Staunend sehe ich mich um, hier bin ich bisher noch nie gewesen. Um uns herum sind Wiesen, auf denen viele verschiedene Blumen wachsen, die in allen möglichen Farben vorkommen. Die Sonne steht direkt über uns und kitzelt meine Haut mit ihren Strahlen. Weiter vor uns ist ein See, der durch die Sonne glitzert und ich verspüre plötzlich eine unglaubliche Ruhe. Die Stille, die uns umgibt, die nur durch zwitschernde Vögel und einzelne Blätter, die rascheln, durchbrochen wird, ist in keiner Weise unangenehm. Nein, sie tut mir gut.
Emma nimmt wieder meine Hand und zieht mich hinter sich her. Ich habe keine Ahnung wo sie hingeht, aber ich glaube, wenn ich sie fragen würde, würde ich keine Antwort bekommen, also lasse ich es. Und im Grunde genommen ist es egal, wo Sie mit mir hingeht, ich genieße einfach den Moment, lasse alles, in der Umgebung auf mich einwirken und auch die Berührung von Emmas Haut auf meiner. Die Berührung löst in mir eine wohltuende Wärme aus, die ich nicht direkt beschreiben kann. Das Kribbeln in meinem Bauch, ist präsenter als zuvor und meine Gedanken lassen sich nur schwer von der blonden Person, in der roten Lederjacke, vor mir abwenden. Ich ertappe mich dabei, wie ich ihr auf den Hintern schaue, welcher durch ihre Jeans, natürlich nach wie vor, durchaus betont wird. Ich muss mich beherrschen, um sie nicht zu mir zu ziehen, meine Lippen auf die ihren zu drücken und mir einen lang ersehnten Kuss zu stehlen. Ich glaube nur die Angst das Verhältnis zwischen uns zu zerstören, hält mich davon ab, genau dies zu tun und meinem Verlangen nachzugeben.
"Hier kannst du alles rauslassen, ohne dass dich jemand dabei beobachten kann, lass dich einfach fallen"
Emmas Worte reißen mich aus meinen Gedanken. Erst jetzt bemerke ich, dass wir an einer Klippe zum Stehen gekommen sind. Von hier aus hat man einen perfekten Blick über den See, der noch immer von der Sonne bestrahlt wird und im Licht glitzert. Das ist einer der schönsten Orte, die ich je gesehen habe.
Schon wieder schweife ich in meinen Gedanken ab, ohne auf Emmas Worte von eben einzugehen.
Ich schaue mich weiter um und entdecke am anderen Ende des Sees, eine kleine Hütte aus Holz, links daneben ist eine kleine Einbuchtung vom See, welche vom Sand bedeckt ist. Ich beginne mich in diesen Ort zu verlieben, ich wünschte, ich könnte hier ewig mit Emma verweilen.
Genau in dem Moment, setzt Emma an sich umzudrehen und davon zu gehen, ich packe ihr Handgelenk und sie bleibt augenblicklich stehen.
"Bitte Emma, bleib hier" ist das einzige, was ich zu ihr sage, bevor ich mich wieder dem See zuwende und mich auf einen Felsen setze. Emma kommt meiner Bitte nach und setzt sich neben mich. Schweigend sitzen wir ein paar Minuten nebeneinander, auch dieses Mal ist es keine unangenehme Stille.
Ich genieße ihre Nähe, mein Herzschlag beschleunigt sich mal wieder und auch das Kribbeln in meinem Bauch will einfach nicht verschwinden. Ich merke, wie ich immer wieder einen Blick auf Emma wage.
Ich schaue sie schon wieder an und dieses Mal dreht sie ihren Kopf zur Seite und schaut mir direkt in meine Augen. Ich spüre, wie mir langsam die Hitze in die Wangen steigt, sich ein leichter roter Farbschimmer auf meine Wangen legt und schaue schnell Verlegen zur Seite, damit sie es nicht bemerkt. Nervös knete ich meine Hände und spüre noch immer Emmas Blick auf mir.
"Regina?" flüstert Emma. Ich liebe es, wie Emma meinen Namen ausspricht. Ich drehe meinen Kopf wieder zu ihr und schaue ihr in die Augen.
"Willst du mir erzählen, was mit dir los ist?" fragt sie mich vorsichtig. Ich weiß nicht, was ich ihr daraufhin antworten soll, ich kann ihr ja schlecht erzählen, dass ich die ganzen letzten Nächte nicht geschlafen habe, weil meine Gedanken nicht aufhören wollen, um sie und meine Ängste zu Kreisen. Krampfhaft überlege ich, wie ich ehrlich zu ihr sein kann, ohne ihr meine Gefühle zu offenbaren. Am besten sage ich ihr einfach nur, dass ich die letzten Tage nicht gut geschlafen habe, ohne ihr dabei den Grund dafür zu nennen, so bin ich wenigstens teilweise ehrlich.
,,Ähm.. ich habe in den letzten Tagen einfach nicht gut geschlafen.." sage ich leicht zögernd. An ihrer Stelle, würde ich mir das auch nicht glauben, ich beiße mir auf die Lippe und drehe meinen Kopf wieder Richtung See.
Es fühlt sich an, als wären ein paar Minuten vergangen, bevor Emma meine Hand nimmt und sich erneut äußert.
"Ich glaube dir nicht. Ich glaube dir, dass du die letzten Tage nicht gut geschlafen hast, das sieht man dir an. Aber da ist noch etwas, etwa dass dich noch mehr beschäftigt. Willst du darüber reden?"
Noch immer beiße ich mir auf meine Lippe, schaue zum See und denke darüber nach, was ich antworten soll. Ja Emma, ich will mit dir darüber reden, ich will dir sagen, dass ich dich liebe. Ich will dir sagen, dass ich deine Nähe vermisse, dass ich dich die ganze Zeit um mich herum haben möchte. Ich will dir sagen, wie viel du mir bedeutest, aber ich kann nicht. Ich kann dich als Freundin nicht verlieren, ich brauche dich, auch wenn ich mehr möchte, muss ich mich mit dem zufriedengeben, wie es jetzt zwischen uns ist. ,,Nein ich kann es dir nicht sagen, das würde etwas zwischen uns verändern und das kann ich nicht riskieren." Ihren Blick, den sie beim Warten auf meine Antwort wieder zum See gerichtet hatte, landet wieder auf mir. Scheiße, habe ich das eben laut gesagt?
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Verloren oder doch Gefunden?
FanfictionNach Ewigen Streitereien und gegenseitigen an die Gurgel gehen, haben es Regina und Emma endlich geschafft, das Kriegsbeil zu begraben und Freunde zu werden. Dennoch hatte sich etwas zwischen Ihnen geändert, werden Sie sich das eingestehen können? A...
