Francis ließ seinen Blick über die Öde schweifen und versuchte, in dem Flimmern des heißen Sandes etwas zu erkennen. Am Horizont stieg Rauch auf.
„Charles" brachte Francis hervor und zeigte auf die untergehende Sonne.
„Ist das da vorne ein Dorf oder sehe ich eine Fata Mogana?"
Charles presste seine Augen zusammen und schützte seine Augen vor der Sonne.
„Nein mein Freund, ich glaube, du hast Recht."
Charles zupfte an seinem schon viel zu langen Schnauzer, wie er es immer tat, wenn er erleichtert war. „Wir machen eine kleine Rast und reiten dann zu dieser Siedlung. Sie werden uns wohl Unterschlupf gebieten."
Francis stutzte.
„Das wird aber keine englische Siedlung sein" berichtete er und sein Magen begann, vor Begeisterung zu kribbeln.
„Ich habe noch nichts von einer unserer hier in diesem toten Land gehört und wohl kaum würde ein Brite freiwillig hier wohnen."
Charles lachte. „dann wirst du also heute deine ersehnten Ureinwohner antreffen, nehme ich an."
Francis riss die Augenbrauen in die Höhe.
„Woher..."
Charles legte ihm eine Hand auf die von Schweiss durchnässte Schulter.
„Mein Sohn, natürlich weiß ich von deinen Schriften oder glaubst du ich bin blind? Wie du immer und überall dieses Zeugs ließt."
Francis zog eine Grimasse.
„Das ist kein 'Zeug', Charles, dass ist Geschichte und Kultur. Wir müssen doch wissen, wie wir ihnen entgegentreten müssen, wenn wir sie antreffen."
„Naja" erwiderte John, „Mit gezogenem Schwert, dass ist sicher."
Francis fuhr herum und drückte seinen Zeigefinger auf Johns' Brust.
„Wehe ihr bedroht diese Menschen ohne Grund mit euren Schwertern, dann lasse ich euch in der Wüste zurück!"
John ruderte zurück.
„Die werden uns eh zuerst töten, Francis!"
Francis schüttelte den Kopf.
„Diese Menschen werden uns friedlich entgegentreten, wenn wir es auch tun."
Er nahm einen letzten großen Schluck aus seiner Flasche, dann stieg er auf seinen Hengst.
„Bis die Sonne untergegangen ist, wollen wir wohl dort sein."
Charles stellte seinen Fuß auf den Steigbügel und zog sich mit einem lauten Stöhnen hoch.
„Wirst ja wohl nicht alt werden, mein Freund!" witzelte Francis und Charles senkte den Blick.
„Es tut mir leid dir das zu sagen, mein Sohn, aber auch ich bleibe nicht jung."
Er lächelte und schaute seinen Nachfolger an.
„Ich gebe mir nicht zu lange, deswegen hoffe ich, ich kann dir noch viel beibringen."
Nun war es Francis, der den Blick senkte.
„Du wirst mir hoffentlich noch lange zur Seite stehen."
Charles legte ihm wieder die Hand auf die Schulter.
„Daran habe ich keinen Zweifel."
Charles hob die Hand und deutete den Männern, wieder aufzusitzen.
Francis ließ seinen Blick über seinen alten Freund schweifen.
Charles war wirklich alt geworden.
Sein Haar war von Rot-Braun auf weiß umgestiegen und auch sein Schnauzer ließ nicht mehr erkennen, welche Farbe er mal hatte. Sein Gesicht warf Falten und auch seine Hände waren knochig.
DU LIEST GERADE
Die Indianerin
Fiksi RemajaAls der junge Siedler Francis mit seinen Männern im Neu-entdeckten Amerika ankommt, scheint für ihn zunächst die Mission wichtig, das sagenumwobene El-Dorado zu finden. Doch als er dann zu einem Indianerstamm kommt und Enola kennenlernt, die halb In...
