"Chaos ist das Wort, das wir für eine Ordnung gefunden haben, die wir nicht verstehen."
-Henry Miller
"Supergirl, er kommt von links!". Kara hörte die Stimme ihrer Schwester durch ihren Com-link in ihrem Ohr laut und deutlich. Kurz bevor eine dunkelgrün geschuppte Pranke ihren Brustkorb zerreißen konnte, duckte sie sich und sprang auf den Rücken des Aliens. Die Riesenechse bäumte sich auf und fauchte. Kara klammerte sich an die Rückenplatten des Wesens. "Könntest du, ich weiß auch nicht, dich vielleicht beruhigen?", fragte die Superheldin. Ein verneinendes Knurren war die Antwort. "Natürlich nicht...", seufzte Kara. Die Echse schleuderte sie nun von ihrem Rücken. "Das hätte jetzt wirklich nicht sein müssen, Gozilla!", rief Kara, als sie sich aus dem Staub aufrappelte und sich wieder in die Luft erhob. Die Hände in die Seiten gestämmt, schwebte der Held über dem Wesen und beobachtete es mit hoch gezogener Augenbraue. "Na, lass uns mal sehen wie du damit klar kommst", flüsterte sie. Schnell erhob sie sich in die Luft und flog an die nächste Hausecke. Mit Staub bedeckten Händen griff Kara nach einer Laterne. "Und Ruck", zischte die Blonde durch zusammengebissen Zähne während sie die Laterne mit einem dumpfen Laut aus dem Asphalt zog.
Die Laterne von einer Hand in die Andere jonglierend, flog sie wieder auf die Riesenechse zu. Ein spitzbübiges Grinsen zeigte sich auf dem Gesicht der 25 Jährigen. "Na los, komm her Godzilla! Zeig was du kannst!".
Wenige Minuten später lag die Riesenechse auf dem Asphalt. Die Laterne war wie ein Seil um den schuppigen Körper gewickelt. "Hat doch funktioniert", murmelte Kara zufrieden und klopfte sich die staubigen Hände an ihrem Rock ab. Aus ihrem Com-Link ertönte die Stimme von Alex: "Gut gemacht! Jetzt komm zurück zur Zentrale Supergirl! Es hat sich Besuch für dich angekündigt". "Ich bin gleich da!".
Mit wehender Haarmähne stürmte Kara in die DEO. Die grauen Wände der Bundeseinrichtung waren mit Bildschirmen gepflastert und auf langen Tischen standen Laptops. In einem Halbkreis standen mehrere Personen versammelt. Ohne Probleme erkannte Kara ihre Schwester. Die kurzen roten Haare schimmerte leicht unter dem hellen Licht der Deckenlampen. Kurz darauf nahm sie Brainy war, der seine Arme wie immer hinter seinem Rücken verschränkt hielt und die Schultern gerade nach hinten drückte, neben ihm stand Nia. Die junge Frau trug eine der DEO Uniformen und hatte ihre braunen Haare zu einem straffen Pferdeschwanz nach hinten gebunden. J'onn blockierte die Sicht auf die Person welche sich vor dem Hauptbildschirm befand. "Hey Leute!", rief sie und zog damit die Aufmerksamkeit der kleinen Gruppe auf sich. Während sich drei Personen wenig beeindruckt herumdrehten, zuckte Nia überrascht zusammen.
"Das war gute Arbeit da draußen, Supergirl", lobte J'onn sie mit einem kaum sichtbaren Lächeln. "Aber vielleicht könntest du demnächst kein Eigentum der Stadt als Fesselmöglichkeit verwenden? Die Versicherung ist mittlerweile mit der Ausrede 'Wir haben Leben gerettet' nicht mehr wirklich zufrieden". Kara schnaubte verächtlich. "Haben die jemals versucht einen Dinosaurier zu fesseln? Ich denke nicht". Nun möchte Brainy sich ein. "Nun, sie haben vielleicht nicht die nötige Erfahrung um ihre Entscheidungen zu verstehen, allerdings sind in den letzten vier Wochen die Preise für Reparaturen in der Stadt aufgrund von Unfällen durch supernaturelle Einflüsse um beinahe 40% gestiegen". Er starrte für einen Moment in die Luft. "Die Kostenquote bezieht sich damit nun auf ca. 60 tausend Dollar die Woche". Nia stieß einen kleinen Pfiff aus. "Kein Wunder, dass die angepisst sind". Kara verschränkte die Arme vor ihrer Brust. "Wenn wir uns dann von diesen Thema wegbewegen könnten?". Alex unterbrach sie: "Wir wollen nur das du ein wenig umsichtiger bist! Du scheinst in letzter Zeit... nicht verantwortungsbewusst mit deinem Kräften umzugehen". Kara seufzte: "Das stimmt nicht. Die neuen Bösewichte die hier auftauchen verlangen nunmal eine festere Hand". Dies war gelogen. Die Bösewichte, die Momentan die Stadt heimsuchten, hätten nicht einfacher zu besiegen sein können. Kara hatte einfach nur keine Lust mehr sich zurückzuhalten. Durch den Verlust Lenas brauchte sie irgendetwas an dem sie ihre Wut auslassen konnte. Doch damit war es nun wohl vorbei. Brainy wollte wieder zum Sprechen ansezten, doch Karas kalter Blick ließ ihn verstummen. Die anderen nickten einfach.
"Nun, wie vorhin schon erwähnt, hat sich Besuch für dich angekündigt", sagte Alex. Ein kleines Lächeln erschien auf den Lippen der Älteren und um ihre Augen bildeten sich kleine, kaum zu sehende Lachfältchen. Sie deutete J'onn zur Seite zu gehen. Hinter dem breiten Rücken des Marsmenschen tauchte ein schlaksiger Mann im grauen T-Shirt auf. Kara sprang förmlich auf ihn zu um ihn zu umarmen. "Barry!", rief sie fröhlich und strubbelte ihm durch die braunen Haare. "Hey Kar", begrüßte der schnellste Mann der Welt sie, leicht überwältigt von ihrer schwungvollen Willkommensgeste. "Ich hab dich schon lange nicht mehr gesehen, wie geht's dir?", wollte die Blonde wissen. Das Lachen auf dem Gesicht des Mannes verschwand. "Ich will ehrlich sein, nicht sonderlich gut". Sofort wurde Kara ernst. "Was ist passiert?". "Ich denke wir sollten uns dafür an einen bequemeren Ort zurückziehen". Er drehe sich zu den Anderen um. "Ich bringe sie nur schnell auf den Stand der Dinge". Damit griff er sie an der Hand und führte sie durch den Eingang, durch welchen einige DEO-Agenten sie neugierig beobachtet hatten. "Wir reden in deiner Wohnung".
Mit der Hilfe von Superspeed erreichten sie kurz nacheinander die Wohnung der Blonden. Nervös öffnete Kara die Tür. Sobald sie das Appartement betreten, saußte sie wie ein Wirbelwind im Zimmer herum und zog die Vorhänge beiseite, welche die letzten Wochen lang für einen Großteil der Zeit die Sonne außerhalb der Wohnung gehalten hatten. "Gott, wieso zum Teufel ist es hier so stickig?", fragte Barry. Karas Gesicht färbte sich leicht rot. "Die Fenster sind zu?", versuchte sie die Position zu überspielen. "Das hab ich auch gemerkt.". Er sah sich um. "Können wir bitte ein Fenster aufmachen?". Kara, welche noch immer einen der Vorhänge festhielt, sah peinlich berührt zu Boden. Nach einem kurzen Klicken waren die Fenster geöffnet und die beiden Freunde setzten sich auf das Sofa. Beherzt ließ sich Barry in die Kissen fallen.
Kara beobachtete ihn eine Weile lang. "Nun, was ist genau passiert?". "Es ist kompliziert.", meinte der Andere. Kara sah ihn durchdringlich an. Der Ältere seufzte. "Schon gut...".
Er sah sie noch einmal durchdringlich an. "Ich denke wirklich dass du vorher tief durchatmen solltest". Kara verdrehte die Augen. "Spucks schon aus Barry!".
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Hey, hier ist wieder eure Autokorrektur! (⌒∇⌒) Klang ganz spannend, oder? Wird Barry etwas weltveränderndes sagen oder vielleicht doch nur darauf hinweisen, dass Kara einen Fleck auf ihrem Shirt hat? Tja, hier ein kleiner Tipp: Um das herauszufinden musst du einfach nur weiterlesen!
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Broken Soul
FanfictionDer Moment in dem du alles verlierst, kann der Moment sein, der dir eine neue Chance gibt. Eine Supercorp story
