31. Letzte Vorbereitungen

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Tsubasas Bauch hebt und senkt sich regelmäßig, während die Geräte um ihn herum leise piepen und seinen gleichmäßigen Herzschlag messen. Er wirkt weiterhin ungewohnt blass und das Bett zu groß für seinen Körper, obwohl er alles andere als klein ist. Es ist ungewohnt, ihn so verletzlich und schwach zu sehen und deine Hand zittert, als du seine sanft berührst. Auch seine Wärme ist verschwunden und im grellen Licht fallen die Kratzer und Schnitte viel deutlicher auf.

Da sowohl die Arena als auch das Stadion durch Ryugas Dark Move wieder zerstört wurden, findet euer Kampf erst morgen statt und du hast dich direkt ins Krankenhaus begeben. Gerade kannst du niemand anderen um dich herum ertragen. Du willst keine aufmunternden Worte hören, da nichts die Situation verbessert. Des Weiteren willst du nicht die mitleidigen Blicke auf dir spüren und die Furcht in ihren Augen sehen, weil sie dich nicht auch verlieren wollen.

Dass euer Match erst morgen ansteht, kommt dir entgegen. Vielleicht kannst du bis dahin dein Gefühlschaos zügeln und wieder einen klaren Kopf bekommen. Es ist wichtig, dass du deine Emotionen kontrollierst und dich ihnen nicht hingibst, ansonsten hat Ryuga schon gewonnen und du wirst chancenlos gegen ihn untergehen. Trotz des Wissens ist es unfassbar schwierig, ruhig und besonnen zu bleiben. Wie willst du nicht an das denken, was Ryuga getan hat? Allein sein Gesicht erinnert dich daran und er wird dir morgen direkt in dem Stadion, in dem er Tsubasa und Hikaru die Energie geraubt hat, gegenüberstehen.

Du kannst deine Wut kaum zurückhalten, da sie beinahe endlos ist. Würdest du ihr oder der Trauer freien Lauf lassen, könntest du sie bis morgen allerdings nicht stoppen und dein Versprechen nicht einhalten. Tsubasa hat an dich geglaubt und die anderen tun es ebenfalls. Der Druck ist enorm und dennoch tut es gut, dass deine Freunde und Bekannten dich anfeuern werden und dich nicht sofort abschreiben. Keiner von ihnen soll enttäuscht oder noch schlimmer verletzt werden als ohnehin schon. Wie du das bewerkstelligen sollst, ist dabei leider der kritische Punkt.

Die Tür hinter dir öffnet sich und du fährst augenblicklich herum, um denjenigen – höchstwahrscheinlich Gingka – zu informieren, dass sich nicht mehr als ein Besucher in dem Raum befinden darf und ihn so freundlich rauszuschmeißen. Zu deiner großen Überraschung ist die Person, die das Zimmer betritt, jedoch nicht Gingka oder einer seiner Freunde, sondern die brünette Unbekannte mit dem Verband am linken Arm. Nun siehst du sie das erste Mal aus der Nähe vor dir und sie kommt dir furchtbar bekannt vor, weshalb dir deine Worte im Mund stecken bleiben. Woher kennst du sie?

„Yuina Inoue", stellt sie sich knapp vor und die Absätze ihrer Stiefel klackern auf dem gefliesten Boden.

In dem Moment macht es in deinem Kopf klick und dein Blick verfinstert sich. Sie war mit einer Akte als Mitglied der Dark Nebula aufgeführt, als du die Daten zusammen mit Tsubasa heruntergeladen hast. Was will sie hier und warum zur Hölle ist Kyoya mit jemandem, der für Doji arbeitet, befreundet?

„Schickt Doji dich?" Deine Stimme ähnelt purem Gift und du bewegst demonstrativ die Hand zu deinem Launcher.

„Nein." Yuina bleibt gelassen und ihre violetten Augen mustern dich kühl. „Aber Tsubasa. Ich bin für die WBBA tätig. Laut Tsubasa wärst du bereits darüber informiert."

Vage erinnerst du dich daran, wie Tsubasa erwähnt hat, dass sie die WBBA unterstützen würde. Zwischen all den Ereignissen, die sich momentan überschlagen, ist das untergegangen und Yuina Inoue ist gerade dein kleinstes Problem. Logischerweise ist deine Aufmerksamkeit ganz auf den anstehenden Kampf gerichtet und nicht auf die junge Frau, die einen unsympathischen Eindruck hinterlässt.

„Kann sein, ich setze mich gerade mit wichtigeren Dingen auseinander", entgegnest du kalt und drehst ihr den Rücken zu. „Es ist nur ein Besucher erlaubt."

Kindheitsträume - I. Versprochen ist versprochenGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt