber vielleicht freut sie sich ja mich zu sehen.. Immerhin wohne ich mit ihr zusammen.

"Danke für alles Dr. Min", sage ich und lächle die Ärztin an.

"Kein Problem, ich wünsche ihnen alles gute", lächelt sie zurück. "Wie gesagt,  wenn es Probleme gibt, sie haben meine Nummer"

"Vielen Dank", nicke ich und winke allen. Nach zwei Wochen schließt man ein paar Leute doch wirklich ins Herz. Auch wenn ich den Aufenthalt im Krankenhaus gehasst habe.. Alle waren stets nett zu mir.

Langsam mache ich mich auf den Weg zum Ausgang, gemeinsam mit Namjoon. "Bist du sicher ich soll dir nichts abnehmen?", frage ich und beiße mir auf die Unterlippe, als ich ihn anschaue.

"Nein, ich schaff das schon", lächelt er mich an und packt meine Sachen in den Kofferraum.

"Danke für alles Namjoon", murmle ich und schaue runter.

"Kein Problem", grinst er und schließt den Kofferraum bevor er auf mich zukommt.

"Waren sie immer noch nicht da?", fragt er.

Ich schüttle den Kopf und seufze bedrückt. Er setzt einen nachdenklichen Blick auf und seufzt auch. Wir steigen ins Auto und er startet den Motor.

"So kenne ich Jimin nicht..", murmelt er. "Normalerweise war er doch jeden Tag im Krankenhaus"

"J-Ja.. Aber ich habe mich auch ganz schön klar ausgedrückt das letzte mal", sage ich leise und schaue aus dem Fenster.

Wir reden die halbe Fahrt lang bis irgendwann einfach alles leise ist. Keiner sagt ein Wort, hat aber tausende von Gedanken.

Remember me | BTS Jimin x Reader (german)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt