25

732 38 2
                                        

Nachdem wir uns wieder beruhigt haben, gehen wir aus dem Zimmer in das Erdgeschoss des Hauses. Dort sitzt Michael, der Mann von Monika, im Wohnzimmer auf einem Sofa.

"Wo wollt ihr denn so früh schon hin?", fragt er auf spanisch und schaut von seiner Zeitung auf. Er denkt ja dass wir Flüchtlinge sind und da ist es nicht gerade clever raus zu gehen und die Gegend zu erkunden.

"Wir haben etwas wichtiges zu erledigen. Heute Mittag sind wir zurück", sagt Niro leicht hypnotisch.

"Passt auf euch auf!", sagt Michael und liest weiter. Wir gehen durch die Tür auf die Straße und biegen nach rechts. Als ich zurück schaue, sehe ich Isabel an einem Fenster. Sie bemerkt dass ich sie sehe und duckt sich schnell weg.

Ich nehme Niro's Hand. Er bleibt kurz stehen und gibt mir einen Kuss auf den Mund. Seine Lippen fühlen sich genauso an wie vor 10 Jahren, kalt, aber weich wie Butter. Wir gehen weiter und biegen in eine Straße ein. Das Dorf ist wirklich schön, im Vergleich zu denen wo wir sonst manchmal sind. An den Straßenrändern stehen alte Fachwerkhäuser. Die Pflastersteine unter meinen nackten Füßen fühlen sich kalt und rau an.

Ich höre leise, leichte Schritte hinter uns. Ich schaue mich um und sehe, wie Isabel uns hinterherschleicht und mache Niro darauf Aufmerksam. Wir gehen eine Straße entlang, die aus dem Dorf führt. Stets die Schritte von Isabel, die denkt dass wir sie nicht bemerkt haben, im Rücken. Wir gehen ein Stück auf dem Weg von dem Dorf weg. Wir bleiben stehen, ohne uns abzusprechen. Auch Isabel bleibt stehen. Ich drehe mich abrupt um und sie erschreckt sich so doll, dass sie etwas aufschreit.

"Was tust du denn hier?", frage ich sie wütend auf spanisch.

"I-ich wollte w-wissen wo ihr hin geht", stottert sie.

"Und wer gibt die das Recht dazu?", fragt Niro, auch er hat sich umgedreht.

"Ich will wissen was mit euch nicht stimmt", sagt sie mit zitternder Stimme.

"Lass es uns ihr zeigen", sage ich laut zu Niro," Wenn sie es unbedingt wissen will. Aber ich warne dich Isabel, es wird dir nicht gefallen!"

"Ob es mir gefällt werde ich später noch entscheiden", sagt die trotzig. Wir drehen uns wieder um und gehen von dem Dorf weg, in einen kleinen Wald.

Der Kampf der ÜbernatürlichenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt