chapter 30

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"True love comes quietly, without banners or flashing lights. If you hear bells, get your ears checked."

– Erich Segal

Die Nacht hatte Connor damit verbracht sich szenarien zu überlegen in welchen er Eliza und Alex die Wahrheit sagte. Die Beiden hatten noch immer keine Ahnung und es graute dem Blonden davor was folgen könnte. Was wäre wenn Alex ihm nicht glauben würde? Wenn ELiza ihn mit einem abschätzigen Blick abschreiben könnte? Immer mehr Erinnerungen waren im Laufe der Stunden wieder zu Tage getreten. Daran wie er mit der Rothaarigen geflogen war. Wie ihre Mutter den Beiden am Ende des Tages Kekse gegeben hatte. Der Hauch von Reue schlich sich in die Seele des Blonden ein. Sechs Jahre. Sechs Jahre als Connor- als er selbst.

Doch war er wirklich er selbst wenn dieser Teil seiner Geschichte, das was ihn zu der Person gemacht hatte die er war, einfach weg war? War er wirklich er selbst gewesen? Die Frage quälte ihn.

Am Morgen klopfte es an der Tür des Medbays und eine müde wirkende Lena trat herein. Dem Blonden stockte der Atem. Lena. An sie hatte er gar nicht gedacht. Was sollte er ihr sagen? Sie hatte gebeichtet dass sie Kara geliebt hatte. Und Connor hatte sie sowohl damals, auch jetzt geliebt, doch was wenn Lena dies anderes sehen würde? Was wenn sie ihn nicht wollte? Die Angst schloss sich in einer kalten Faust um sein Herz. "Morgen.", Grüßte die Dunkelhaarige. Ein nervöses Lächeln spielte auf den Lippen des Blonde. "Hey."

Die Luthor hielt inne und starrte ihn misstrauisch an. "Was ist es?" Connor schluckte. "Was meinst du?" "Etwas ist mit dir und der Tatsache zuzuschreiben das du ein Kryptonier bist, werde ich einfach mal vermuten das es etwas damit zu tun hat." Der Blick des Aliens huschte nervös hin und her. "Sag mir bitte was los ist! Ich hab mir die ganze Nacht über Sorgen gemacht. Du bist für mich aus einem Gebäude gesprungen und auf einmal konntest du fliegen. Dann stellt sich raus du bist von einem fremden Planeten. Weißt du eigentlich was für eine Angst du mir damit eingejagt hast?" Sie hielt inne und nahm einen tiefen Atemzug. "Bitte sei ehrlich."

Der Blonde nickte und vermeidete es ihr in die Augen zu schauen. "Connor Danvers." "Was?" "Connor Danvers ist rein theoretisch wohl mein richtiger Name." Der Gesichtsausdruck der Luthor zeigte lediglich Verwirrung. "Die Sache ist die, ich hatte vergessen. Hatte vergessen wer ich vor über sechs Jahre war- um es besser zu formulieren, ich glaube dass ich es vergessen wollte." Lena starrte ihn an und wartete darauf das er weiter sprach. "J'onn hat mir diese Nacht geholfen mich daran zu erinnern." Der Blonde musste den Drang nieder kämpfen einfach wegzurennen. Stattdessen biss er sich nervös auf die Lippe. "Vor sechs Jahren, warst du meine beste Freundin, Alex war meine Schwester, Eliza meine Mutter und ich, ich war Kara."

Falls es überhaupt möglich war, weiteten sich Lenas Augen noch ein Stück. Sie schien nicht in der Lage zu sein etwas zu sagen, also sprach Connor einfach weiter.

"Ich hatte mich geopfert, obwohl ich nich dazu bestimmt war. Dem Monitor schien es wohl wichtig niemanden einfach so dem Tot zu überlassen wenn es nicht dessen Schicksal war. Also, hat er mich einen Wunsch machen lassen." Lena schien sich langsam wieder zu fassen. Mit flüsternder Stimem fragte sie: "Und was für einen Wunsch hast du gemacht?" Der Blonde sah sie direkt an. "Ich wollte ich selbst sein." Er seufzte. "Ich wachte in einer Explosionskule auf, von mir ausgelöst. Die Aktion kostete drei Soldaten welche sich dort befanden das Leben. Ich wachte in diesem Körper auf und ich weiß nicht ob es Teil meines Wunsches war, oder einfach nur eine Folge der Verletzungen welche ich im Kampf gegen den Anti- Monitor erlitten habe, aber ich begann zu vergessen. Einige Medis fanden mich, schleppten mich auf die Basis und aus irgendeinem Grund, hinterfragten sie nicht die Tatsache das niemand dort mich kannte. Wahrscheinlich ebenfalls ein Wek des Monitors. Sie stellten mir Papiere aus, schickten mich zur Physio therapie und den Rest kennst du ja."

Lena lies sich neben ihn auf die Liege fallen und bedeckte ihren Mund mit den Händen. Connor kannte sie gut genug um zu wissen dass sie weinte. Stille Tränen rannen ihre Wangen hinab und der Blonde wünschte sich nichts sehnlicheres als sie zum Lachen zu bringen. Nach einigen Minuten schniefte Lena und drehte ihren Kopf. "In der Zeit hast du dich auch nicht an deine Kräfte erinnert?" Er schüttelte den Kopf. "Dann wieso jetzt?"

Der Blonde hielt ihrem  Blick stand.

Sie beide schwiegen, sich der Antwort im Prinzip schon bewusst.

Lena hob langsam ihre zitternde Hand und lies sie in die Nähe von Connors Gesicht wandern. Gerade so als ob sie ihn berühren würde. Nur um sicher zu gehen dass er nicht gleich wieder verschwinden würde. Doch sich zusammenreisend, zog sie ihre Hand ruckartig zurück, geradeso als hätte sie sich verbrannt. Der Kryptonier nahm den Verlauf der Ereignisse nun unter Kontrolle. Behutsam, legte er seine weiche Hand, in die raue Lenas. Zum ersten Mal seit sechs Jahren, war sich Connor den winzigen Narben welche von chemischen Experimenten herrürten auf der Haut der Jüngeren bewusst. Er drückte sie, wie um zu bestätigen dass er da war. Das er da war, und nicht wieder gehen würde. Der Atem der Luthor schien auf einmal schneller zu sein und um zu überprüfen das alles in Ordnung war, richtete der Kryptonier seinen Blick von ihren verwobenen Händen, auf das Porzelan ähnliche Gesicht der Frau, welche er so lange vermisst hatte. Ihre Augen waren durch die Tränen zu spiegelnden Smarakten geworden und ihre blutroten Lippen waren einen Spalt breit geöffnet. Diese Lippen. Bereits vor all den Jahren hatte sich der Blonde gefragt wie sich diese wohl anführen würden. Gleichzeitig bewegten sich die Beiden vorwärts. Doch bevor sich ihre Lippen berühren konnten, hielt Lena inne.

Sie untersuchte das Gesicht des Blonden. Ihre Augen blieben auf einem Punkt auf seiner Stirn stehen. Die Brünette lächelte sanft. "Die Narbe. Weißt du, ich hab mir immer gefragt wie du sie bekommen hast." Der Kryptonier lächelte zurück und fuhr die Konturen von Lenas Gesichts mit seinem Daumen nach. Als ob er es sich einprägen wolle. "Wir haben alle Zeit der Welt, ich kann dir die Geschichte also in voller Länger erzählen."

Als wäre dies das Zeichen gewesen auf das Lena gewartet hatte, die letzte Versicherung das er nicht verschwinden würde, überbrückte sie die restliche Distanz zwischen ihnen. Der Kuss war träge, schwer und unvergleichlich süß. Da waren keine Feuerwerke, keine Pauken und Trompeten welche ankündigten dass sie das richtige taten. Da war nur das Gefühl von Frieden und Glück. Als sie sich von einnander trenten lehnte der Blonde seine Stirn gegen die Ihre und genoss mit geschlossenen Augen dieses anhaltende Gefühl. "Du warst der Grund weshalb ich mit niemanden sonnst glücklich sein konnte. Selbst wenn ich alles vergesse könnte doch niemand diese Gefühle für dich unterbinden."

Lena lächelte still und drückte ihm einen weiteren Kuss auf die Lippen. "Du bist ein auserordentlicher Charmeur, Connor Danvers."

Broken SoulWo Geschichten leben. Entdecke jetzt