33. Anfänge und Enden

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Mehrmals blinzelst du schläfrig, als du aufwachst und Verwunderung legt sich auf deine Gesichtszüge, nachdem du das Zimmer nicht erkennst. Es dauert einen Moment, bis du realisierst, was passiert ist und du richtest dich sogleich kerzengerade in dem Bett auf. Irgendjemand muss Ryuga besiegt haben, ansonsten wärst du weiterhin in einem komatösen Zustand. Noch begreifst du das nicht gänzlich und du entfernst erst einmal vorsichtig die ganzen Kabel der Überwachungsmonitore von deinem Körper.

In dem Raum hängt weder eine Uhr noch ein Kalender und dein Handy befindet sich nicht in deiner Hosentasche, weswegen du keinen Anhaltspunkt hast, wie lange du geschlafen hast und welcher Tag heute überhaupt ist. Launcher und Beybox baumeln auch nicht mehr an deinem Gürtel und du schlägst eilig die weiße Decke weg. Immerhin kannst du deine Schuhe direkt entdecken und schlüpfst in diese, ehe du langsam aufstehst.

Ein heller Zettel fällt dir daraufhin auf dem Nachtisch ins Auge und du greifst diesen zum Lesen: „Ich habe Hippogryph zur Reparatur mit in den B-Pit genommen, ich hoffe, das ist in deinem Interesse. Erhol dich gut. Liebe Grüße, Madoka."

Sogleich schleicht sich ein sanftes Lächeln auf deine Lippen und du legst das Papier wieder zurück. Es ist nett von Madoka, dass sie sich sofort um deinen Bey kümmert und du bist froh, dass er von ihr repariert wird, da er laut deinen verschwommenen Erinnerungen einiges abbekommen hat. Hippogryph könnte nicht in besseren Händen sein und in der Hinsicht vertraust du Madoka blind. Sie wird alles tun, dass er wieder heil wird.

Durch die fehlende Bewegung braucht dein Kreislauf etwas, um wieder in Gang zu kommen und du taumelst zum Fenster, während schwarze Flecken in deinem Sichtfeld tanzen. Die Fensterbank dient dir als Stütze und du schaust neugierig hinaus. Der Himmel ist strahlendblau, keine einzige dunkle Wolke verbirgt die kräftige Farbe oder die Sonne und ihre Wärme ist trotz der Entfernung zu spüren. Es donnert weder noch zucken violette Blitze durch die Gegend, kein Rauch steigt auf und die Erde wird nicht durch Explosionen erschüttert. Es ist tatsächlich vorbei. Dass du hier stehst, ist Beweis genug und doch kannst du es erst bei dem Anblick glauben.

Ein erleichterter Laut, der einem Lachen ähnelt, entweicht dir und die restliche Müdigkeit verfliegt. Obwohl du noch nicht ganz fit bist, fühlst du dich voller Energie und willst rausstürmen. Anders wirst du Ryuga sicherlich nicht erwischen, weil er nach einer Niederlage bestimmt nicht in Metal City bleiben wird. Dennoch huschst du erst ins Bad, um wieder wie ein normaler Mensch auszusehen und dich zumindest grob zurechtzumachen. Beim Blick in den Spiegel fällt dir auf, dass die Kratzer vom Kampf nicht sonderlich tief waren, da die meisten schon verblasst sind und der Energieraub keine sichtbaren Konsequenzen mit sich gezogen hat. Zwar kam es dir aufgrund der Schmerzen so vor, aber LDragos Krallen haben keine Wunden auf deiner Haut hinterlassen.

Nachdem du deine Jacke sowie deine ganzen Habseligkeiten von dem Plastikstuhl gegriffen hast, öffnet sich die Tür und niemand anderes als Tsubasa steht im Rahmen jener. Er ist nicht mehr blass und bei ihm sind keinerlei Schrammen mehr zu erkennen. Sein silbernes Haar hat er provisorisch mit einem Haargummi unten zusammengebunden und seine bernsteinfarbenen Augen sind so intensiv wie immer. Vor allem ist er wach und gesund und das ist alles, was zählt.

„Kyoya hat mir von deinem Kampf erzählt. Ich bin froh –" Weiter kommt er nicht, denn deine stürmische Umarmung unterbricht ihn und er erwidert sie nach kurzem Zögern.

Eigentlich ist das nicht deine Art, du fällst wenigen Personen um den Hals – nur sehr guten Freunden und auch das in Ausnahmesituationen – jetzt kannst du deine Freude und gleichzeitig den winzigen Unglaube in deinem Kopf, der noch nicht alles verarbeitet hat, nicht zurückhalten. Es geht euch gut, Tsubasas Körperwärme und sein regelmäßiger Herzschlag bezeugen das und das Schmunzeln möchte nicht mehr verschwinden.

Kindheitsträume - I. Versprochen ist versprochenGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt