18~ Wie ich Alec beruhige und die Tollpatschigkeit in Person bin

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Sinja:

"Es geht um Finn und Kiki!...

...Sie hatten einen Unfall!" flüstert Alec traurig und seine Augen schweifen verzweifelt auf den Boden zu. Erschrocken bleibe ich mitten im Raum stehen. "W-was?" verlässt ein ungläubiges Hauchen meinen Mund und auch Connor und Jayden scheinen nun hellwach zu sein.

"Wann? Wie? Wo?" Dringt sofort ein Redeschwall aus Jays Richtung und Alec schüttelt den Kopf. "K-keine Ahnung wo der Unfall war. M-mir wurde erst gerade aus dem Krankenhaus angerufen und...und ich weiss doch auch nicht! Wir müssen sofort los! Bitte!" Ruft er verzweifelt und einstimmig nicken wir.

"Welches Krankenhaus?" fragt Connor sobald wir im Auto sitzen und sieht sich nach dem am Boden zerstörten Alec um, der nur sowas wie: "Hier...hier in der Stadt..." murmelt. Ich sitze gemeinsam mit ihm auf der Rückbank und streiche dem armen Jungen über den Rücken.

Auch ich mache mir ungeheure Sorgen um Kiki...und vielleicht auch um Finn, aber irgendwie scheint die Information mein Hirn noch nicht vollständig erreicht zu haben, denn ich bin überraschenderweise sehr ruhig. Ungewöhnlich ruhig...die Tatsache, dass meine beste Freundin im Krankenhaus liegt und möglicherweise schwer verletzt ist, kommt mir so surreal vor, dass ich es nicht wahrnehmen kann.

"Warum waren sie denn jetzt schon unterwegs?" frage ich Alec murmelnd doch er schaut nur traurig auf und zuckt mit den Schultern. "Keine Ahnung...e-eigentlich wollten sie erst heute Abend eintreffen... Sinja...ich mache mir solche Sorgen um Kiki. Was wenn ihr etwas geschehen ist? Was, wenn sie Schäden mit sich tragen wird? Schäden, die sie ihre Träume nicht verwirklichen lassen oder sie ein Leben lang behindern? Oder was, wenn sie sich nicht mehr an mich erinnern kann...was wenn ich sie verliere? Ich habe Angst Sinja...solche Angst..."

Diese Angst schwappt wie eine Welle über mich. Ich spüre seine Verzweiflung, seine Trauer, so stark, dass mir Tränen in die Augen treten. Ich will etwas beruhigendes zu ihm sagen. Ihm sagen, dass alles gut wird und Kiki nichts geschehen ist, doch kein Ton verlässt meinen Mund. Ich bin und bleibe stumm, mit verschlossenen Lippen, unfähig den Schlüssel zu finden.

Ich sehe ein, dass Worte nichts bringen würden, bloss leeres Geschwätz wären. Deshalb tue ich das einzige, was mir in diesem Moment richtig erscheint. Ich schliesse den zerbrechenden Jungen in die Arme, lasse all mein Mitgefühl, meine Liebe und eigene Trauer in diese Geste fliessen und verharre in der Position.

Langsam beruhigt er seinen Atem, wird tatsächlich ruhiger und scheint sogar Hoffnung zu schöpfen. "Danke." murmelt er schniefend und ein leichtes Lächeln schleicht sich auf meine Lippen. "Du liebst sie wirklich, nicht wahr?" flüstere ich und er nickt. "Mehr als alles andere. Ich...ich könnte nicht...wenn ihr etwas geschieht..." stottert er und ich streiche ihm abermals beruhigend über den Rücken. "Shhh, denk nicht darüber nach. Wir sind gleich da und dann wirst du sie sehen."

Tatsächlich verstummt einige Minuten darauf der Motor und wir steigen vor einem grossen, weissen Gebäude aus. Schlagartig und mit grossen Schritten steuert Alec auf das Krankenhaus zu und wir folgen ihm. Während die Jungs gut mithalten können, muss ich immer wieder zwischen Joggen und Rennen wechseln, um überhaupt nachzukommen.

An der Rezeption bleibt Alec keuchend stehen. "Wo ist Kiki...Kiki Stone?" Fragt er die ziemlich gelangweilt aussehende Empfangsdame. Ich kann ein Lächeln nicht unterdrücken als ich an Kikis Nachnamen denke. Stone...eigentlich witzig, dass jemand Stein heisst, aber Archer ist in diesem Fall auch nicht gerade viel besser. Grundsätzlich heisse ich ja Sinja Eileen Bogenschütze, was mehr als komisch klingt.

Schnell schüttle ich den Kopf. Warum zur Hölle denke ich in einem Moment wie diesem an Nachnamen?

Die Dame hebt eine Augenbraue. "Sind sie Familienangehörige?" fragt sie dann und Alec dreht kurz verzweifelt den Kopf zu uns um. "Ja, Cousins und das hier ist ihre Cousine...wir würden gerne zu den Stone Geschwistern wenn das möglich wäre." Geht Connor so ernst dazwischen, dass ich es ihm beinahe selbst abgekauft hätte.

Wie ich bin...Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt