Er erzählte ihr alles.
Dabei war es ihm unangenehm, wenn sie ihn Cayden nannte. Er konnte mit dem Namen nichts anfangen. Doch ihr schien der Name zu gefallen. Also ließ er es zu.
Er musste ihr zugutehalten, dass sie ruhig zuhörte. Auch als er erzählte, wie er seine Schöpferin umgebracht und komplett ausgesaugt hatte. Nur der Mensch den er als erstes getötet hatte, ließ sie kurz innehalten.
„Offenbar treibt dich Wut zu solchen Taten, oder?"
Er nickte.
Sie saßen sich gegenüber auf ihrem Bett und es war intimer, als er es vermutet hatte. Ab und zu berührten sie sich zufällig, aber ihr schien es nichts aus zu machen.
Sie schob den Fingernagel ihres Zeigefingers zwischen eine Zahnlücke.
„Und du bist wirklich der Meinung, dass man einem Dayak helfen kann?"
Er zuckte mit den Schultern.
„Du sitzt gerade einem gegenüber, oder? Ich weiß, dass ich einen Vampir nicht aussaugen darf. Vielleicht hätte ich das schon früher herausgefunden, wenn ich einen erfahrenen Vampir in der Nähe gehabt hätte. Nimm doch zum Beispiel dein Schöpfer..."
Sie schnaubte und er hob eine Hand.
„...wenn man davon absieht, dass er dich gegen deinen Willen gewandelt hat, ist er trotzdem die ganze Zeit bei dir geblieben. Nicht wie meine Schöpferin, die sich aus dem Staub machte und mich alleine ließ. Ich hatte keine andere Chance, als eben diesen Menschen auszusagen. Ich habe Blut gewollt und konnte nicht mehr aufhören. Wäre ich vielleicht gestoppt worden..."
Sie seufzte.
„Das weiß man nicht. Aber in gewisser Weise hast du Recht. Gattlin hätte mich gelehrt, wenn ich es zugelassen hätte. Aber so wie ich Maddox verstanden habe, ist die Vorgehensweise im Allgemeinen so wie bei dir. Aber wie willst du das ändern?"
Er zuckte mit den Schultern.
„Man müsste einen alten Vampir davon überzeugen."
Sie lachte.
Es klang schrecklich. Wie eine rostige Gießkanne. Cayden konnte nicht verstehen, wie ein so perfektes Wesen, wie Vampire es nun mal waren, eine solche Lache haben konnte.
„Wie stellst du dir das vor, Cayden? Du bist ein Dayak und ich bin nicht einmal geduldet!"
Wieder zuckte er mit den Schultern.
„Was ist mit dem Lehrer?"
Sie runzelte die Stirn.
„Welcher Lehrer?"
Er grinste.
„Nun, der etwas Seltsame, der auf Männer steht! Er schien deinen Menschenfreund nicht ganz abgeneigt zu sein!"
Wieder lachte sie. Er seufzte. Wahrscheinlich musste er sich an diese Lache gewöhnen.
„Sag mal, seit wann beobachtest du mich eigentlich schon?"
Er blies die Backen auf.
„Nun ja. Lass mich überlegen. Ich kam vor ein paar Monaten hierher. Warum, weiß ich nicht. Aber schon am ersten Abend habe ich dich gesehen. Du sprangst auf einen Balkon. Ich wusste sofort, was du bist und eigentlich wäre ich geflohen. Doch dann hörte ich deine Geschichte und ich wusste, dass du mir nicht ganz unähnlich bist. Wahrscheinlich fand ich dich deswegen interessant. Du bist nicht so verbohrt wie die anderen. Du bist aufgeschlossen, auch wenn du es nicht zugibst. Und du hasst die Normen. Du findest es ungerecht, dass du für etwas bestraft wirst, für das du nichts kannst. Mir geht es genauso!"
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Bestien der Dunkelheit
VampiroUngewollt zum Vampir! Tamara ist wütend. Ihre Lebenszeit war abgelaufen und sie hatte damit abgeschlossen. Doch Gattlin hatte andere Pläne mit ihr und hat sie zum Vampir gewandelt. Das er damit etwas ins rollen gebracht hat, was niemand vorausgesehe...
