chapter 13

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“He was a father. That’s what a father does. Eases the burdens of those he loves. Saves the ones he loves from painful last images that might endure for a lifetime.”
– George Saunders

Lenas Augen waren noch immer auf die Stelle gerichtet, auf welcher bis vor wenigen Minuten noch Connor gestanden hatte.
Er wirkte... Anders.
Lena konnte es nicht anders beschreiben, selbst wenn sie es versucht hatte. Der Mann wirkte die meiste Zeit über glücklich und er schien ein fantastischer Vater zu sein. Aber gleichzeitig hing eine Träge um ihn herum wie ein grauer Schleier. Sie konnte es nicht erklären ab es schien, als ob er die Zeit anders wahr nehmen würde. Oder als ob er etwas erlebt hätte, das Zeit für ihn unbedeutend und zugleich zur wichtigsten Sache der Welt erklärt hatte.
Alex hatte ihr nur wenig über ihn erzählt. Sie wusste dass der Blonde in der Armee gewesen war und dass er dabei scheinbar sein Bein verloren hatte.

Lena seufzte und stellte sich vor den Computer Screen. Mit einer Bewegung, öffnete sie die Googlesuchleiste.
'Connor Watson'
Die Ergebnisse der Suche waren Überschriften von verschiedenen Magazinen.
'Watson Cooperation entwickelt neuartige Prothese' und 'Connor Watson, eine Revulotion der Wissenschaftsbranche'.
Lena grunzte, sie hatte nie einen solchen Ritterschlag von Magazinen erhalten. Der Name Luthor, hatte die Meisten Reporter davon abgehalten gutes über sie zu schreiben... Naja. Bis auf Einen. Sie sah wieder auf das Bild welches an der Wand hing.
Sie holte ihr Handy heraus. Nach all den Jahren war ihr Lockscreen noch immer ein Selfie mit Kara.

Es war nach einem Spieleabend gewesen und die Beiden hatten danach eine Übernachtung geplant gehabt. Karas Kopf lag auf ihrer Schulter und die Brille hing schief auf ihrer Nase. Sie beide hatten ein sanftes Lächeln auf den Lippen. Wenn Lena darüber nachdachte, hatte sie seit Karas Tod nicht mehr so gelächelt.

Hätte sie der Blondine nur damals eher verzeiht. Es wäre vielleicht anders gekommen. Doch ihr Luthor Intellekt, hatte sich in diesem Moment auf Sturr gestellt. Nun zahlte sie den Preis. Die Tatsache das sie im Streit auseinander gegangen, Lena würde es ihr ganzes Leben lang bereuen.
"Oh Kara...", Flüsterte sie. "was würdest du tun?". Das Bild antwortete nicht. Seufzend, steckte sie es wieder zurück in ihre Tasche. Die Überschrift 'Connor Watson: single und heiß', sprang ihr ins Auge.

Sie grinste. Nicht dass sie dem wiedersprechen würde, aber die Magazine sollten dringend ihr Level an Professionellität ändern.
Sie klickte wieder auf die Suchleiste.
'Connor Watson, Army'
Sie klickte auf suche.
Ihre Augenbrauen zogen sich zusammen. Als Suchergebniss kamen Bilder des Mannes mit Soldaten, welche offensichtlich seine Patienten waren. Doch keine Spur davon, dass es selbst einmal einer gewesen war. Ihre Stirn bildete Falten. "Aber wie?".

Eine Hand legte sich auf ihre Schulter. Erschrocken fuhr sie herum. "hey Lena.", Sagte die väterliche Stimme J'onns. "Du bist es nur. Gott, erschreck mich doch nicht so!", Meinte die Schwarzhaarige.
"Sorry.", Brummte er.
Seine Augen flackerten zum Bildschirm. Sein Blick wurde dunkel.
"Ich wusste es!", Brummte er. Lena hob eine Augenbraue. "Was genau?". Er blickte kurz zu ihr. "Mit dem Kerl stimmt was nicht. Erst konnte ich seine Gedanken nicht lesen, und jetzt stellt sich heraus daß er über seine Vergangenheit gelogen hat.".
Lena nickte zögernd. "Vielleicht sollten wir nach seinen Alten suchen? Dort könnte etwas drin stehen was seine Story bestätigt?". Sie klang als würde sie es selbst nicht wirklich glauben.

"Ich hab schon nachgesehen. Es gab nie einen Connor Watson in der Army. Genauer gesagt, hat er bis vor wenigen Jahren noch gar nicht exestiert!". Lena verschränkte ihre Armee vor der Brust. "Was?".
J'onn nickte. "Genau. Die Akten gehen genau fünf Jahre zurück. Natürlich hat er auch eine gefälschte Akte, aber seine Richtige kann von uns immer abgerufen werden. Connor Watson wurde vor fünf Jahren erst ins Leben gerufen.".

"Aber wie ist das möglich?". Der Marsianer schüttelte seinen Kopf. "Keine Ahnung.". Er kratzte sich mit einer Hand am Kopf. "Die Tatsache, dass ich seine Gedanken nicht lesen kann, bereitet mir ernsthafte Sorgen. Er könnte gefährlich sein.".
Die Schwarzhaarige nickte. "Aber weshalb sollte er dann eine Organisation Gründen welche anderen Wesen hilft?".
Der Mann zuckte mit den Achseln. "Wir hatten schon seltsamere Fälle.". Lena sah ihn zustimmend an. "Ich würde trotzdem sagen, dass wir ihn erst einmal im Auge behalten. Er hat bisher nicht schlimmes getan.". "Ja, noch nicht.", Knurrte J'onn. "Aber sobald irgendetwas verdächtiges passiert, greifen wir ein!". Die blau-grünen Augen Lenas funkelten. "Ich verspreche dir, sobald etwas auffälliges geschieht, stellen wir ihn zur Rede.".
Der Marsianer wirkte beruhigt. "Du hast also mit seiner Tochter gespielt?", Fragte er, auf einmal viel fröhlicher.
"Sie ist goldig. Sie interessiert sich für alles Neue! Sie will so viel lernen und gleichzeitig ist sie so aufgeweckt und lächelt die ganze Zeit.".
J'onn lächelte liebevoll. "Du kommst gut mit Kindern klar.", Stellte er fest.
Lena schüttelte den Kopf.
"Vielleicht, wenn du James seinen Antrag annimmst, bekomme ich ja ein paar Enkelkinder?".
Die Schwarzhaarige lächelte. "Nun, es wird nicht so schnell gehen, aber wenn es je soweit sein sollte, sei dir sicher dass du der Weltraumopa wirst!". Zufrieden grinste J'onn.
"Ich verspreche dass ich der beste Opa aller Zeiten werde!". Lena lachte. "Das glaube ich dir.". Er wandte sich ab. Lena hielt ihn zurück und fasste ihn an der Hand. "Habe ich mich je dafür bedankt, dass du mich in deine Familie aufgenommen hast?". J'onn schüttelte den Kopf. "Du musst dich nie für etwas bedanken was selbstverständlich ist, iníon!".
Lena lächelte. "Naja, trotzdem danke, athair".
Um seine Augen herum bildeten sich Lachfalten.

"Ich sehe dich dann später?", Fragte er.
Sie nickte.

Aus dem Irischen:
iníon=Kind
Athair= Vater

Broken SoulWo Geschichten leben. Entdecke jetzt