08. Ein verlockendes Angebot

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Gingkas Behauptung war noch nicht einmal übertrieben, er hat schier endlos viele Burger verdrückt; bei seiner schlanken Figur hättest du niemals gedacht, dass derart viele in ihn reinpassen. Gefühlt waren die Burger in wenigen Sekunden weg, während du gerade das erste Mal von deinem abgebissen hattest. 

Den Laden kannst du absolut weiterempfehlen, es hat dir sehr gut geschmeckt und das Personal war ebenfalls nett und vor allem geduldig mit Gingka. Es überrascht und schockiert dich immer noch, dass er so viel essen kann und sich sogar noch etwas für Zuhause mitgenommen hat – seinen grandiosen Stoffwechsel hättest du liebend gerne. 

Inzwischen geht ihr getrennte Wege, Gingka hat dir zwar angeboten, dich zu deinem Hotel zu begleiten, weil es langsam dunkel wird, aber du hast dankend abgelehnt. Das wäre ein unnötiger Umweg für ihn und du kommst gut alleine klar – Ryugas rote Wange nach deiner Ohrfeige ist der perfekte Beweis dafür. 

Spätestens bei Battle Blader werdet Gingka und du euch wiedersehen, wenn ihr euch nicht vorher bei irgendeinem Turnier oder auf der Jagd nach Ryuga und Doji begegnet. Du wirst nicht fast drei Monate warten, bis du dich ihnen erneut stellst. In der Zeit können sie viel zu viel Unheil anrichten und LDrago die Kontrolle an sich reißen, darauf kannst du und höchstwahrscheinlich die meisten anderen gerne verzichten. 

Außerdem hast du das dumpfe Gefühl, dass Doji dir ebenfalls eher auf die Nerven gehen wird, du hältst ihn nicht für den Typen, der schnell nachgibt. Bestimmt werdet ihr euch bald wiedersehen, hoffentlich diesmal ohne Verstärkung seitens Ryuga. Dann wird er sehen, wer als Letztes lacht – nämlich du. 

Bei dem Gedanken ist es dir nicht möglich, ein triumphales Grinsen zu unterdrücken, Optimismus ist vielleicht nicht deine Stärke, aber in dem Fall hältst du ihn für angebracht. Doji wird früher oder später das, was er verdient bekommen, irgendwann hat seine Glückssträhne ein Ende. 

Deine Schadenfreude findet jäh ein Ende, als dein Handy klingelt und Ryutos Name aufleuchtet. Du hast ihm noch nicht erzählt, was heute passiert ist und du willst es auch gar nicht tun, andererseits möchtest du ihm nicht weitere Lügen aufbinden, die dich irgendwann einholen werden und euer Vertrauensverhältnis zerbrechen könnten. 

Ryuga ist sein Bruder, eigentlich hätte er die Wahrheit verdient – vor allem, nachdem du dafür gesorgt hast, dass er zu seiner eigenen Sicherheit vorerst bei seinen Eltern bleibt und sich nicht selbst auf die Suche nach Ryuga begibt. Er würde sich nur unnötig in Gefahr begeben, es reicht vollkommen, dass er dies regelmäßig bei seinen Erkundungen macht. 

Er ist zu jung und noch nicht bereit für das, was aktuell passiert und noch geschehen könnte – das seid ihr alle, im Gegensatz zu ihm habt ihr allerdings keine Wahl. Du wirst alles in deiner Macht stehende dafür tun, um ihn zu beschützen – vor Doji, vor Ryuga, vor der Dark Nebula und vor sich selbst – das beinhaltet unter anderem, dein schlechtes Gewissen zu ignorieren und ihm manche Sachen zu verschweigen, die ihn verletzen könnten. 

Du wirst denselben Fehler nicht noch einmal begehen, Ryuto wird nichts passieren, dafür wirst du höchstpersönlich sorgen. Ryuga und Doji haben sein Leben lange genug zerstört. 

„Hey Ryuto", nimmst du den Anruf daher gespielt locker und gut gelaunt an, „solltest du nicht längst im Bett sein?" 

Du kannst förmlich hören, wie er seine Wangen aufplustert. „Es ist noch gar nicht so spät und ich bin im Bett, ich schlafe halt nur nicht." 

Amüsiert schüttelst du den Kopf, seine Erziehung gehört zu deinem Glück nicht zu deinen Problemen, von denen du genügend hast, dafür sind seine Eltern zuständig und du möchtest in der Hinsicht nicht mit ihnen tauschen. 

Ryuto ist förmlich die Unvernunft und Starrköpfigkeit in Person und hat die besten Ausreden parat, das hat er von seinem Bruder. Dir reichen deine regelmäßigen Beinahe-Herzinfarkte durch ihn, graue Haare wirst du früh genug bekommen.
Ausnahmsweise bist du froh darüber, weil er dir die perfekte Entschuldigung bietet, jetzt nicht mit ihm zu telefonieren und dir Zeit gibt, genau darüber nachzudenken, was du ihm wie erzählen willst und was nicht sowie dich mental auf das Gespräch vorzubereiten. 

„So funktioniert das nicht. Wir können uns gerne morgen unterhalten, aber jetzt gehst du schlafen."


Eine kurze Weile erhältst du keine Antwort von ihm und stellst die Vermutung auf, dass er vielleicht so müde gewesen und während eurer Unterhaltung weggedämmert ist. 

Als du plötzlich eine bekommst, bevor du auflegen kannst, zerreißt dich Sorge in seiner Stimme beinahe. „Ist alles okay?" 

„Mach dir keinen Kopf, es ist alles in Ordnung", erwiderst du sogleich wie aus der Pistole geschossen, „Mir geht es gut, ich bin nur etwas erschöpft und habe nicht den Erfolg gehabt, den ich mir versprochen habe. Mit manchen Sachen konnte ich mich noch nicht genauer auseinandersetzen, weil ich aufgehalten wurde, daher würde ich lieber morgen konzentrierter und in Ruhe darüber sprechen." 

Deine Worte entsprechen der Wahrheit und sind nicht einmal gelogen, du hättest dir den Tag definitiv anders vorgestellt und er hat an deinen Kräften und vor allem Nerven gezerrt. Demzufolge hast du nur ein paar winzige Details ausgelassen, die du eventuell nächstes Mal erläutern wirst – wahrscheinlich eher nicht. 

Trotzdem klingt Ryuto nicht sonderlich entspannt. „Aufgehalten? War noch einer von Dojis Leuten im HQ?" 

„Ryuto, ganz ruhig. Ich habe nur Gingka getroffen."

„Uhu", du siehst sein Grinsen und sein wissendes Wackeln mit den Augenbrauen förmlich vor dir, „läuft bei euch, vor allem bei dir. Da schnappst du dir den bekannten Gingka Hagane. Du musst ihn mir mal vorstellen, Mum und Dad wollen ihn auch unbedingt endlich kennenlernen." 

„Was?!" Das Lächeln, was bis eben deine Lippen geziert hat, verblasst in einer verwirrten und gleichzeitig empörten Miene deinerseits. 

Du bist Gingka gerade einmal viermal begegnet, hast ein paar Nachrichten mit ihm ausgetauscht und findest es fast schon zu früh, ihn als Freund zu bezeichnen. Er hielt dich für ein Mitglied der Dark Nebula, du hast ihn belogen und dein ehemals bester Freund hat seinen Vater umgebracht, das spricht garantiert nicht für eine enge Beziehung! Würde euch nicht die Situation mit Ryuga und eure Wut auf Doji verbinden, würdet ihr euch niemals derart nahestehen. 

Es ergibt null Sinn, dort etwas hineinzuinterpretieren, was nicht ist. Nur weil ihr etwas Zeit miteinander verbracht und euch nicht gegenseitig ermordet habt, heißt das nicht, dass irgendetwas zwischen euch „läuft" wie Ryuto es so schön formuliert hat. Ansonsten hättest du schon sehr viele feste Freunde gehabt. 

Ja, du verstehst dich mittlerweile recht gut mit Gingka und du bewunderst ihn für seine Persönlichkeit und seine Stärke, das bedeutet aber nur, dass er eine Art Vorbild für dich ist.
Außerdem hast du neben all diesen Gründen genug damit zu tun, Ryuga irgendwie zur Vernunft zu bringen und Doji mit seiner Dark Nebula aufzuhalten und selbst wenn, würdest du dich wohl kaum darüber mit Ryuto unterhalten. 

„Bitte sag mir, dass das ein schlechter Witz ist", bringst du weiterhin fassungslos hervor. 

Seine Eltern würden es bestimmt deinen erzählen und diese würden dir dann die Hölle heiß machen, dass sie es nicht von dir erfahren hätten und dir unfassbar unangenehme Fragen stellen, das möchtest du nicht erleben. 

Ryuto kommentiert dein Leiden schlicht mit einem lauten Lachen. „Ich fand den Witz lustig." 

Erleichtert atmest du aus und ignorierst den Drang, Ryuto mit irgendetwas zu bewerfen, das funktioniert durchs Handy leider nicht. „Ich hasse dich." 

„Ich hab dich auch lieb, Star."

Wie automatisch berührst du bei dem Spitznamen sanft die Kette um deinen Hals, seit du sie trägst, nennt Ryuto dich so. Obwohl er seine nicht mehr um seinen Hals hängt, schaut er jedes Mal strahlend auf die deine, seinen ersten gefundenen Schatz und das Zeichen für den Bund zwischen euch drei, der nicht mehr besteht. 

Just in dem Moment kommen dir Gingkas Worte wieder in den Sinn, er hat direkt von Anfang an gewusst, dass du Ryuga gemeint hast, weil ihm eure ähnlichen Ketten aufgefallen sind. Das bedeutet folglich, dass er sie bei seinem Diebstahl von LDrago trotz der vergangenen Jahre noch getragen und erst irgendwann danach abgelegt hat.

Eventuell schlummert in ihm wirklich noch zumindest ein kleiner Teil des alten Ryugas, der nach einem Sieg über LDrago und die Dark Nebula zurückkehren könnte.

„Gute Nacht, Ryuto, geh endlich schlafen", kommentierst du seinen Scherz nicht weiter und beendest das Gespräch.

Es ist spät genug und so langsam vermisst du dein weiches und gemütliches Hotelbett, in das du wahrscheinlich drei oder viermal passen würdest. Bei dem Gedanken kannst du ein Gähnen nicht mehr unterdrücken, nach den heutigen Ereignissen hast du dir die Ruhe verdient.


Das Schicksal ist allerdings ein mieser Verräter und scheint das anders zu sehen, denn vor dem Hoshi – es ist tatsächlich Zufall gewesen, dass du in einem Hotel unterkommst, dass übersetzt „Stern" heißt – steht niemand anders als dein bester Feind Doji und du wirst schlagartig hellwach.

Er hält wieder sein obligatorisches Sektglas in der Hand und sein typisches arrogantes und finsteres Grinsen legt sich auf seine Lippen, als er dich bemerkt. „Ich habe mich schon gefragt, wann dein Rendezvous mit Gingka endet."

Du ignorierst vorerst gekonnt, dass erneut jemand mit dem Thema anfängt und schenkst ihm deinen besten Todesblick. Obwohl er sehr bescheiden gestartet ist, hätte der Tag ein gutes Ende finden und insgesamt gar nicht vollkommen katastrophal sein können, nun wird er wohl so enden wie er begonnen hat.

„Hätte ich gewusst, dass du hier auf mich wartest, wäre ich natürlich viel eher gekommen." Deine Stimme trieft vor gespielter Freundlichkeit und die Ironie könnte kaum auffälliger sein. „Hat sich deine Verstärkung wieder versteckt?"

„Ich muss dich leider enttäuschen. Ryuga ist nicht hier, du musst dich mit meiner Wenigkeit begnügen." Seine Antwort klingt zutiefst bestürzt und er setzt eine entschuldigende Miene auf.

Gerne hättest du ihm erneut irgendwelche Beleidigungen an den Kopf geworfen und ihn darauf hingewiesen, dass er dir gestohlen bleiben und sich in die Hölle verziehen kann, allerdings schonst du deine übriggebliebene Energie lieber für Sinnvolleres. Er wird dich aus einem bestimmten Grunde erneut aufgesucht haben und dir fehlen die Nerven für seine blöden Spielchen.

„Was willst du?", hakst du deshalb direkt nach und kannst dir einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen, „Hast du heute etwa eine Drohung vergessen oder ist deine letzte Entführung schon zu lange her?"

Dojis Augen blitzen für wenige Sekunden gefährlich auf, aber er lässt sich von deinen Bemerkungen nicht provozieren. Stattdessen nimmt er gemütlich einen Schluck seines Getränks, bevor er zu einer Erwiderung deiner Worte ansetzt: „Ich habe nie jemanden entführt – Ryuga hat mich aus freiem Willen begleitet – und ich plane aktuell keine Entführung, falls es dich beruhigt."

Ehe du ihn mit einem Widerspruch unterbrechen kannst, hebt er die Hand und deutet dir an, ihn ausreden zu lassen. „Ich bin hier, weil ich ein Angebot für dich habe, das unsere beiden Interessen deckt: Du wirst Mitglied der Dark Nebula und ich verspreche dir im Gegenzug, dass sowohl deiner als auch Ryugas Familie nichts passieren wird. Wenn LDrago die Herrschaft erlangen wird, können sie und du friedlich ohne Angst mit weiteren Vorteilen weiterleben, wäre das nicht toll?"

Dir liegt ein sarkastisches „Wow, das klingt fantastisch" auf der Zunge, das du mit Mühe herunterschluckst. Du würdest dich niemals auf so etwas einlassen, Ryuto würde dir es nie verzeihen, dich dem Feind anzuschließen und einfach kampflos aufzugeben, nur damit er in Sicherheit wäre – von der Glaubwürdigkeit Dojis mal abgesehen.

Er lügt wie gedruckt, warum sollte er ausnahmsweise die Wahrheit sagen? Doji würde wahrscheinlich alles tun, um seine Ziele zu erreichen, ein Versprechen seinerseits ist nichts wert und selbst wenn, der Zweck heiligt nicht die Mittel. Würdest du wirklich auf sein Angebot eingehen, könntest du nie wieder in den Spiegel schauen.
Demzufolge solltest du das Angebot direkt ausschlagen und es gar nicht erst in Erwägung ziehen, alles spricht dagegen und dennoch zögerst du. 

Prinzipiell würde die neue Situation dir eine perfekte Chance bieten, an Ryuga ranzukommen und gleichzeitig die Dark Nebula auszuspionieren, in der Theorie wüsstest du immer, was sie als Nächstes planen und könntest das zu eurem Vorteil nutzen. In der Praxis würde Doji dir nicht in eine Millionen Jahren vertrauen und mit einem Verrat deinerseits rechnen. 

Warum sollte er ein derartig hohes Risiko eingehen, damit du dich seiner Organisation anschließt? Du bringst ihm keinen Mehrwert, für Doji wäre das Angebot kein lukratives Geschäft, sondern ein Verlust, auf welchen er sich nie einlassen würde. 

Hinter dem Deal steckt irgendein anderer Plan, der sich dir leider zurzeit nicht erschließt. Doji spielt eines seiner Spielchen mit dir und es liegt an dir, ob du dich darauf einlässt oder nicht.


Doji beobachtet deinen Zwiespalt kommentarlos und mit engelsgleicher Geduld, er trinkt in aller Seelenruhe sein Glas aus und studiert danach interessiert das Hotel sowie die Restaurantkarte. Ein leichtes hinterhältiges Grinsen legt sich dabei auf seine Lippen, er scheint zufrieden, dass du seinen Vorschlag in Betracht ziehst und sein finsteres Vorhaben eventuell aufgehen könnte – zumindest interpretierst du sein Verhalten so. 

Erneut beweist er sein schauspielerisches Talent, als er sich höflich und entgegenkommend an dich wendet: „Ich erwarte nicht sofort eine Antwort von dir. Denk in Ruhe darüber nach und du wirst zu dem Schluss kommen, dass dies das Beste für beide Seiten ist." 

Du tust es ihm gleich und stellst deine darstellerische Leistung zur Schau. Dein neutraler Ausdruck wandelt sich zu einem skeptischen und du legst die Hand an dein Kinn als würdest du überlegen. „Wo ist der Haken?"

Eine andere Reaktion würde ihn misstrauisch machen. Dank Ryuga kennt er dich gut genug, um dich halbwegs einschätzen zu können – das hat er oft genug bewiesen – und es liegt auf der Hand, dass du dem Ganzen argwöhnisch gegenüberstehst. 

„Du musst mir vertrauen und ich dir." 

Hättest du just in dem Moment etwas getrunken, hättest du es wie in vielen Comedy-Serien vor Lachen und Empörung wieder ausgespuckt. Die Behauptung, dass zwischen Gingka und dir mehr als Freundschaftliches laufen würde, war irre genug, das übertrifft sie um Welten. Vorher lernen Schweine fliegen, das ist wesentlich wahrscheinlicher. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit und kein Haken. Es bietet dir allerdings die perfekte Gelegenheit, etwas über seine wahren Absichten zu erfahren und du hast einen Einfall, wie du jene nutzen willst.

„Wenn du möchtest, dass ich dir vertraue, dann beantworte mir eine Frage ehrlich", forderst du in einem möglichst neutralen Ton. 

Dein Plan geht auf, denn mit einem knappen Nicken stimmt Doji deiner Idee zu. 

Leider weist er allerdings eine kleine Lücke auf: Du hast nur eine Frage von den tausend, die du am liebsten stellen würdest. Wie sollst du dich zwischen denen entscheiden?
Wortwörtlich hast du die Qual der Wahl, es gibt zig Dinge, die du erfahren möchtest: Was ist wirklich in der Nacht von Ryugas Vielleicht-Entführung passiert? Warum hat er sich damals Ryuga „ausgesucht"? Was will er von dir und wieso sollst ausgerechnet du seiner Organisation beitreten? 

Seit Ewigkeiten tappst du im Dunkeln und er könnte etwas Licht ins Ganze bringen. Anderseits ist die Vergangenheit eben Vergangenheit, du kannst nichts mehr daran ändern, was damals geschehen ist. Die Gegenwart und Zukunft sind wichtiger. 

Damit triffst du endgültig deinen Entschluss: „Warum willst du unbedingt, dass ich der Dark Nebula beitrete?"

„Das ist eine gute Frage." Doji deutet mit einer schnellen Handbewegung zu einer Holzbank ganz in eurer Nähe. „Setz dich lieber, die Antwort dauert länger und wird dir nicht gefallen." 

Zum gefühlt hundertsten Male verkneifst du dir einen Widerspruch am heutigen Tag, eine Diskussion würde die Unterhaltung nur unnötig in die Länge ziehen. Vor Doji alleine hast du keine Angst, bevor er irgendetwas machen kann, hast du deinen Bey gezogen und die Überhand gewonnen. 

Ob du nun vor dem Hotel stehst oder wenige Meter entfernt sitzt, macht keinen Unterschied. Deshalb nimmst du schweigend auf der Bank Platz und als letztes Zeichen der Abneigung und des Trotzes verschränkst du demonstrativ die Arme vor der Brust, ehe eine Hand auf deinem Launcher liegen bleibt.

Um einen gewissen Sicherheitsabstand zu gewähren, lehnt sich Doji unbeeindruckt an den Laternenpfahl vor dir, bevor er mit einem Funkeln in den Augen, welches dir ein ungutes Gefühl bereitet, seine Erzählung startet: „Der Hauptgrund ist simpel: du könntest gefährlich werden, sowohl dein Beyblade als auch dein Verhältnis zu Ryuga. Es gibt vieles, das du nicht weißt, was dein Leben verändern wird."

„Was willst du lieber zuerst hören?" Sein typischer kaltblütiger Ausdruck kehrt auf sein Gesicht zurück und seine Mundwinkel heben sich zu einem frostigen Grinsen. „Dass Ryuga in dich verliebt oder dass dein Vater an allem beteiligt war?" 

Von einer Sekunde auf die nächste wirst du kalkweiß, deine Hand rutscht zitternd von deinem Launcher und sämtliche Worte bleiben dir im Hals stecken. Er lügt! Niemals würde dein Vater so etwas tun!
Doji will dich mit seinen Psychospielchen manipulieren, eine andere Erklärung gibt es nicht. Dennoch ist dir plötzlich speiübel, du fühlst Vision Hippogryph pulsieren und wirst von verdrängten Erinnerungen erschlagen. 

Ob Doji die Wahrheit sagt oder nicht, eines stimmt: Dein Leben hat sich nun komplett auf den Kopf gestellt und du zweifelst an allem.


Kindheitsträume - I. Versprochen ist versprochenGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt