Kapitel 14

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Meine Nachforschungen zu typischen  Symptomen beim Ertrinken haben etwas Zeit in Anspruch genommen, ich hoffe jedoch es hat sich gelohnt.
Viel Vergnügen mit diesem Kapitel!

Eure A_Elch

„Guten Morgen, Molly. Schön Sie zu sehen. Ist nun auch schon wieder eine ganze Weile her. Ist Sherlock schon da?", fragte Greg. „Ja, er ist bereits drüben. Haben Sie einen Unfallbericht zur Leiche? Der sollte eigentlich schon da sein.", erkundigte sich Molly. „Ein seltsamer Zufall. Für meinen Geschmack ein paar zu viele für einen Fall. Am besten rufen Sie Nixon an und fordern den Bericht an. Er kann ihn nachher einfach mitbringen. Denn Sherlock und ich waren niemals hier. Sonst bin ich die längste Zeit Inspektor gewesen. Hat er denn schon etwas herausgefunden?" „Er hat wie immer nicht viel mit mir geredet. Ich hoffe das ändert sich jetzt, da Sie da sind." Sie betraten den Raum, in dem Sherlock mit der Leiche war. Dieser zog mit einer Pinzette etwas aus den Kleidern des Mannes auf dem Obduktionstisch. „Und schon etwas entdeckt?", fragte Greg. „Natürlich!", antwortete Sherlock ohne Molly oder den Inspektor anzuschauen „das wirklich interessante ist doch, was der offizielle Bericht sagt. Denn das hier war offensichtlich kein Unfall." „Offensichtlich.", wiederholte Greg ironisch. Sherlock, der mittlerweile ein kleines Plättchen fürs Mikroskop präpariert hatte, legte seine Pinzette beiseite und lief auf den Kopf der Leiche zu. „Atypisches Ertrinken, also entweder bewusstlos oder wurde gewaltsam unter Wasser gedrückt. Hier am Hinterkopf haben wir eine Wunde, verursacht durch einen stumpfen Gegenstand. Jedoch ist es keine Treibeverletzung, sondern diese Verletzung kam vor dem Aufenthalt in der Themse, denn die Wundheilung an der Luft hat bereits begonnen. Er wurde mit dem Kopf unter Wasser gedrückt. Die kleinen Adern hier zeigen, dass er angestrengt Luftholen wollte und schließlich kein Sauerstoff mehr zu den wichtigen Organen kam. Er kann nicht auf typische Weise ertrunken sein. Der Schaumpilz am Mund fehlt, die Paltauschen Flecken sind vermutlich nur gering da und außerdem erkennt man kleine Kratzer und Holzsplitter an den Handgelenken. Doch das Bemerkenswerte ist die Mundhöhle. Man findet Alkoholrückstände. An den Schleimhäuten im Rachenbereich erkennt man, dass etwas gewaltsam dort hinein geschoben wurde. Ein Schlauch oder etwas vergleichbaren. Die Tatsituation erklärt sich nun von selbst. ... Oder auch nicht, wenn ich diese Gesichter sehe. Er bekommt etwas mit und wird entdeckt. Sie hauen ihm eins über, doch er bleibt vermutlich bei Bewusstsein. Es muss direkt an der Themse passiert sein, denn die Täter drücken ihn auf den Holzsteg und seinen Kopf unter Wasser. Zu diesem Zeitpunkt stirbt er. Man will es wie einen Unfall eines Obdachlosen aussehen lassen, der nachts in die Themse fällt. Daher flößt man ihm gewaltsam Alkohol ein. Daher würde man mit Sicherheit auch Alkohol in der Lunge finden. Dann wurde er an dieser Stelle in die Themse geworfen und gehofft es sei damit erledigt. Könnten wir Lunge und Magen öffnen, würde dies meine Schlussfolgerung bestätigen. Bei näherer Untersuchung der Lunge dürfte keine typische Lungenblähung vorhanden sein; sondern wassergefüllt und blutreich. Der Magen wird die Wydler-Zeichen aufweisen." „Super. Ein Fall, den ich einfach nicht zugeteilt bekomme, ist kein Unfall, sondern Mord. Und die ‚Zufälle' in diesem Zusammenhang häufen sich. Was machen wir jetzt mit den neuen Informationen? Zeugen wird es ja dann keine weiteren geben. Wir wissen nicht einmal wo es passiert ist.", stellte Greg resigniert fest. „Wie kann man das denn nicht sehen?! Wir haben doch alles, was wir brauchen. Ich habe in seiner Kleidung verschiedene Algenarten gefunden. Durch ihre Bestimmung und der Holzart des Stegs können wir im Abgleich mit den Strömungsdaten und dem Fundort auf den Tatort schließen. Jetzt würde ich gerne in Ruhe arbeiten." „Sherlock, ich bin jedes Mal aufs Neue beeindruckt."

Wie gerne er nicht Lestrade, sondern Susan damit beeindruckt hätte. Doch ihm war bewusst, dass er sie heute nicht mehr sehen würde. Er widmete sich seinem Mikroskop zu und versuche die verschiedenen Algenarten zu identifizieren. Ihre Abwesenheit hatte ihn verletzt. Er fand kein anderes Wort dafür, um das Gefühl in ihm zu beschreiben. Er hatte es genossen sie in der Bakerstreet zu haben, ihre flüchtigen Gespräche, ihre starke Persönlichkeit, die außergewöhnlichen Fähigkeiten und er bewunderte, wie verschieden sie letztendlich zu Jim Moriarty war. Er hatte sie doch nur vor ihm beschützen wollen. Vor ihm und vor denen, die sie als Druckmittel brauchten. Moriartys Netz hatte Löcher und somit wussten mehr Leute von Susans Identität, als ihm lieb war. Sherlock wusste, dass die Gefahr noch nicht vorbei war. Er hoffte Susans Vertrauen wiederzuerlangen und sie beschützen zu können. Er hatte ein paar Nachforschungen betrieben und einige Spuren führten zu diesem Fall. Doch er konnte sich noch nicht erklären, wie genau die Fäden zwischen all dem verliefen.

Pling. Greg schaute auf sein Telefon und las die Nachricht von Susan.

5 Minuten, wir nehmen den Fahrstuhl. SP

„Sherlock, wir müssen raus hier. Nixon kommt. Wir nehmen das Treppenhaus, dann laufen wir ihm nicht in die Arme. Molly es wäre reizend, wenn Sie für Nixon einen neuen Bericht schreiben könnten.", damit schob er Sherlock, weg von seinem Mikroskop, nach draußen und ins Treppenhaus. Vielleicht bildete er sich das ein, aber er dachte dort das ‚Ping' des Aufzugs zu hören, gerade als sie außer Sichtweite waren. Gerne wäre er zurück, um wenigstens kurz einen Blick auf sie erhaschen zu können. „Wird sie an diesem Fall mitarbeiten?", fragte Sherlock, als sie draußen vor dem Barths standen und rauchten. „Ich denke schon. Die Aussprache hat ihr gut getan. Ich glaube, sie braucht mit allem momentan ein wenig Zeit. Es war doch recht viel auf einmal. Du, ihre Brüder, Weltbilder fallen in sich zusammen. Ruf sie doch einfach nachher an und erzähle ihr, was du herausgefunden hast. Gehe es langsam an und verhaue es nicht direkt. Dann wird sie bald wieder mit dir reden."

Stay with me. GL (BBC Sherlock Ff Fan Fiction)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt