Aria
„Wir sind da", sagte Dad gut gelaunt nach der zweistündigen Autofahrt nach L.A.
Luke und ich hoben gleichzeitig die Köpfe und stöhnten ebenso synchron auf, als wir das Gebäude unserer neuen Schule vor uns sahen. Groß, modern, viel zu geschniegelt – genau die Art von Ort, an dem man auffiel, selbst wenn man es nicht wollte.
„Ach, kommt schon", versuchte Dad uns aufzumuntern. „Wir sind wieder zu Hause. Ihr seht Milo und Jason wieder, und bald leitet ihr gemeinsam mit Milo den Hauptsitz."
Luke und ich wechselten einen Blick und grinsten uns vielsagend an. Allein diese Aussicht machte den Schulwechsel erträglicher.
Kurz darauf standen wir zu dritt neben dem Auto. Dad erklärte, dass er unser Gepäck in die Villa bringen, ein paar Dinge regeln und uns nach der Schule wieder abholen würde. Bevor er einstieg, zog er uns beide noch einmal in eine feste Umarmung.
„Habt Spaß", sagte er und sah mich dabei warnend an. „Und Aria – bitte stell heute nichts allzu Dummes an."
Ich grinste schief. „Ich verspreche, niemanden umzubringen. Dafür kann ich mich ja ab morgen in der Lagerhalle austoben."
Dad lachte leise und schüttelte den Kopf. „Das ist meine Tochter." Dann klopfte er uns auf die Schultern, stieg ein und fuhr davon.
„Bereit, Chaos zu stiften?", fragte Luke, während wir Richtung Schule gingen.
„Immer", antwortete ich und spürte, wie sich meine vertraute Kälte über mich legte – die Maske, die ich aufsetzte, wenn ich keine Schwäche zeigen wollte.
„Okay", murmelte Luke, als er die Blicke bemerkte, die plötzlich auf uns gerichtet waren. Erst jetzt fiel auch mir auf, dass fast jeder auf dem Schulhof stehen geblieben war, um uns anzustarren.
Ich schenkte ihnen keinen weiteren Blick und ging weiter, den Kopf erhoben. Die Aufmerksamkeit der Jungs spürte ich trotzdem – ignorierte sie aber bewusst.
Nach einigem Herumirren fanden wir schließlich das Sekretariat und bekamen unsere Stundenpläne. Ich landete in der 11b, Luke in der 9b. Unsere Klassenräume lagen schräg gegenüber, also gingen wir noch ein Stück gemeinsam den Flur entlang.
Plötzlich hörte ich meinen Namen.
„ARIA!"
Luke und ich drehten uns gleichzeitig um, und im nächsten Moment rannte Riley auf mich zu. Sie fiel mir ohne Vorwarnung um den Hals, und ich musste unwillkürlich lachen.
„Riley", sagte ich ehrlich glücklich.
Nachdem sie auch Luke umarmt hatte, sah sie uns neugierig an. „Was macht ihr hier?"
„Es gab eine Spur von Ace", erklärte ich. „Und wir sollen unserem Onkel helfen. Also bleiben wir hier."
Rileys Augen leuchteten. „Ernsthaft? In welche Klassen geht ihr?"
„Aria in die 11b, ich in die 9b", antwortete Luke.
„Perfekt! Ich bin auch in der 11b."
Gemeinsam gingen wir weiter. Kurz vor meinem Klassenraum verabschiedete sich Luke, und ich konnte mir lebhaft vorstellen, wie er jetzt den coolen Neuen geben würde.
Riley öffnete die Klassenzimmertür ohne anzuklopfen. Sämtliche Köpfe flogen zu uns, und der Lehrer warf ihr einen missbilligenden Blick zu. Ich musste mir ein Schmunzeln verkneifen.
„Willkommen in der Hölle", murmelte Riley und setzte sich seelenruhig auf ihren Platz.
Der Lehrer räusperte sich. „Sie müssen die neue Schülerin sein."
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Zwillinge aus Schatten - Getrennt durch Lügen, verbunden durch Blut
Fiksi RemajaABGESCHLOSSEN Aria und Luke haben schon viel durchlebt - doch die größte Leere bleibt: ihr verschollener Bruder Ace. Während sie sich durch ein Netz aus Geheimnissen, Verrat und längst begrabenen Erinnerungen kämpfen, merken sie, dass die Schatten d...
