Die zwei Wochen vergehen fast im Flug. In der Schule wird ein Trauergottesdienst für Ronja abgehalten und ich halte, unter fake-Tränen, eine kleine Rede. Dass sie mir viel bedeutet hätte und so weiter und so weiter. Das ganze Trara eben. Wir werden auch befragt, ob uns etwas aufgefallen wäre und wo wir zur Tatzeit denn wären. Ich gebe meine Antwort und gebe BEN über mein Handy Bescheid, dass er die Überwachungskameras von irgendeinem Laden bearbeiten soll, in dem ich angeblich war und eingekauft habe. Noch muss ich die brave und unschuldige sein. Die, die nichts machen würde. Die Strafen sind die Hölle! Niemand darf zu mir rein und Slenderman kontrolliert in unregelmäßigen Abständen, sodass ich nicht einmal jemanden reinschmuggeln könnte. Mies. Aber zumindest bekomme ich mein Training, welches ein wenig Abwechslung bietet und genügend Schulstoff in mein Hirn welches mir von den Lehrern gegeben wurde, sodass ich alles für die Abschlussprüfung lernen kann. Fünf Monate habe ich Zeit. Und noch habe ich nicht den ganzen Stoff gekriegt.
In meinem Bett liegend, weil ich nicht einmal Lust auf das Lesen von Büchern habe, starre ich einfach nur an die Decke. Öde... öde, öde, öde... Hast du das erledigt, was ich dir aufgetragen habe? Slenderman hat sich wieder in mein Zimmer teleportiert und ihm scheint nicht zu gefallen, dass ich einfach nur auf meinem Bett liege. Ich drehe meinen Kopf und deute auf meinen Schreibtisch. "Alles fertig. Sonst hätte ich wenigstens ETWAS zu tun!", maule ich und beobachte ihn, wie er zu den Aufgaben geht und sich diese durch sieht. Sehr gut. Heute ist dein letzter Tag deiner Strafen. Und du hast nicht einmal gegen die Regel verstoßen. Als kleine Belohnung und mit der Hoffnung, dass du das in Zukunft lässt, kannst du wieder raus. Sofort sitze ich senkrecht im Bett und blinzle, als mir kurz schwarz vor Augen wird. Mein Kreislauf war auch mal besser.
So schnell es geht, springe ich von meinem Bett, schalte bei meinem Handy das Wlan wieder ein und werde erst einmal von Nachrichten überflutet. Während ich alles checke und mich auf den neuesten Stand bringe, Ronja's Mörder wurde immer noch nicht gefunden, oh welch Wunder, seufzt Slenderman und verzieht sich selbst wieder. Als ich alles durchgesehen habe, stecke ich das Handy in meine Hosentasche und rase schon fast durch den Gang nach unten. Die Treppe ist kein Hindernis, wenn man schnell irgendwo hin will. Und das vor allem dann, wenn man sie runterfliegt. Zu meinem Glück lande ich auf jemandem, der ein schmerzvolles Stöhnen von sich gibt, flucht und ich sehe auf. EJ. Breit grinsend sehe ich auf ihn runter. Flach wie ein Brett liegt er unter mir, während ich mich auf seinen Bauch setze. "Rate mal, wer aus der Quarantäne wieder da ist!", gebe ich von mir und er reibt sich seinen Kopf. "Schön... aber musst du mich gleich umhauen?", fragt der grauhäutige und ich ziehe eine Schmolllippe. "Hey... Ich hätte mit mehr Freude gerechnet..."
Diese Freude bekomme ich. Und zwar in Form einer Person, die mich seitlich von Jack runter auf den Boden tacklet und mich fester drückt, als ein Schraubstock. Lachend schlinge ich meine Arme um Toby. "SO habe ich mir das vorgestellt!", rufe ich und bekomme zwar kaum Luft, aber ich habe endlich wieder menschlichen Kontakt. Etwas, was ich für emotionale Stabilität brauche. Jack steht auf und auch Jeff kommt zu uns, da er mitbekommen hat, dass Jack ihm nicht geantwortet hat. Ich grinse sogar breiter als sein eingeritztes Lächeln. "Da haben wir unsere Nervensäge wieder...", brummt der schwarzhaarige und geht vor mir in die Hocke, während ich noch in Tobys Armen hänge. Und er in meinen. "Bau keine Scheiße, dann passiert das auch nicht.", mault er, wuschelt mir aber durch meine Haare.
Ich schaffe es, mich von Toby zu lösen und wir stehen auf. Clocky kommt zu uns und ich werde von ihr fast so stürmisch begrüßt, wie von Toby. Nur, dass sie mich nicht auf den Boden bringt. Zwei Wochen ohne alle... Das war die Hölle. Als wir alle so dastehen, Toby hält Clocky im Arm und Jack Jeff, fühle ich mich irgendwie fehl am Platz. Aber hey. So ist das Leben nun mal. Nie wirklich fair. Ich werde immer die eine sein, die ohne jemandem da steht. Ich sollte mich damit abfinden. Ist aber trotzdem ein wenig schwer. Allen so zuzuhören, wie glücklich sie sind. Und ich vermassele alles nur. Vielleicht wäre ein Tinder für Serienmörder angebracht. Sollte ich BEN danach fragen? Der wird mich zuerst auslachen und dann selbst einen Account haben. Dafür lege ich fast meine Hand ins Feuer.
"Was hältst du davon, Alex?", fragt Clocky plötzlich und ich zucke zusammen, als ich meinen Namen höre. "Was?", erwidere ich und sehe verwirrt herum. Was war? Wer hat was gesagt? Um was gehts? Versuche, sich das Lachen zu verkneifen, werden unternommen. Aber das ein oder andere Lachen ist trotzdem zu hören. "Wir fünf auf einen Ausflug! Morgen! Einfach nur in die Natur! Slendy würde sicherlich nichts dagegen haben. Du warst jetzt zwei Wochen in deinem Zimmer und hast dein Handy nicht mal angerührt, oder?" Seufzend hebe ich meine Augenbrauen. "Doch. Um Musik zu hören. Die Stille war unerträglich und der Boss hat's erlaubt." Die braunhaarige nickt. "Also gut. Du hast dich an das gehalten. Da wird er dir doch wohl einen Tag frei geben, oder?"
Ich hätte es nicht geglaubt, wenn ich es selbst nicht gehört hätte. Aber Slenderman gibt mir wirklich für morgen frei! Ich solle brav sein und nichts anstellen, aber einen Tag mal wieder draußen verbringen, wäre nicht so schlecht. Dass er mich zwei Wochen lang eingesperrt hat, fällt ihm anscheinend nicht mehr ein. Aber ich halte die Klappe. Will mir das jetzt nicht verscherzen. Im Wohnzimmer planen wir, wo wir hingehen. Nur hier im Slenderwald, das ist klar. Toby kennt sich hier ein wenig aus und schlägt vor, für morgen der Führer zu einer der Quellen zu sein, die es hier gibt. Seed und Smile kommen mit und somit wird es gar nicht so langweilig. Wir stimmen zu. Clocky und ich kümmern uns um das Essen, EJ um die Getränke, Jeff wird das alles tragen und Toby macht einen auf Führer. Das könnte ganz witzig werden!
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The 4th Proxy
FanfictionNach dem Anfang ihrer Ausbildung, begann auch ein neues Leben. Aber anders, als man vielleicht denkt. Alexandra wollte sich ihres nehmen. Und das, ihrer gesamten Familie. Ihre Eltern und ihre Brüder überlebten das Gift nicht, welches sie ihnen verab...
