Emmas Sicht
Ich wünschte, ich wüsste, was in Reginas hübschen Kopf vor sich geht. Zu sehen, wie ihre Augenringe von Tag zu Tag tiefer liegen, bereitet mir wirklich große Sorgen. Vorhin im Diner überkam mich die Freude, als meine Augen Regina erblickt haben, doch dann habe ich erkannt, wie Kraftlos sie aussieht und ich wollte sie nur noch in die Arme schließen, ihr halt und Kraft geben, bis mir dieser Ort eingefallen war. Bevor Regina und ich Freunde wurden, habe ich mich hierher zurückgezogen, wenn wir uns gestritten haben. Dieser Ort hat etwas Beruhigendes an sich und ich hoffe, hier kann Regina sich fallen lassen und vielleicht redet sie dann mit mir und ich habe eine Chance ihr zu helfen.
"Nein, ich kann es dir nicht sagen, das würde etwas zwischen uns verändern und das kann ich nicht riskieren." höre ich Sie sagen und blicke sie wieder an.
Was könnte Regina nur beschäftigen, dass sie Angst hat, dass sich irgendwas zwischen uns ändern könnte? Gerade ist nicht die Zeit dafür, darüber nachzudenken.
Irgendwie muss ich ihr jetzt zeigen, dass es nichts gibt, das etwas zwischen und ändern könnte. Ich ertrage es nicht, sie leiden zu sehen.
"Regina, ganz gleich worum es geht, du kannst es mir erzählen. Es wird sich nichts zwischen uns ändern Versprochen. Ich bin immer für dich da, Regina, wir sind Freunde, das weißt du doch."
Ich hoffe, dass meine Worte ausreichen, um sie ein wenig zu beruhigen und höre sie erleichtert ausatmen, scheinbar wollte sie das gar nicht laut sagen und hatte befürchtet, mir auch den Rest ihrer Gedanken erzählt zu haben.
Ihr Blick ist noch immer nach vorn auf dem See gerichtet, was sie wohl gerade denkt? Mein Blick schweift runter zu ihren Lippen, dabei fällt mir auf, dass sie heute ungeschminkt ist. Am liebsten würde ich jetzt meine Hand zu ihrem Kind führen, ihren Kopf zu mir drehen, ihr in die Augen schauen und meine Lippen auf ihre legen. Solange sehne ich mich schon nach ihren Lippen, die sich an meine schmiegen und perfekt ineinander passen. Endlich zu wissen, wie sich ein Kuss mit ihr anfühlen würde.
Noch immer schaue ich auf ihre Lippen, als ich bemerke, dass ihr erneut eine Träne die Wange herunterläuft. Sofort schaue ich ihr wieder in die Augen, was schwierig ist, da sie ihren Blick nach unten senkt. Ich lege meine Hand an ihr Kinn und drehe ihren Kopf zu mir.
"Bitte Regina, rede mit mir, ich möchte dir so gerne helfen. Ich bin für dich da. Du kannst mit mir reden, egal was dich beschäftigt. Nur bitte.. Rede mit mir."
Ich weiß nicht, wie lange ich das noch ertragen kann, sie so fertig zu sehen. Ihre, in letzter Zeit, so leeren und düsteren Augen auch noch vermischt mit Traurigkeit zu sehen, zerreißt mir mein Herz. Ich vermisse ihr Lachen, welches das letzte Mal vor mehreren Wochen zu hören war.
Bei dieser Erinnerung muss ich innerlich schmunzeln. Wir waren im Grannys mit Henry, wo Regina einen Kaffee getrunken hat. Henry und ich bestellten uns eine heiße Schokolade mit Sahne und Zimt. Wir haben uns über alles mögliche unterhalten. Als wir darauf zu sprechen gekommen waren, wie es zurzeit bei Henry in der Schule läuft und was es für Neuigkeiten gibt, erzählte er uns ganz aufgeregt vom bevorstehenden Schulball. Als ich ihn dann fragte, ob er schon ein nettes Mädchen gefragt hat, ob sie mit ihm hingehen möchte, verschluckte sich Henry an seinem Kakao und wurde ganz rot, als hätten wir ihn bei irgendwas ertappt. Wegen seiner Reaktion musste Regina herzlich lachen, wofür sie einen bösen Blick von unserem Sohn erntete, was sie nur noch mehr lachen ließ. Seit dem Tag habe ich sie nicht mehr lachen sehen. Es tut unglaublich weh, zu sehen, wie schlecht es ihr geht und ihr doch nicht helfen zu können. Ich hoffe, dass sie anfängt mit mir zu reden, damit ich ihr irgendwie helfen kann.
Erst jetzt bemerke ich, dass Regina mir noch immer nicht geantwortet hat. Sie hat ihren Blick wieder nach unten gesenkt und noch immer kullern Tränen über ihre Wangen. In der Hoffnung, dass es ihr leichter fällt mit mir zu sprechen, wenn Sie mich dabei nicht ansieht, ziehe ich sie in meine Arme und versuche ihr halt zu geben.
Ein paar Minuten bleiben wir so sitzen, bis ich einen erneuten Versuch wage, während ich sie weiterhin in meinen Armen halte. "Regina.. Bitte.. Sag mir doch, was los ist, ich möchte dir helfen."
Ich spüre, wie sie sich bei meinen Worten mehr anspannt. Sie löst sich aus meinen Armen, steht auf, schaut zum See und bleibt einige Minuten so stehen.
Hin und wieder höre ich sie leise Schluchzen. Plötzlich dreht sie sich um, schaut auf den Boden und setzt zum Sprechen an. "Ich.. Ich kann.. Nicht.. Emma." Flüstert sie, bevor sie sich abrupt umdreht und losrennt.
Geschockt von ihrer unerwarteten Flucht, brauche ich einen Moment, bevor ich mich erhebe, um ihr zu folgen. Ich wollte sie doch auf gar keinen Fall in die Flucht treiben, ich möchte doch einfach nur für sie da sein. Wieso sieht sie das denn nicht. Sie ist der verschlossenste Mensch, den ich kenne, fast schon verschlossener als ich selbst. Zugegeben, in den letzten Monaten hat sich das bei mir etwas geändert, da Henry wieder in mein Leben getreten ist und ich in Ruby und Regina gute Freundinnen gefunden habe. Dennoch ist Regina der einzige Mensch, mit dem ich wirklich über meine Gefühle rede, natürlich bis auf die, die ich für sie hege. Ich wünsche mir einfach, dass auch Regina mit mir über ihre Gefühle sprechen würde und über die Dinge, die in ihrem hübschen Kopf vor sich gehen, die sie beschäftigen. Immerhin ist sie nicht alleine, nicht mehr.
Ich laufe ihr jetzt schon einige Minuten hinterher, kann sie jedoch nicht sehen und beschließe daher, zum Auto zurück zu laufen, in der Hoffnung, dass sie dahin gelaufen ist.Währenddessen versuche ich, Sie am Handy zu erreichen. Beim Auto angekommen, muss ich feststellen, dass das Glück nicht auf meiner Seite steht, da ich Regina nirgendwo entdecken kann. Also begebe ich mich wieder auf die Suche nach ihr und rufe dabei Ruby an, die bereits nach dem ersten Klingeln ran geht.
"Emma, schön, dass du anrufst, hast du Lust vorbeizukommen?" fragt sie mich freudig. "Tut mir leid, Rubs, ich kann nicht. Ich muss Regina finden. Kannst du vielleicht auf Henry aufpassen, bis ich sie gefunden habe? "
"Klar kein Problem, was ist denn passiert?" will sie wissen.
"Erzähl ich dir später, ist jetzt nicht so wichtig. Und Danke, dass du Henry nimmst. "
"Das mache ich gerne, das weißt du doch! Du Emma.. Hast du ihr mittlerweile gesagt, was du für sie empfindest? "
"Nein, habe ich nicht, du weißt doch, dass ich es ihr nicht sagen werde..." flüstere ich.
Ich hatte Ruby vor ein paar Wochen von meinen Gefühlen für Regina erzählt, als ich betrunken vor ihrer Tür stand, weil ich nicht wusste, was ich tun soll. Sie war nicht überrascht, als ich ihr von meinen Gefühlen erzählt habe, sie hatte es schon seit einiger Zeit vermutet, gestand sie mir. Ruby hatte mir geraten, mit Regina offen und ehrlich darüber zu sprechen, da sie glaubt, dass Regina die gleichen Gefühle für mich haben könnte. Da ich daran aber nicht glaube, habe ich ihren Rat schnell beiseite geschoben.
Ruby's seufzen, welches mir sagen sollte, dass sie aufgibt, reißt mich aus meinen Gedanken. Ich verabschiede mich noch schnell am Telefon und lege dann auf, um mich wieder auf die Suche zu konzentrieren.
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Verloren oder doch Gefunden?
FanfictionNach Ewigen Streitereien und gegenseitigen an die Gurgel gehen, haben es Regina und Emma endlich geschafft, das Kriegsbeil zu begraben und Freunde zu werden. Dennoch hatte sich etwas zwischen Ihnen geändert, werden Sie sich das eingestehen können? A...
