Reginas Sicht
Ich weiß nicht, wie lange ich schon am Rennen bin. Es war vielleicht keine so gute Idee, wegzulaufen, denn ich bin noch nie an diesem Ort gewesen und ich habe keine Ahnung, wo ich gerade bin. Erschöpft lehne ich mich an einen Baum, sinke dann auch schon nach unten und fange erneut an zu weinen. Ich wollte ja ehrlich zu Emma sein, wollte nicht wegrennen aber ich konnte es einfach nicht. Die ganze Situation hat mich zusätzlich komplett aufgewühlt und ich fühle mich gerade so verloren. Wie konnte es nur zu einer solchen Situation kommen? Wann hatte ich mich in Emma verliebt? Wann wurde aus Freundschaft mehr? Ich war anfangs so wütend gewesen, als Emma in die Stadt gekommen war. Wir hatten uns gezofft, immer wenn wir miteinander geredet haben. Zugegeben, schon zu Beginn ist mir aufgefallen, wie attraktiv Emma ist, doch mir wäre nie in den Sinn gekommen, dass ich mich in Sie verlieben würde, ich war schließlich unendlich wütend. Nur halt irgendwann nicht mehr.. Dann sind wir Freunde geworden, haben uns das Sorgerecht für unseren Sohn geteilt und unternahmen ab und zu etwas. Auf Emma konnte ich mich immer verlassen und auch ich war für Emma da. Dann bei einem gemeinsamen Ausflug mit Emma und Henry, bei der wir wie eine Familie wirkten, wurde mir bewusst, dass es genau das war, was ich wollte.
Eine Familie, nicht nur irgendeine Familie, Nein, ich wollte genau diese Familie! Meine Gefühle für Emma wurden mir schlagartig bewusst und ich versuchte sie zu verdrängen. Es klappte nicht. Jedes Mal, wenn ich Emma dann erneut sah, wurden meine Gefühle für sie stärker. Also distanzierte ich mich erstmal von ihr, nur vermisste ich sie dann umso mehr. Deshalb beschloss ich, sie wieder an mich heranzulassen, denn Freundschaft war besser als gar nichts.
Die Erschöpfung zeigt sich immer mehr und ich merke, wie müde ich auf einmal bin. Ich beschließe für einen Moment die Augen zu schließen, bis mich ein Geräusch aufschrecken lässt. Ich drehe mich um und sehe in strahlend grünen Augen, die selbst in der Dunkelheit viel zu klar erkennbar sind. Emma hat mich gefunden, sie kommt näher, kniet sich vor mich und nimmt mich in den Arm. Ich bin viel zu müde, um mich dagegen zu wehren und lasse die Umarmung einfach zu, lasse mich hineinfallen und genieße die Nähe. Die Tränen hören auf mir aus den Augen, die Wangen herunter zu laufen und ich beginne mich zu entspannen. Emma sagt nichts und erst, als auch Minuten später kein Wort gefallen ist, beginne ich zu sprechen.
"Tut mir leid, dass ich weggelaufen bin" bringe ich heiser hervor, man kann deutlich an meiner Stimme hören wie müde und ausgelaugt ich bin.
"Schon okay Regina, möchtest du mir jetzt sagen, was los ist?"
Ich höre die Besorgnis in Emmas Stimme und überlege, was ich jetzt tun soll. Wenn ich sie weiter von mir stoße, verliere ich sie. Wenn ich ihr die Wahrheit sage, verliere ich sie vielleicht auch. Also was soll's, ich denke, ich sollte ihr die Wahrheit sagen, auch wenn wir dann vielleicht nicht mehr befreundet sein können. Aber wie soll ich es ihr erzählen, soll ich ihr einfach sagen, dass ich glaube, nein, dass ich weiß, dass ich mich in sie verliebt habe? Dass ich mehr möchte als nur Freundschaft? Dass ich Schmetterlinge im Bauch habe, wenn ich sie sehe oder an sie denke? Dass ich mich in ihren Augen verliere und dass ich sie vermisse, wenn sie nicht bei mir ist? Ach, ich sage es ihr einfach, letzten Endes ist es egal, wie ich es ihr erzähle.
"Also.. ähm.. ich.." stammele ich und nehme meinen Mut zusammen, auch wenn das nur ein kleiner Funke ist, ganz tief in meinem Herzen verborgen.
"Es hat sich zwischen uns etwas geändert Emma." Fange ich an zu erzählen. Bevor ich weiter sprechen kann, fragt sie mich:
"Wie meinst du das?" Ich meine in ihren Augen einen kurzen Moment Hoffnung sehen zu können, welche sogleich von Angst und Trauer verdrängt wird. Ich atme tief durch.
"In letzter Zeit.. Also da.. Ich.. ähm.. Na ja also.. Da ist.. Dieses Flattern in mir, dieses Kribbeln, wenn ich dich sehe. Ich bekomme Herzrasen, verliere mich in deinen Augen. Möchte in deiner Nähe sein, vermisse dich, wenn du nicht da bist. Der Wunsch, dich an mich zu ziehen, meine Lippen auf deine zu legen und dir einen Kuss zu stehlen, dich zu berühren.
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Verloren oder doch Gefunden?
Fiksi PenggemarNach Ewigen Streitereien und gegenseitigen an die Gurgel gehen, haben es Regina und Emma endlich geschafft, das Kriegsbeil zu begraben und Freunde zu werden. Dennoch hatte sich etwas zwischen Ihnen geändert, werden Sie sich das eingestehen können? A...
