Sinja:
"Hallooooo! Wir sind wieder daaa!",
rufe ich durch das Haus und erhalte gleich darauf eine Antwort:...nämlich Stille. Erdrückende Stille erwartet uns und verwirrt wechseln ich und Finn einen Blick. "Leute?", lässt nun auch Finn seine Stimme durch den Gang hallen, was aber ebenso wenig zu Erfolg führt, wie mein Versuch.
Gleichgültig zucke ich mit den Schultern und streife meine Schuhe ab. Dann schlurfe ich gähnend ins Wohnzimmer, wo sich auch gleich darauf ein Grinsen auf meinen Lippen abzeichnet. Unsere vier Mitbewohner liegen alle schlummernd vor dem laufenden Fernseher. Kiki hat sich im Schlaf an die Brust von Alec gekuschelt, der sie fest mit dem rechten Arm umschlungen hält. Connor und Jayden haben es sich beide in den Sesseln gemütlich gemacht, wobei Jay aber kurz vor einer Begegnung mit dem Boden zu stehen scheint. Meine Augen finden die von Finn und mein Grinsen beginnt zu wachsen. Mit einzig und allein diesem Blick weiss ich, dass wir an genau dasselbe denken.
"Eins",
beginne ich leise zu zählen.
"Zwei",
fährt flüsternd Finn fort.
"drei!"
"AUFSTEHEN!",
Schallt es zeitgleich aus unseren Mündern und genugtuend beobachte ich die dabei ausgelöste Reaktion. Mit weit aufgerissenen Augen schreckt Kiki von Alecs Brust auf und klammert sich zugleich wieder an ihm fest, da sie ansonsten vom Sofa purzeln würde.
Jayden hingegen hat nicht so viel Glück und knallt mit voller Wucht auf den Teppich. Ein überraschtes Keuchen verlässt seinen Lippen und sein Gesicht verzerrt sich schmerzhaft. Connor, der Glückspilz, schlägt bloss gähnend die Augen auf und beobachtet unversehrt die sich abspielende Situation.
"Huh? Ihr seid ja schon wieder da", bemerkt Kiki stirnrunzelnd und rappelt sich auf. Motiviert grinsend nicke ich mit dem Kopf und eine Sekunde später hat sie mich bereits in eine Umarmung gezogen. Danach schliesst sie ihren Bruder in die Arme und mustert uns beide abwechselnd, als sie sich wieder von ihm gelöst hat.
"Hmm...ihr seht glücklich aus", bemerkt sie und ich zucke die Schultern. "Roka ist echt ein kleiner Engel." Bei diesen Worten fixiert mein Blick Alec, welcher ein wenig beschämt den Kopf senkt. "Ich dachte wirklich, er könnte mich nicht ausstehen", versucht er sich zu rechtfertigen, doch ich winke ab.
"Schon okay, Brüderchen. Missverständnisse gibt es überall auf der Welt und dieses wurde doch noch überraschend schnell gelöst, nicht wahr?" Zustimmend lächelnd nickt Alec und nun fallen alle in das Gespräch mit ein.
Gemeinsam setzen wir uns auf das Sofa, während unsere vier Mitbewohner jede kleinste Kleinigkeit aus mir und Finn herauszuquetschen versuchen. Wir erzählen ihnen von Bens und Akemis Haus, deren spezieller Einrichtung und natürlich von Roka und unseren Erlebnissen mit ihm.
Es ist ein gemütlicher Abend, doch die Müdigkeit macht sich nach und nach bei allen bemerkbar und bald darauf fällt die Entscheidung, sich in unsere jeweiligen Betten zu bewegen, um endlich ein wenig Schlaf zu finden.
Ich tapse im Halbschlaf die Treppe hoch, muss mich dabei aber immer darauf achten, die nächste Stufe überhaupt erwischen zu können.
"Nicht umfallen, nicht umfallen, nicht umfallen", murmle ich die Worte wie eine Beschwörungsformel vor mich hin und zwinge meinen Körper angestrengt dazu, die Augen offenzuhalten. Ansonsten würde ich mich wahrscheinlich einfach unüberlegt auf die Treppe fallen lassen und einschlafen.
Endlich in meinem Zimmer angekommen, wechsle ich wie im Trance meine Kleidung, putze die Zähne und krieche ins Bett. Mein Bett! Mein gemütliches Bett! Mein gemütliches, unschlagbares Bett! Me- okay, ich höre schon auf.
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Wie ich bin...
Teen FictionSinja Eileen Archer lebt ihr Leben so, wie es jede zurückhaltende junge Erwachsene in ihrer Situation tun würde: Vernünftig und immer mit einem Lächeln auf den Lippen. Doch dann erfährt sie etwas, das ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt. Seit ihrem...
