Bei der Tür ganz rechts, scheine ich Glück zu haben. Ein Junge schläft darin. Könnte in dem Alter sein, wenn man von seiner Größe mal absieht. Aber heutzutage gibt es kaum noch normal große Jugendliche, wenn man mich fragt. Aber das tut niemand. Ich gehe in das Zimmer und schließe die Tür hinter mir. Wiederhole immer wieder leise seinen Namen. "Maurice? Maurice. Maurice!" So sanft es geht, bis ein rascheln ertönt. Es ist stockduster. "Was gibts... lass mich pennen.", murrt er nur und ich schmunzle. Könnte ich sein. "Maurice?", frage ich wieder und erneut raschelt die Bettdecke. Ein klicken ertönt und das Nachtlicht flammt auf. "Nerv nicht. Was-" Er unterbricht sich selbst und er schafft es, einen kurzen erstickten Laut von sich zu geben, ehe ich meine Hand auf seinen Mund presse. "Weniger Wissen ist manchmal mehr.", flüstere ich und durchtrenne auch ihm die Kehle.
Der blondhaarige versucht unter allen Umständen, mich von ihm zu kriegen. Mich zu beißen und seine Kehle zu bedecken. Doch ich schüttle nur den Kopf. "Slenderman würde mich umbringen, wenn du leben solltest.", flüstere ich und ein krachen ertönt, als er durch seine Arme die Nachttischlampe runterschmeißt. Er will einfach nicht sterben! Auch wird das Blubbern seiner Kehle langsam aber sicher so laut, dass man es von draußen hören kann. Scheiße. Kurz entschlossen nehme ich die Hand von seinem Mund. Reden kann er eh nicht mehr. Was er schreien will, endet in Blubbern. Ich ramme ihm das Messer durch die Rippen in das Herz. Es dauert nicht lange und die Bewegungen werden weniger. Die Arme erschlaffen. Die Szene wird von der Nachttischlampe erhellt, welche auf dem Boden liegt.
Ein Klopfen an der Tür lässt mich meinen Kopf herumreißen und mein Herz bleibt mir stehen. Scheiße. Die haben das doch gehört! "Maurice? Alles in Ordnung?" Ich blicke auf den nun entweder noch bewusstlosen oder schon toten blondhaarigen runter und verziehe mein Gesicht. Räuspere mich dann und lasse meine Stimme tief und müde klingen. Imitieren war, als ich noch eine eigene Mutter und einen eigenen Vater mit Brüdern hatte... eines meiner liebsten Hobbys. "Ja... alles klar. Lass mich pennen." Zumindest denke ich, dass er das auch gesagt hätte. So, wie er mir geantwortet hat, als er aufgewacht ist. "Oh... Okay! Gute Nacht! Schlaf gut!", lässt die ältere weibliche Stimme von sich hören und dann das Klicken einer Tür. Verdammte Scheiße... das war knapp! Wäre glatt doch noch ein Spaß für Jung und Alt geworden.
Ich lasse noch ein wenig Zeit vergehen. Warte, bis sie auf jeden Fall wieder eingeschlafen ist. Erst dann richte ich mich auf, ziehe das Messer aus der Brust und wische die Klinge ab, ehe ich dieses in die Halterung am Oberschenkel stecke. Schüttle meinen Kopf und mache die Tür auf. Die Katze, welche davor sitzt, verpasst mir einen Schock sondergleichen und ich habe einen halben Herzinfarkt! Aber ich beruhige mich schnell wieder, schließe die Tür hinter mir und schmuse in aller Ruhe und mit meiner Aufmerksamkeit auf alles andere, mit dem Tier, ehe ich selbst aufstehe und die Treppe runter gehe. Ich will nicht wissen, wie meine Kleidung gerade aussieht. Toll sicherlich nicht, immerhin habe ich gerade jemanden ermordet. Aber ich glaube wenigstens meinen Spruch gefunden zu haben. 'Weniger Wissen ist manchmal mehr.' Das habe ich bei Ronja schon gesagt. Und irgendwie gefällt der mir.
Leise lege ich mich auf meinen Rücken im Wohnzimmer, robbe so unter dem Rollo hindurch und hinterlasse wenigstens keine Blutspuren auf dem Boden. Zwar musste ich meine Brüste eindrücken, sodass sie nicht dran kommen, aber das geht in Ordnung. Draußen angekommen, stehe ich wieder auf und laufe über den Rasen zum Zaun, springe über diesen rüber und mache mich schleunigst aus dem Staub. Laufe hinter den Gärten hervor und nehme Schleichwege, die nicht oder nur wenig beleuchtet sind. Es gilt, jetzt aufzupassen. Denn wenn nachts jemand rennt. Maskiert. Die Kapuze über den Kopf gezogen, mit dunklen Flecken auf der Kleidung und Waffen am Oberschenkel, wobei bei der einen der Griff ein wenig blutverschmiert ist... dann kannst du dich glücklich schätzen, wenn du nicht gleich gelyncht wirst.
Aber es geht alles gut und ich komme im Wald an. Laufe in diesen hinein und verlangsame meine Schritte. Seufze erleichtert auf und gehe weiter. Nichts erhellt hier irgendwas. Es ist dunkel. Nur die etwas entferne Beleuchtung der Straße hilft meinen Augen, mich hier zurecht zu finden. "Hier, du blinde Nuss.", brummt eine Stimme und ich drehe meinen Kopf. Sehe aber nichts. Und ich meine... NICHTS. Ein schnalzen mit der Zunge ertönt und ein Feuerzeug erhellt die Nacht. Keine fünf Meter von mir entfernt steht Tim, welcher sich eine Zigarette anzündet. Und somit einen kleinen Wegweiser für mich und vielleicht auch Brian bietet, der noch nicht da ist. "Was hat so lange gebraucht? Ich warte hier schon gefühlt Stunden.", knurrt er und ich zucke mit den Schultern, was er ja eigentlich nicht sehen kann. "Gab einen kleinen Zwischenfall. Aber nichts, was ich nicht hinbiegen konnte. Lief bei dir alles glatt?" Ein zustimmendes Brummen ist zu hören und dann nur, wie Tim den Rauch der Zigarette auspustet.
Eine halbe Stunde und zwei Zigaretten später, da Masky ein wenig nervös wurde, hören wir rascheln und dann ein: "Hier seid ihr.", ehe kurz vor uns wahrscheinlich Brian stehen bleibt. Tim macht trotzdem das Feuerzeug an und wir blicken in die schwarze Maske, ehe wir nicken und das Feuerzeug wieder ausgemacht wird. "Man, wo warst du? Du hast länger als sie gebraucht!" Ich ziehe meine Augenbrauen hoch. "Hallo? SIE ist auch noch da und kann dich hören. Ich bin im Moment vielleicht blind. Aber nicht taub." "Halt die Klappe." "Dann rede mit mir, als wäre ich hier und nicht eine fucking Illusion!" "Glaub mir, wenn ich sage, dass ich es manchmal wünschen würde." Bevor ich etwas auf diese Beleidigung erwidern kann, hören wir schon Slenderman. Wie ich sehe, habt ihr es geschafft. Nun gut. Dann sollten wir zurück kehren. Die Party hat noch nicht ganz angefangen und ihr könnt immer noch etwas vom Buffet holen. NACHDEM ihr mir alles berichtet habt.
Unser Boss portet uns zurück in die Villa und wir berichten ihm alles. Ich von meinem Opfer mit dem kleinen Problemchen, welches ich aber gelöst habe. Tim von seinem problemlosen Fall und Brian von der ein oder anderen Unannehmlichkeit, wie zum Beispiel das Töten des Vaters, weil er ihn erwischt hatte. Wir werden alle entlassen und ich zische in mein Zimmer. Gut. Es ist erst kurz nach 10. Eine angemessene Zeit. Ich Dusche, föhne wieder meine Haare und war kurz davor, mich normal anzuziehen! Bis ich das Kleid gesehen habe. Das muss ja auch sein. Also Kleid an und dann wieder aus dem Zimmer. Wegen dem beschissenen Auftrag habe ich fast den gesamten Geburtstag meiner besten Freundin verpasst. Gefällt mir gar nicht. Aber was sein muss, muss sein. Unten angekommen, mische ich mich erst einmal unerkannt unter die feiernden Leute. Die Musik ist laut, es riecht nach Schweiß, die einzigen Lichter kommen von hinter den Boxen und sind bunt. Und ich habe Hunger. Also erst einmal an das Buffet!
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The 4th Proxy
Fiksyen PeminatNach dem Anfang ihrer Ausbildung, begann auch ein neues Leben. Aber anders, als man vielleicht denkt. Alexandra wollte sich ihres nehmen. Und das, ihrer gesamten Familie. Ihre Eltern und ihre Brüder überlebten das Gift nicht, welches sie ihnen verab...
