Mulans Sicht.
Meine kleine Emma, es ist so schön Sie endlich wieder zu sehen. Sie war die Schwester die ich niemals hatte und es brach mir damals das Herz, dass ich Sie verlassen musste. Noch immer konnte ich nicht verstehen, warum sich die Familie damals mich ausgesucht hatte, immerhin war ich das älteste Kind im Heim gewesen und normalerweise suchen die Familien immer ein noch jüngeres Kind aus. Auch wenn ich versucht hatte, sie zu überreden, dass sie auch Emma adoptieren, was Sie nicht Taten, fühlte ich mich unfassbar schlecht, dass ich ausgewählt wurde. Emma und ich hatten immerhin gesagt dass wir für immer zusammen bleiben werden, woraus dann ja nichts wurde und ich sie seitdem auch nicht wiedergesehen hatte. Doch jetzt, durch eine glückliche Fügung des Schicksals, konnte ich Emma endlich Wiedersehen und Sie in die Arme schließen. Ruby kennenzulernen war schon ein unerwartetes Geschenk gewesen, aber als ich dann erfuhr, dass Sie die beste Freundin meiner ausgesuchten kleinen Schwester ist, wurde ich zum Glücklichsten Menschen des Universums.
Nachdem das Wiedersehen gefeiert wurde, gingen Henry, Regina und Ruby nach draußen und spielten, damit Emma und ich in Ruhe über alles reden können. Wir schnappten und also was zu trinken und gingen ins Wohnzimmer, wo wir es uns auf dem Sofa bequem machten und immer noch bis über beide Ohren strahlen.
Ich weiß nicht, wie ich nach all der Zeit das Gespräch beginnen soll, nicht das die Ruhe unangenehm ist, aber es gibt so viel zu erzählen und ich möchte ja auch alles aus Emmas letzten Jahren erfahren.
Emma unterbricht meine Gedanken, indem sie Aufspringt, aus dem Raum läuft und ruft: ,,Komme gleich wieder."
Daraufhin muss ich schmunzeln, denn diese stürmische Art hatte Emma schon damals gehabt.
Meine kleine süße Emma, wie sie damals immer um mich herum gewesen ist und mich ganz für sich alleine haben wollte. Sie war noch so klein gewesen, hatte aber eine unfassbare Energie und war damals der Inbegriff von Optimismus gewesen. Nichts konnte ihre positive Sicht auf jede noch so schwere Situation trüben, bis ich ihr von meinen Adoptiveltern weggenommen wurde. Sie hatte eine traurige Geschichte schon damals gehabt, von ihren leiblichen Eltern als Baby am Straßenrand ausgesetzt, als wäre sie nichts wert und dann die ganzen Pflegefamilien, die ihr so viel Leid zugefügt hatten bis Sie letztendlich doch wieder im Waisenhaus gelandet ist. Zugegeben, für Sie war es nicht leicht gewesen erneut im Waisenhaus zu landen, aber für mich war es wundervoll, denn dadurch fand ich endlich meine kleine Schwester die ich nie hatte. Doch trotz ihrer bis dahin schon schweren Kindheit, hatte ich Sie niemals Weinen sehen. Nicht wenn sie gestürzt ist und sich die Knie Blutig aufgeschlagen hatte, nicht wenn Potenzielle Eltern sie abgelehnt haben, nein Emma weinte nicht, bis auf das eine mal. An dem einem Tag hatte ich Sie weinen sehen, als ich in dem Auto meiner Adoptiveltern wegfuhr und sie verließ. Es hat mir damals das Herz gebrochen. Doch nun, wie sie aufsprang und aus dem Zimmer lief, heilte mein Herz nach all den Jahren wieder und ich bin überglücklich.
Näher kommende Schritte holen mich aus meinen Gedanken und kurz darauf setzt sich Emma wieder neben mich, mit einer Schachtel in der Hand. Sie strahlt mich an und hält mir die Schachtel hin, welche ich neugierig entgegen nehme.
Ich spüre wie mir Tränen aus den Augen laufen, als ich sehe, was sich in der Schachtel befindet.
Sie hatte wirklich alles aufbewahrt, was uns verbunden hat, jede Erinnerung die es materiell aufzubewahren gegeben hatte, befand sich direkt vor meinen Augen. Und so konnte ich nicht anders als zu weinen, die Schachtel abzulegen und Emma in eine lange innige Umarmung zu ziehen.
Emmas Sicht
Genau jetzt in diesem Moment fühle ich mich vollständig und all die Last in den letzten Monaten schienen mir auf einmal so unbedeutend. Warum hatte mich die Vergangenheit nur herunterziehen können, wenn ich doch bereits vor dem auftauchen meiner biologischen Eltern, beinahe alles hatte, was ich mir als Kind gewünscht habe? Und mit diesem Gedanken befinde ich mich plötzlich in den Armen meiner großen Schwester, wodurch mir die Antwort klar geworden ist. Ich konnte die Vergangenheit nicht loslassen, weil ich sonst auch sie hätte los lassen müssen, wozu ich nicht bereit gewesen war oder auch jemals gewesen wäre. Gut, wahrscheinlich steckt noch mehr dahinter, aber genau in diesem Moment scheint nichts davon mehr eine Rolle zu spielen. Wie könnte es auch? Ich bin mit der Frau die ich Liebe zusammen, habe einen Sohn, dessen Lächeln mir jedes mal das Herz wegschmelzen lässt, eine beste Freundin, die immer für mich da ist und mir meine Schwester zurück gebracht hat und natürlich meine Große Schwester, die mir auch in meiner Vergangenheit zur Seite gestanden hat. Und diese Menschen, sie sind meine Familie, mehr brauche ich nicht und mehr möchte ich auch nicht.
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Verloren oder doch Gefunden?
FanfictionNach Ewigen Streitereien und gegenseitigen an die Gurgel gehen, haben es Regina und Emma endlich geschafft, das Kriegsbeil zu begraben und Freunde zu werden. Dennoch hatte sich etwas zwischen Ihnen geändert, werden Sie sich das eingestehen können? A...
